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Mit Anlauf in die nächste Europa-League-Runde: Kevin Trapp will mit der Eintracht auch in Charkow gegen Schachtjor Donezk bestehen.

Eintracht Frankfurt

Kevin Trapp über die Vorfreude auf ein "tolles Spiel" - und Gründe, die ihn zum Bleiben bewegen würden

Vor fünf Jahren, als Eintracht Frankfurt zuletzt in einem Sechzehntelfinale der Europa League stand, hütete Kevin Trapp ebenfalls das Tor. Im Februar 2014 gab es zwei denkwürdige Duelle mit dem FC Porto. Die Parallele zu Schachtjor Donezk, ebenso eigentlich in der Champions League verortet, ist verblüffend. Der 28-Jährige ist bereit für die anspruchsvolle Aufgabe. Er fühlt sich topfit, erklärte er vor der Reise zum Hinspiel morgen in der Ukraine – und er nahm noch zu verschiedenen anderen Themen Stellung.

Zu seinen Erwartungen gegen Schachtjor: Ich glaube, es wird erst einmal kalt, immerhin ist es nicht unfassbar kalt. Wir spielen gegen eine Mannschaft, die unheimlich viel Qualität hat, die technisch sehr, sehr stark ist. Ich habe vor einigen Jahren mit Paris St. Germain schon mal gegen sie gespielt. Es ist ein Team mit vielen Brasilianern, vielen ukrainischen Nationalspielern, die alle Fußball spielen können und schon in der Champions League ihren Mann gestanden haben.

Zum Stand der Vorbereitung: Europa League ist immer anders. Wir haben uns jetzt nach dem sehr intensiven Spiel gegen Leipzig, bei dem wir viel Glück hatten, regeneriert. Wir müssen perfekt vorbereitet sein, denn das wird ein tolles Spiel. Andererseits ist es nicht das erste Mal, dass wir uns von Liga auf Europa League umstellen müssen.

Zu seinen Erwartungen: Endlich geht es in die K.-o-Phase. Da dürfen wir uns drauf freuen. Jetzt zählt jedes Detail, jeder Fehler wird bestraft. Es ist was anderes als die Gruppenphase. Wir müssen die Leidenschaft und die Einsatzbereitschaft aus den letzten Spielen auch am Donnerstag zeigen.

Über die Stimmung in der Kabine: Heiß sind wir auf dieses Spiel seit der Auslosung im Dezember. Wir konnten uns wegen des unfassbar schweren Auftaktprogramms in der Liga im Grunde ideal auf dieses Spiel vorbereiten. Das waren ja alles Champions-League-Spiele gegen Gegner wie Dortmund, Leipzig, dann Donezk zweimal und Mönchengladbach. Dortmund und Leipzig sind ähnliche Kaliber, da wissen wir, was auf uns zukommt.

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Zur Tatsache, dass für Schachtjor der Spielbetrieb noch gar nicht begonnen hat: Da haben wir vielleicht einen kleinen Vorteil: Wir sind im Rhythmus. Aber ich glaube nicht, dass dies für Mannschaften auf diesem Niveau, die so stark besetzt sind, ein Nachteil sein wird. Die wissen auch, um was es geht. Auf die leichte Schulter werden sie das Spiel nicht nehmen. Die fehlende Spielpraxis macht sicher keinen Unterschied.

Zur ungewohnt späteren Anstoßzeit um 22 Uhr Ortszeit: Das ist doch nur eine Stunde später als sonst. In der Gruppenphase haben wir zeitweise auch um 21 Uhr begonnen, von daher sollte die Stunde kein Problem sein. Und wer sich für dieses Spiel nicht motivieren kann, dann weiß ich auch nicht, was falsch läuft. Egal, um welche Uhrzeit wir spielen, jetzt haben wir die heiße Phase, jetzt gilt es, jetzt werden die Dinge gewonnen. Da wird sich niemand über die Uhrzeit beschweren.

Dazu, wie seine internationale Erfahrung auf die Mannschaft abfärbt: Ich bin ja nicht der Einzige, der internationale Spiele gemacht hat, das ist ja das Gute. Es gibt einige, die haben mehr Spiele auf dem Buckel. Wir wollen die Story, die wir gerade schreiben, fortführen, am liebsten, indem wir uns zu Hause fürs Achtelfinale qualifizieren. Das würde allen gut tun.

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Zur Art, wie gegen Schachtjor zu spielen sei: Wir haben zuletzt zweimal extrem wenig Tore gekriegt gegen Mannschaften, die sehr offensivstark waren. Das spricht für sich. Mit unserer Offensivkraft und mit unserer neuen Defensivstärke ist vieles machbar. In diesen beiden extrem wichtigen Spielen werden wir zweimal ans Limit gehen müssen.

Zu Gründen, die ihn zum Bleiben bewegen würden:  Eintracht Frankfurt muss wollen, Paris spielt eine Rolle, und ganz am Ende ist mein Wort das entscheidende. Ich entscheide das. Ohne mein Ja oder mein Nein passiert gar nichts. Ich habe gesagt, dass ich mich hier superwohl fühle. Gerade, seitdem ich wieder da bin, merke ich sehr deutlich, dass der Club auf dem richtigen Weg ist, dass sich etwas entwickelt. Es wäre toll, wenn wir auch in Zukunft so erfolgreich spielen würden. Wir haben ein tolles Trainerteam, das ambitioniert ist, dass vieles erreichen will; auch der Verein hat sich von der Denkweise nach vorne entwickelt. Das sind viele positive Dinge.

Von Thomas Kilchenstein

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