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Zufrieden mit der USA-Reise: Eintracht-Vorstand Fredi Bobic

Eintracht Frankfurt

Fredi Bobic zufrieden: "Im Trainingslager war alles dabei, was wir für die Rückrunde benötigen"

Zum ersten Mal nahm der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt in einer Winterpause für ein Trainingslager den Weg über den Atlantik auf sich. Die Mannschaft von Adi Hütter trainierte erst eine Woche lang in Bradenton an der Ostküste Floridas, zum Abschluss zog es sie drei Tage ins Landesinnere nach Orlando. Mit Blick über die weltberühmten Universal Studios zog Fredi Bobic, Verfechter dieser Internationalisierung und Sportvorstand der Eintracht, Bilanz der zehntägigen USA-Reise. Der 47-Jährige sprach über . . .

  ...die vorgefundenen Trainingsbedingungen: Gerade in der IMG-Akademie in Bradenton hat es an jeder Ecke nach Sport gerochen. Die Plätze waren super, das Hotel angenehm, das Wetter gut. Und es war schön, dass wir es diesmal sehr kompakt hatten, es keine großen Reisen gab.

  ...das üppig gestaltete Rahmenprogramm für die Profis – etwa die Besuche der Universal Studios oder einer NBA-Partie: Es macht den Jungs Spaß, auch mal etwas anderes zu sehen. Dann spürt man gar nicht so sehr, wie man im Training gefordert wird. Ich erinnere mich an meine Karriere, als wir in Portugal im Trainingslager waren und um uns herum nichts los war. Irgendwann wollte man die Kollegen nicht mehr sehen. Diese Gefühl gab es in den USA nicht.

Reise in die USA hat für Eintracht Frankfurt einen großen Werbeeffekt

  ...den Werbeeffekt der Reise: Natürlich sind Aufmerksamkeit und Reichweiten wichtig für den Verein. Vor allem im südamerikanischen Raum wurden wir sehr stark wahrgenommen durch unsere beiden Gegner aus Brasilien. Man merkt, dass Interesse an Eintracht Frankfurt da ist.

  ...einen möglichen Jetlag nach der Rückkehr, der die Vorbereitung auf das Spiel gegen Freiburg beeinflussen könnte: Der Zeitunterschied ist kein Problem, das werden die Jungs schnell verkraften. Alle werden sehr schnell wieder im Tagesgeschäft drin sein.

  ...die Überlegung, nächsten Winter wieder in die USA zu fliegen: Die Erfahrungen sind positiv, es ist also eine Option. Aber natürlich muss das dann in den Terminkalender passen. Denn das Wichtigste ist, dass die sportlichen Aspekte stimmen.

Spieler von Eintracht Frankfurt fordern sich gegenseitig heraus

  ...die gewählten Schwerpunkte im Training : Die traditionelle Wintervorbereitung gibt es nicht mehr. Es ging also nicht darum, Kondition zu bolzen, sondern um Schnelligkeitsausdauer, sehr viel Prävention, um aggressive, kurze Trainingseinheiten. Davon war alles dabei, was wir für den Rest der Saison benötigen.

  ...den Mix aus Konzentration und Spaß, den die Mannschaft in den USA vermittelt hat: Die Spieler fordern sich gegenseitig heraus, sie schaukeln sich hoch. Das gefällt uns. Es herrscht ein gutes Miteinander. Aber es ist nicht so, dass man sich nur streichelt, sondern man verlangt sich gegenseitig alles ab. Der Konkurrenzkampf ist hoch, jeder möchte in der Rückrunde ein wichtiger Teil der Mannschaft sein.

Auch interessant: Schießt Luka Jovic die Eintracht in die Königsklasse?

  ...das Angriffstrio Ante Rebic, Luka Jovic und Sébastien Haller: Ich hoffe, dass sie sich alle noch weiterentwickeln. Es wäre ja schlimm, wenn sie in ihren jungen Jahren schon am Ende angekommen sind. Sie haben noch Potenzial. Wichtig ist aber auch: Man kann vorne nur wirbeln, wenn hinten die Security funktioniert.

  ...eine mögliche Neuverpflichtung bis zum 31. Januar: Man kann nicht von großen Veränderungen ausgehen. Aber klar ist auch, dass im Januar immer das eine oder andere geschehen kann. Es muss ja nur etwas passieren, eine Verletzung zum Beispiel, dann ist man vielleicht sogar zum Handeln gezwungen. Überlegungen gibt es immer, auch als Vorgriff für den Sommer, vielleicht einen jungen Spieler dazu zu holen.

Wechselt Marc Stendera noch im Winter zum 1. FC Köln?

  ...einen möglichen Winterwechsel von Marc Stendera, an dem der 1. FC Köln interessiert sein soll: Marc gibt alles, verhält sich korrekt. Aber natürlich hat er Konkurrenz auf seiner Position. Deswegen ist vielleicht eine Chance da, dass er gehen kann. Bis jetzt haben wir aus Köln aber nichts gehört. Und der Armin (Armin Veh; Anmerkung der Redaktion) hat ja meine und auch Bruno Hübners Telefonnummer. Am Ende muss aber der Spieler selbst entscheiden, was er will.

  ...die von der Uefa verhängte Bewährungsstrafe in der Europa League nach den Fan-Vorfällen in Rom: Zwei Jahre Bewährung sind hart, das ist eine lange Zeit für Leute, die gerne etwas in die Hand nehmen. Wir sind aber mit einem dunkelblauen Auge davongekommen. Ich hoffe, dass künftig die Lust am gemeinsamen Reisen zu Eintracht-Spielen überwiegen wird.

  ...das Meisterschaftsrennen in der Bundesliga: Ich glaube, dass die Bayern noch ein Wörtchen mitreden können. 17 Spiele sind für Borussia Dortmund noch eine verdammt lange Reise. Deswegen gefällt mir, wie deren Trainer Lucien Favre alles spitzbübisch weglächelt. Ein Faktor kann sein, wer in der Champions League weiterkommt und dadurch eine höhere Belastung hat. Ich glaube, dass die Fans sich auf einen spannenden Kampf freuen können.

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