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Eintracht Frankfurt

Gegner-Check: Junge Hertha sucht noch die Konstanz

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Am kommenden Spieltag tritt die Frankfurter Eintracht in der Bundesliga bei Hertha BSC an. Wir haben die Berliner einmal etwas genauer unter die Lupe genommen.

Erleichterung war bei Hertha-Trainer Pal Dardai auf der Pressekonferenz nach dem Spiel bei Hannover 96 zu spüren. Nach drei sieglosen Spielen, darunter zwei heftige Klatschen (1:4 in Düsseldorf und 0:3 gegen Leipzig), gelang seiner Mannschaft endlich wieder ein Erfolg. Dass der Gegner aus Hannover eine alles andere als starke Leistung gezeigt hatte, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Was zählt sind die drei Punkte.

Die Hertha startete furios in die aktuelle Saison. In den ersten neun Bundesligaspielen gab es nur eine einzige Niederlage (1:3 in Bremen). Der FC Bayern wurde 2:0 geschlagen, Borussia Mönchengladbach 4:2 und die Fans und Experten trauten ihren Augen kaum. Zwischenzeitlich rangierte die Hertha auf Platz drei in der Tabelle und die Anhänger träumten schon vom ganz großen Wurf in dieser Spielzeit. Die drei sieglosen Partien in Folge holten alle Beteiligten aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Dass es für die Hertha aber nun nach unten in der Tabelle geht ist nicht zu erwarten, dafür ist das Team qualitativ zu gut besetzt.

Neuzugänge von namhaften Vereinen

Im Sommer verstärkte Michael Preetz die Mannschaft mit sehr talentierten Spielern, die teilweise trotz ihres jungen Alters schon reichlich Erfahrung sammeln konnten. Die jungen Wilden sind Grujic (FC Liverpool), Dilrosun (Manchester City) und Luckassen (PSV Eindhoven), die bei ihren alten Teams nicht zum Zug kamen und deshalb den Wechsel nach Berlin gewählt haben. Für die Kaderbreite kamen zudem Klünter (1. FC Köln) und Köpke (Erzgebirge Aue), die in der laufenden Spielzeit aber eher eine Nebenrolle spielen. Verlassen haben die Hertha lediglich Mitchell Weiser, den es für einen zweistelligen Millionenbetrag nach Leverkusen zog und Julian Schieber, der mangels Perspektive in Berlin einem Wechsel zum FC Augsburg zustimmte.

Pal Dardai hat ein junges und spielstarkes Team, das sich noch weiterentwickeln und verbessern wird. Gerade in der Defensive heißt es "Jugend forscht". Marvin Plattenhardt ist mit 26 der älteste eingesetzte Abwehrspieler der Hertha. Die Stamm-Innenverteidigung bilden Stark (23 Jahre) und Rekik (24 Jahre), die aber beide gegen die Eintracht verletzungsbedingt ausfallen werden. Vertreter sind mit Torunarigha (21 Jahre) ein weiterer Jungspund und Lustenberger (30 Jahre) ein erfahrener Mann, der aber eigentlich eher im defensiven Mittelfeld beheimatet ist. Dardais Defensive ist hochveranlagt, aber junge Spieler machen noch einige individuelle Fehler, weil ihnen schlichtweg an Erfahrung fehlt. Das wird die Aufgabe für das überragende Frankfurter Offensiv-Trio Rebic/Haller/Jovic sein, diese Fehler auszunutzen.

Heimstarke Hertha

In der eigenen Abwehr muss die SGE aber höllisch aufpassen, denn die Hertha verfügt über sehr erfahrene Angreifer. Torjäger Vedad Ibisevic wirbelt auch mit 34 Jahren noch so manche Defensive in der Bundesliga durcheinander und Solomon Kalou steht ihm in nichts nach. Zudem spielt mit Ondrej Duda der aktuell torgefährlichste Mittelfeldspieler bei Hertha BSC. Gerade im heimischen Olympiastadion kommen die Angreifer der Berliner ins Rollen und stellen auch starke Abwehrreihen in der Bundesliga vor arge Probleme - Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 haben alle mindestens zwei Gegentore in Berlin bekommen.

Die große Schwäche der Hertha ist neben der Unerfahrenheit auch die Inkonstanz. Noch schafft es die junge Berliner Truppe nicht ihre ansprechenden Leistungen über viele Wochen oder gar eine ganze Halbserie abzurufen. Zudem ist auch die Cleverness und Abgezocktheit noch nicht vorhanden, um auch bei schwächeren Leistungen die Punkte zu holen. Gegen Düsseldorf und Leipzig ließen sich die Berliner nach einem Rückstand hängen und wurden in der zweiten Halbzeit regelrecht abgeschossen.

Für die Eintracht wird es ein schwieriges Spiel gegen eine zwar ersatzgeschwächte Hertha, die aber gerade im heimischen Olympiastadion zu überzeugen weiß und für jede Mannschaft in der Bundesliga ein unangenehmer Gegner ist.

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