Fredi Bobic
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Fredi Bobic verlässt Eintracht Frankfurt im Sommer. (Archivfoto)

SGE

Fredi Bobic verlässt Eintracht Frankfurt – Nachfolger bereits im Blick?

Das Erfolgsgerüst von Eintracht Frankfurt zerbricht immer weiter, nach Trainer Adi Hütter verabschiedet sich nun auch Sportvorstand Fredi Bobic. Ralf Rangnick könnte gleich mehrere Baustellen schließen.

Frankfurt – Das Hütter-Beben war kaum verhallt, da folgte in Frankfurt schon der nächste große Knall: Mit Fredi Bobic verlässt ein weiterer Erfolgsarchitekt die Kommandobrücke. Dies kommt zwar alles andere als überraschend, trifft die Eintracht aber doch ins Mark. Trainer, Sportdirektor und nun auch der Sportvorstand weg – die launische Diva vom Main muss sich inmitten der besten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte komplett neu erfinden.

Eintracht Frankfurt: Fredi Bobic verlässt SGE im Sommer

„Der Verein ist aktuell in allen Bereichen bestens aufgestellt“, sagte Aufsichtsratschef Philip Holzer nach dem Abschied von Bobic, den es wohl zu Hertha BSC Berlin zieht. Ein Satz, der in der aktuellen Lage fast wie blanker Hohn erscheint. Der Scherbenhaufen ist riesig. Die wenigen verbliebenen Verantwortlichen müssen unter höchstem Zeitdruck gleich mehrere Baustellen schließen.

Zumindest fangen sie nicht bei null an. Man habe angesichts der zu erwartenden Einigung mit Bobic „bereits im Stillen an der Nachfolge gearbeitet und den Markt sondiert“, sagte Holzer: „Jetzt können wir konkrete Gespräche mit potenziellen Kandidaten für die Nachfolge von Fredi Bobic führen.“ Fast logisch, dass angesichts der Vielzahl der vakanten Positionen der Name Ralf Rangnick im Riederwald umhergeistert. Schließlich könnte die Eintracht mit der auch als Bundestrainer gehandelten Allzweckwaffe gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Nach Informationen von „Bild“ und „Sky“ sind Gespräche mit dem 62-Jährigen geplant.

Rangnick könnte in Personalunion Sportvorstand und Trainer werden. Dies solle zwar nicht zu Dauerlösung werden, würde ihm aber Zeit für die Suche nach einem geeigneten Coach verschaffen. Klarer Favorit ist Rangnick aber wohl nicht, noch werden viele Kandidaten heiß gehandelt. Seien es Markus Krösche und Jonas Boldt als Sportvorstand oder Roger Schmidt und Sandro Schwarz als Trainer.

Eintracht Frankfurt: Hübner, Hütter und Bobic gehen

Erstmal muss sich die Eintracht klar werden, auf wie viele Schultern sie künftig die sportliche Verantwortung verteilen will. Das bisherige Triumvirat aus Sportdirektor Bruno Hübner, Coach Adi Hütter und Bobic funktionierte perfekt – es war eine Erfolgsgeschichte. Doch erst kündigte Hübner im Februar seinen Abschied an, dann verkündete Hütter am Dienstag seinen Wechsel nach Gladbach - und nun Bobic.

„Ich blicke auf fünf großartige Jahre bei Eintracht Frankfurt zurück“, sagte Bobic: „Die in dieser Zeit realisierten Erfolge erfüllen mich mit Stolz. Wir haben viel verändert und viel geschaffen.“ Zweifellos. Bobic war 2016 zur Eintracht gekommen und machte die Hessen mit klugen Entscheidungen zu einem Spitzenteam. Im Februar kündigte er mit einem Alleingang live im TV trotz Vertrags bis 2023 seinen Abschied an und sorgte damit für Unmut bei der SGE.

Nachdem die Vertragsauflösung bei den Hessen nun nach zähen Verhandlungen perfekt ist, heuert er ab Juni wohl bei der Hertha an. Laut übereinstimmenden Medienberichten sollen sich die Vereine nach wochenlangen Verhandlungen auf eine Ablösesumme von 2,5 bis drei Millionen Euro geeinigt haben. Für Hütter gab es aus Gladbach angeblich sogar 7,5 Millionen Euro. Alles Geld, das die Eintracht zur Klärung der offenen Personalfragen sicher noch gut gebrauchen kann. (SID)

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