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Liebe geht unter die Haut – Eintracht-Fan lässt sich seine Kutte tätowieren

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Von: Julius Fastnacht

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Weil seine Stoffkutte langsam in die Jahre kommt, entscheidet sich Eintracht-Fan Jens Meißner für eine Kopie aus Tinte – über den ganzen Rücken.

Frankfurt – Dass es so einfach laufen würde, hätte Jens Meißner, alias „Kuttenpaule“, selbst nicht gedacht. Mit seiner Frau saß er zu Hause auf dem Balkon und erzählte von der Idee: Seine legendäre Fan-Kutte wollte er sich als Tattoo großflächig unter der Haut verewigen lassen. Und von der Partnerin gab es an diesem Abend überhaupt keinen Widerspruch.

„Im Gegenteil, sie hat sogar gesagt, ich soll mich nicht nur hinten am Rücken, sondern auch vorne auf dem Oberkörper tätowieren lassen“, erinnert sich Meißner an den Moment.

Liebe geht unter die Haut – Eintracht-Fan lässt sich seine Kutte tätowieren
Liebe geht unter die Haut – Eintracht-Fan lässt sich seine Kutte tätowieren © Jens Meißner

Eintracht Frankfurt: Fan trägt Stoff-Kutte 30 Jahre lange

Der Gedanke: „Ich habe die Stoff-Kutte 30 Jahre getragen, bin auf keinem Spiel ohne sie gewesen. Und jetzt war das gute Stück kurz vorm Zerfallen“. Warum also nicht eins zu eins auf den Rücken tätowieren, habe er sich gedacht.

Meißners Liebe zu Eintracht-Frankfurt ist so alt wie die Kutte selbst. Damals, während der Metzgerlehre, fuhr er spontan aus seiner Heimat Bad Soden-Salmünster zu einem SGE-Spiel. „Gegen den HSV haben wir zwar verloren, aber im Waldstadion war‘s trotzdem geil.“ Schon drei Heimspiele später gab dann sein Patenonkel den Impuls für die Kutte. Von einer Jeansjacke schnitt er – zum Ärger seiner Patentante – die Ärmel ab. „Dann hat er einen Eintracht-Adler hervorgeholt und gesagt: ‚So, den nähst du jetzt drauf!‘.“

Eintracht Frankfurt: Rechtzeitig zum Finale in Sevilla wird das Kuttentattoo fertig

Da ist das Ding: Seine Original-Kutte will Jens Meißner demnächst hinter eine Vitrine stellen.
Da ist das Ding: Seine Original-Kutte will Jens Meißner demnächst hinter eine Vitrine stellen. © Jens Meißner

An die Umsetzung des Körperkunst-Projekts machte sich Meißner dann schnell. Bei „ill-legal-tattoo“ in Frankfurt-Niederrad ließ er sich die Kutte von Tätowiererin Helenka auf den Rücken stechen. „5 Sitzungen haben wir gebraucht, insgesamt 30 Stunden.“ Und am Ende musste es dann besonders flott gehen, denn die Eintracht stand plötzlich im Finale der Euroleague in Sevilla.

„Ich bin hin zu ihr und habe gemeint: ‚Das muss rechtzeitig fertig werden‘ - und es hat geklappt.“ Die Rückmeldung der anderen Eintracht-Unterstützer, die seine neue Tattoo-Kutte in Spanien zu sehen bekamen, sei dann überragend gewesen. „Es gab eine Wahnsinns-Reaktion. Alle zwei, drei Minuten kam einer und wollte ein Foto.“

Eintracht Frankfurt: Legendäre Kutte kommt in Vitrine

Und das Projekt ist noch nicht abgeschlossen, auch der Rest der Kutte will verewigt werden: „Im Herbst geht‘s weiter mit der Vorderseite“, sagt Meißner dazu. Und das Original? Für das Stoff-Stück hat „Kuttenpaule“ auch schon einen Plan: „Ich habe einen Schultergipsabdruck machen lassen. Da lege ich die Kutte dann drüber – und außenrum kommt eine Vitrine.“ (juf)

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