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Schaut beim Training genau hin: Adi Hütter (Mitte).

Eintracht Frankfurt

Training: Adi Hütter und Co. feilen bei eisigen Temperaturen daran, Ideen umzusetzen

Fleißige Arbeit bei frostigen Temperaturen: Die Eintracht-Spieler arbeiten daran, die Ideen von Trainer Hütter weiter umzusetzen. Fortschritte sind sichtbar.

Frankfurt - Als Adi Hütter seine Spieler um sich scharte, als der Fußballlehrer von Eintracht Frankfurt einige Minuten lang im Mittelkreis des Trainingsplatzes auf sie einredete und von weit ausschweifenden Armbewegungen unterstützt die kommenden Übungsformen skizzierte, da rauchten den Bundesligaprofis die Köpfe – im doppelten Sinne. Nicht nur, dass sich um den Pulk eine in die Luft aufsteigende Dampfwolke bildete, schließlich wurden sie trotz Minusgraden von ihrem Trainer gehörig ins Schwitzen gebracht. Auch musste sich so manch einer doch sichtbar konzentrieren, um die Vorgaben des Chefs zu erfüllen.

So waren im Spielchen über das halbe Feld anfangs drei Ballkontakte erlaubt, später zwei, zwischenzeitlich sogar mal nur noch einer, was dann doch manchen Kicker überforderte, sodass Hütter schließlich befahl, die Angriffe vornehmlich über extra abgesteckte Außenbahnen vorzutragen. Zugegeben, solche Übungseinheiten mit begrenzten Ballkontakten sind sicher keine neue Erfindung in der Trainingsarbeit, schon eher schnöder Alltag von Kreisklasse bis Bundesliga, unter Anleitung von Adi Hütter aber sind die Fortschritte sichtbar.

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Der Österreicher will, dass das Spiel seiner Mannschaft noch schneller wird, als es ohnehin schon ist. Er will, dass häufiger flach und nicht ganz so oft hoch gespielt wird. Und er will, dass im besten Fall die Attacken über die Seiten nach vorne getragen werden. Ohne ein Trainingsspielchen zu sehr bewerten zu wollen: Gestern gelang das gut, das Niveau dieses einstündigen Kicks auf rutschigem Untergrund war hoch.

Training bei eisigen Temperaturen: Gacinovic mittendrin

Mittendrin – 24 Spieler trainierten auf dem Platz, Lucas Torro absolvierte am Rand sein eigenes Aufbauprogramm – war erstmals auch wieder Mijat Gacinovic. Der 23-jährige Serbe, der sich zwei Tage vor Weihnachten im Spiel gegen den FC Bayern am linken Oberschenkel verletzt hatte, zog das volle Programm durch. Offenbar ohne Probleme. Gacinovic sprintete, dribbelte, schoss ein schönes Tor und dürfte beim kommenden Spiel in Bremen sicher im 18-köpfigen Kader stehen. Reif für die erste Elf wäre Gacinovic nur dann, wenn Adi Hütter sich dazu entschließen würde, auswärts lieber mal nicht mit drei Spitzen zu beginnen. Möglich, aber eher nicht dem Naturell des Trainers entsprechend.

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So ist es sehr wahrscheinlich, dass er am Samstagabend lediglich eine Veränderung vornehmen wird. Für den gelbgesperrten Gelson Fernandes dürfte dann Jonathan de Guzman ins defensive Mittelfeld an die Seite von Sebastian Rode rücken – auch im gestrigen Trainingsspielchen wurde dieses Duo bereits in einer Mannschaft getestet.

Der Hase wird zum Fuchs

Sicher in der Startformation wird natürlich auch Makoto Hasebe auftauchen. Der Libero der Eintracht ist mit seinen 35 Jahren zwar nicht mehr der Schnellste auf den Beinen, dafür aber im Kopf. Hasebe antizipiert herausragend, er nutzt seine ganze Routine, um die nächsten Schritte des Gegners schon frühzeitig zu erkennen, er spielt „mit mehr Auge als früher“, wie er es selbst formuliert. Und mitunter denkt er auch schon mal wie ein Trainer. Zuletzt beim 3:1-Heimerfolg gegen Freiburg zum Beispiel, da wurde der Hase zum Fuchs. Nach 20 Minuten sei das gewesen, so der 35-Jährige, habe er kurzerhand selbst seinen eigenen Spielstil umgestellt. Die Freiburger standen tief in der eigenen Hälfte. Sie ließen den Frankfurtern anfangs nicht viel Platz, vor allem für die präzisen Anspiele des Japaners zu seinen Mittelfeldkollegen gab es keine Räume. „Also habe ich mehr lange Bälle gespielt“, so Hasebe. Klingt irgendwie logisch. Und war vor allem von Erfolg gekrönt. Die Eintracht traf bis zur Pause bekanntlich dreimal.

Mal abgesehen vom Sieg gegen Freiburg rechnet Makoto Hasebe grundsätzlich damit, „dass viele Mannschaften in der Rückrunde gegen uns tief stehen werden, weil wir nun mal vorne drei Weltklassestürmer haben“. Man könne daher nicht immer schönen Fußball von der Eintracht erwarten. Wichtig sei es aber vor allem, „dass wir künftig immer mal andere, neue Lösungen in unserem Spiel parat haben“. Coach Hütter scheint ähnlich zu denken wie Libero Hasebe. Rauchende Köpfe zeugen davon.

von Daniel Schmitt

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