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Kritischer Blick: Sportvorstand Fredi Bobic arbeitet momentan zahlreiche Personalien ab.

Eintracht Frankfurt

Fredi Bobic räumt weiter auf

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Im vergangenen Winter soll es Differenzen wegen der Neuzugänge gegeben haben. 3,7-Millionen-Mann Fabián bekommt eine neue Chance,

Die Aufräumarbeiten rund ums Team gehen bei der Frankfurter Eintracht unvermindert weiter. Nachdem bereits Konditionstrainer Christian Kolodziej, Reha-Trainer Michael Fabacher und Medienchef Markus Jestaedt ihre Posten verloren haben, soll es nun auch Chefscout Bernd Legien erwischt haben. Dies meldet zumindest der „Kicker“. Legien sei vom neuen Sportvorstand Fredi Bobic freigestellt worden und werde durch Ben Manga ersetzt, der bereits beim VfB Stuttgart mit Bobic zusammengearbeitet hat.

Und auch im Trainerstab gibt es einen weiteren Neuzugang. Athletiktrainer Klaus Luisser wechselt von Liga-Konkurrent Borussia Mönchengladbach zu den Hessen. Das gaben die Fohlen am Donnerstag via Twitter bekannt.

Der 42 Jahre alte in Äquartorialguinea geborene Ben Manga, einst aktiv bei Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf, soll nicht nur Chefscout werden, sondern auch den Titel des „Kaderplaners“ tragen. Manga, der erst im April beim Hamburger SV eine Stelle angetreten hatte, hat seinen Vertrag dort wieder aufgelöst. Legien, der seit Oktober 2014 bei der Eintracht im Amt war und noch Vertrag bis 2017 hatte, werden seinerseits Kontakte zum HSV nachgesagt.

Der 43 Jahre alte Legien, den die Eintracht aus Ingolstadt geholt hatte, soll unter anderem für den Transfer von Torwart Lukas Hradecky vor der Saison aus Bröndby maßgeblich verantwortlich gewesen sein. Im Winter freilich soll es die eine oder andere Differenz mit der sportlichen Leitung gegeben haben. Die damals verpflichteten Spieler sollen nicht ihren Ursprung bei Legien gehabt haben.

So haben die Frankfurter unter anderem für 3,7 Millionen Euro Marco Fabián aus Guadalajara geholt. Das war nach dem Brasilianer Caio der zweitteuerste Transfer in der Geschichte der Eintracht. Fabián ist bislang den Nachweis großer Klasse schuldig geblieben, hat freilich immer mal wieder seine Qualitäten angedeutet, so zuletzt beim zweiten Relegationsspiel in Nürnberg, als er früh den verletzten Marc Stendera ersetzte und eine ordentliche Leistung zeigte. In der Bundesliga ist er aber nur auf elf Einsätze gekommen und ohne Tor geblieben. Fabiáns Vertrag in Frankfurt läuft bis zum Sommer 2019.

In den nächsten Wochen wird der 26 Jahre alte Nationalspieler auf dem Prüfstand stehen. „Wir haben eine ganz lange Vorbereitung, da kann Marco zeigen, was er kann“, sagt Sportvorstand Fred Bobic. Die Eintracht werde den Mittelfeldspieler „nicht ins Schaufenster“ stellen, soll heißen, die Eintracht will Fabián nicht unter allen Umständen verkaufen.

Doch wie bei einigen anderen Spieler gilt: Kommt ein gutes Angebot, wird sich der Verein damit beschäftigen. Zunächst aber will Trainer Niko Kovac ausloten, wie stark Fabián wirklich ist. Das erste halbe Jahr war für den Mexikaner ausgesprochen schwierig. Zu den sportlichen Turbulenzen bei der Eintracht, die spielstarken Profis wie Fabián nicht gerade entgegengekommen sind, musste er ja auch die Umstellungen in der Lebensweise von Mittelamerika nach Europa verkraften.

In Bezug auf Einstellung war ihm nie etwas vorzuwerfen. Ob beim Training oder beim Spiel, an Einsatz hat es nicht gefehlt. Spielerisch und technisch gehört er zweifellos zu den besten Spielern im Aufgebot. Und so sind sie bei der Eintracht noch nicht ganz sicher bei der Einschätzung des Spielers.

Fabián selbst will seine Chance nutzen. Schon am nächsten Dienstag wird er aus seinem Heimaturlaub zurückkehren, knapp eine Woche vor dem offiziellen Trainingsstart am 4. Juli. Ausgeruht und topfit will er dann ins Training einsteigen und unter Beweis stellen, dass er das Zeug hat, sich in Europa durchzusetzen. Da war es durchaus hilfreich, dass er nicht im mexikanischen Aufgebot für die „Copa America“ gehört hatte und sich deshalb gut erholen konnte.

Derweil hat die Eintracht den auslaufenden Vertrag mit Johannes Flum offiziell um ein weiteres Jahr bis zum 30. 6. 2017 verlängert. „Alle haben noch die schrecklichen Bilder von seiner schweren Knieverletzung im November des letzten Jahres im Kopf und wir haben ihm bereits damals unsere volle Unterstützung zugesagt“, sagt Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner zur Weiterverpflichtung des Mittelfeldspielers: „In der Vergangenheit hat er bereits bewiesen, dass er für die Mannschaft wichtig sein kann.“ Der 28-Jährige befand sich nach seiner schweren Verletzung (Bruch der Kniescheibe) in den letzten Monaten in der Reha und im Aufbautraining.

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