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Eintracht Frankfurt

Die Frankfurter Polizei hat auf die Vorwürfe wegen des Einsatzes beim Europa-League-Spiel reagiert

Die Polizei hat reagiert und gesagt, dass die Kritik angekommen ist. Das Anti-Beuth-Transparent hält sie weiterhin für "strafrechtlich relevant".

In die scharf geführte Diskussion über den Polizeieinsatz vor dem Europacup-Spiel der Eintracht gegen Schachtjor Donezk hat sich nun auch die Social-Media-Abteilung der Frankfurter Polizei eingeschaltet. Auf Twitter und Facebook veröffentlichten die Beamten ein Video, in dem sie auf Vorwürfe von Fans eingehen.

„Die Kritik am Polizeieinsatz (...) ist angekommen“, heißt es zu Beginn des gut zweiminütigen Films, der keine bewegten Bilder bietet. Zu sehen ist ein Polizist im Stadion, dazu werden Kommentare zum Polizeieinsatz aus den sozialen Netzwerken eingeblendet. Darauf folgt in Schriftform die Antwort der Polizei.

Die Beamten stellen in dem Video klar, dass sie den Text des gegen Innenminister Peter Beuth (CDU) gerichteten Transparents nach wie vor für „strafrechtlich relevant“ halten. Aus Protest gegen die Durchsuchung der Fankurve, bei der die Polizisten erfolglos nach Pyrotechnik Ausschau hielten, hatten die Ultras der Eintracht das Banner angefertigt. Rund eine Stunde vor Spielbeginn stellten die Polizisten das Spruchband sicher.

Dabei gingen sie hart vor, wie in einem YouTube-Video zu sehen ist. Ein Fan, der sich zunächst gegen die Sicherstellung gewehrt hat und später am Rande des Geschehens steht, wird von einem Beamten über eine Werbebande gestoßen. Dabei verletzt er sich schwer.

Die Polizei erklärt dazu, eine freiwillige Herausgabe des Transparents sei angestrebt worden, aber am Widerstand der Fans gescheitert. Einzelne Anhänger hätten dann versucht, den Beamten das Banner zu entreißen. Dabei seien sie gewalttätig gegenüber den Polizisten geworden. In diesem Zusammenhang seien Fans zur Seite geschubst und der Schlagstock eingesetzt worden.

„Dabei stürzte eine Person rückwärts über die Werbebande“, heißt es weiter. Der Geschädigte habe sich bei der Polizei noch nicht gemeldet, es lägen aber Strafanzeigen von Dritten vor.

Polizeipräsident Gerhard Bereswill hatte den Einsatz gegen den Fan bereits am Montagabend im Sicherheitsausschuss verteidigt und erklärt, der Mann sei auf Polizeibeamte losgegangen. Dafür wurde Bereswill von der Linken im Römer scharf kritisiert.

Die geplante Choreografie sagten die Ultras nach dem Polizeieinsatz ab. Die Beamten schreiben dazu: „Wir finden es sehr schade, dass eine der größten Choreos in der Vereinsgeschichte nicht stattgefunden hat.“

von GEORG LEPPERT

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