Eintracht Frankfurt

"Frankfurt gehört in die Erste Liga"

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
    schließen

In der Relegation hat Branimir Hrgota der Eintracht die Daumen gedrückt. Nun hofft der neue Stürmer, dass man in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun hat. Und dass er selbst beweisen kann, warum die Eintracht ihn aus Gladbach geholt hat. Den Konkurrenzkampf ganz vorne in der Spitze scheint der 23-Jährige erst einmal für sich entschieden zu haben.

Das Pokalspiel in Magdeburg war der erste Pflichttermin. Wie ist das für Sie: Geht die Saison trotzdem jetzt erst so richtig los, ist der Bundesliga-Start noch mal etwas anderes?

Das Spiel hat gezeigt, dass wir uns gegen einen Gegner, für den die Saison bereits angefangen hat, noch recht schwer getan haben. Dennoch haben wir uns natürlich gefreut, dass wir eine Runde weitergekommen sind. Klar, der Bundesliga-Start gegen Schalke ist etwas anderes und der eigentliche Start in die Saison.

Die Vorbereitung war ungewöhnlich lang, und bei der Eintracht auch ungewöhnlich intensiv, Trainingseinheiten von zweieinhalb Stunden waren keine Seltenheit. Wie haben Sie das im Vergleich mit Ihren Gladbacher Erfahrungen erlebt?

Ja, vom zeitlichen Umfang her, waren die Einheiten schon ungewöhnlich lange. Das habe ich vorher noch nicht so intensiv erlebt. Aber unser Trainer hat immer wieder aktive Ruhepausen mit Dehnübungen oder Läufen eingeschoben, so dass die Belastungen normal für eine Vorbereitung waren.

Sehnt man nach einer so harten Vorbereitung den Saisonstart viel-leicht noch ein bisschen mehr herbei als sowieso schon?

Die Vorbereitung war sicherlich sehr lange und als Fußball-Profi willst du lieber spielen als trainieren. Aber Vorbereitung gehört dazu, auch wenn man manchmal auf die Zähne beißen muss.

Worauf legt Trainer Niko Kovac be-sonderen Wert?

Auf Disziplin auf und neben dem Platz und dass wir als Mannschaft kompakt auftreten. Weitere taktische Details möchte ich aber nicht verraten.

Was sind die Unterschiede zwischen dem Fußball, den er in Frankfurt lehrt, und dem, was Sie in Gladbach bisher trainiert haben?

Beim Fußball kommt es am Ende immer auf das Ergebnis an. Da gibt es keine so großen Unter-schiede. Natürlich sind die Ziele beider Vereine unterschiedlich. Gladbach möchte oben mitspielen und wir den Klassenerhalt früher als in der letzten Saison schaffen.

Nachdem Sie jetzt fast zwei Monate mit den neuen Kollegen zusammen sind: Was zeichnet diese Eintracht-Mannschaft aus?

Wir haben eine junge Mannschaft, die viel Qualität besitzt. Die Stimmung ist sehr gut und wir haben neben den Trainingseinheiten auch viel Spaß miteinander.

Nach dem Fast-Abstieg gab es ei-nen ziemlich großen Umbruch. Hat die lange Vorbereitung gereicht, um sich miteinander einzuspielen? Oder merkt man erst im Ernstfall so richtig, wie stabil das Ganze schon ist?

In einigen Mannschaftsteilen haben wir uns bereits recht gut gefunden und uns eingespielt. Klar, viele Sachen müssen noch weiter verbessert werden. Das konnte man in Magdeburg ja sehen. Und Michael Hector kam als bisher letzter Spieler zu uns. Da müssen wir uns in der Abwehr noch besser einspielen.

Vor dem Start weiß kein Verein, wo er wirklich steht. Was glauben Sie, wie die Eintracht abschneiden könnte?

Eine schwierige Frage, aber wir werden alles dafür tun, dass die Saison besser wird, als die letzte.

Gibt es Ziele, die sich die Mannschaft vorgenommen hat?

Nein, Ziele, die einen bestimmten Tabellenplatz oder Punkteanzahl betreffen, gibt es nicht. Aber wir möchten möglichst frühzeitig den Klassenerhalt sichern.

Und was haben Sie sich selbst zum Ziel gesetzt?

Ich möchte beweisen, dass ich ein guter Spieler bin und dass sich die Eintracht richtig entschieden hat, mich zu verpflichten.

In Mönchengladbach haben Sie regelmäßig getroffen, wenn Sie gespielt haben. Zuletzt war das aber nicht mehr so oft der Fall. Fehlt Ihnen die Spielpraxis sehr, oder hat die Vorbereitung da geholfen?

Wie es beim Fußball manchmal passiert: Vor zwei Jahren hatte ich noch eine Menge Bundesligaspiele und viele Tore gemacht und nach dem Weggang von Lucien Favre war ich nicht mehr im Kader. Frankfurt ist für mich ein Neustart, wo ich mich beweisen möchte. Leicht wird es nicht und ich muss dafür sehr viel arbeiten.

Sie haben bei der Generalprobe gegen Vigo begonnen und getroffen, im Pokal in Magdeburg auch. Offenbar liegen Sie im Konkurrenzkampf im Sturm erst einmal vorne. Was sagt der Trainer zu Ihnen?

Natürlich hat es mich gefreut, dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt hat und ich denke, dass ich dies bisher auch zurückzahlen konnte. Ich will von Anfang an Stammspieler sein, arbeite dafür und nehme die Konkurrenzsituation an. Das ist auch das, was der Trainer von mir erwartet.

Ist Mittelstürmer eigentlich Ihre Lieblingsposition, ganz vorne in der Spitze? Sie haben ja auch schon auf den Flügeln gespielt.

Klar, ich fühle ich mich ganz vor-ne in der Spitze am wohlsten, wenn ich das Tor vor mir habe. Aber wenn der Trainer der Überzeugung sein sollte, dass ich auf einer anderen Position spielen soll, dann mache ich das auch. Aber im Moment sollte er dazu keine Veranlassung haben.

Zwei Tore gegen Vigo, ein richtig schönes in Magdeburg: Tun solche Treffer einem Stürmer gut?

Egal in welchem Spiel, Tore tun einem Stürmer immer gut. Den-noch ist es nicht entscheidend, ob ich oder ein anderer tri,fft. Hauptsache wir sind als Mannschaft erfolgreich.

Was war eigentlich in Magdeburg los nach Ihrem frühen Tor? Danach lief nur nach ganz wenig zusammen.

Das stimmt, wir haben nach der Führung die Kontrolle über das Spiel verloren und so die Magdeburger stark gemacht. Normaler-weise müssen wir bei einem Drittligisten souveräner auftreten.

Kontakte gab es ja schon länger. Haben Sie eigentlich mit der Eintracht im Abstiegskampf gezittert?

Natürlich habe ich besonders die Relegationsspiele verfolgt und die Daumen für die Eintracht gedrückt. Ich wollte unbedingt, dass Frankfurt in der Ersten Liga bleibt, denn da gehört der Verein einfach hin.

Sie haben ja inzwischen ein paar Jahre Erfahrung: Was macht den Bundesliga-Standort Frankfurt aus? Und warum haben Sie sich für die Eintracht entschieden?

Ich hatte einige Angebote, habe mich aber, zusammen mit meiner Familie, für Frankfurt entschieden. Wir waren davon überzeugt, dass dies der richtige Schritt für mich und meine Entwicklung ist. Mein Bauch sagte mir, dass es das Beste für mich ist, und ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl.

Es heißt immer: Ein guter Start ist für eine erfolgreiche Runde besonders wichtig. Glauben Sie das auch? Und was erwarten Sie von dem Spiel gegen Schalke?

Es wird eine Standortbestimmung für beide Vereine. Ich hoffe auf ein tolles Spiel vor einer lautstarken und friedlichen Kulisse mit einem guten Ausgang für uns.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare