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Maximilian Arnold.

Eintracht Frankfurt

Gegner-Check: VfL Wolfsburg - die Wundertüte aus dem Norden

Am Sonntag hat die Frankfurter Eintracht in der Bundesliga den VfL Wolfsburg zu Gast. Wir haben den Gegner einmal etwas genauer unter die Lupe genommen.

Nach dem Highlight in der Europa League gegen Marseille geht es am Sonntag im Liga-Alltag weiter. Gegner wird der VfL Wolfsburg sein, der bisher eine durchschnittliche und wenig spektakuläre Saison spielt - was nach den turbulenten letzten Jahren aber definitiv als Erfolg zu sehen ist. Bruno Labbadia hat aus dem Abstiegskandidaten eine "Graue Maus" gemacht, die sich im Niemandsland der Tabelle befindet.

Nach dem glücklichen Klassenerhalt, der erst in der Relegation gegen Holstein Kiel geschafft wurde, hat sich bei den Wölfen einiges verändert. Neuer Geschäftsführer Sport ist Jörg Schmadtke, vormals 1. FC Köln, der die Mannschaft in Absprache mit dem Trainer umbaute.

Verlassen haben die Niedersachen Divock Origi (nach Leih-Ende zurück zum FC Liverpool), Max Grün (vereinslos), Daniel Didavi (VfB Stuttgart), Landry Dimata (RSC Anderlecht), Victor Oshimen (RSC Charleroi), Riechedly Bazoer (FC Porto) und Kaylen Hinds, der fristlos entlassen wurde, nachdem er wochenlang nicht zum Training erschien und teils mysteriöse Ausreden hatte, weshalb es ihm nicht möglich war von England nach Deutschland zu reisen.

Neu nach Wolfsburg kamen Jerome Rousillon (Montpellier HSC), Daniel Ginczek (VfB Stuttgart), Felix Klaus (Hannover 96) und Wout Weghörst (AZ Alkmaar). Die Jahre in denen teure Stars nach Niedersachsen geholt wurden sind endgültig vorbei. Der VfL hat sich punktuell verstärkt und nach Bedarf gekauft. Vor allem der schwächelnde Sturm der Vorsaison hat mit dem Duo Weghörst/Ginczek an Qualität gewonnen.

Konstant inkonstant

Trotz allem ist Wolfsburg eine Wundertüte in der laufenden Spielzeit. Überzeugenden Siegen in Leverkusen (3:1) und gegen Leipzig (1:0) stehen ganz schwache Auftritte gegen Freiburg (1:3) und in Bremen (0:2) gegenüber. Bruno Labbadia steht für ehrliche Arbeit und versucht das auch seinem Team zu vermitteln. Der Einsatz und die Leidenschaft der Wölfe stimmt meistens, aber nicht immer kann das die mangelnde spielerische Qualität ausgleichen.

Die Eintracht wird aufgrund der gezeigten Leistungen in den letzten Woche als klarer Favorit ins spiel gehen. Aber Vorsicht: Der VfL ist ein richtiger Angstgegner der Eintracht. Nur gegen Blau Weiß 90 Berlin und gegen den FC Bayern München hat die SGE eine noch schlechtere Bundesliga-Bilanz als gegen Wolfsburg. Drei der letzten vier Begegnungen gegen die Eintracht konnten die Wölfe für sich entscheiden, dabei blieben sie in Frankfurt beide Male ohne Gegentor.

Nach den Sturmlauf der vergangenen Spiele und der momentanen Form der "Büffelherde" Ante Rebic, Sebastien Haller und Luka Jovic ist es aber schwer vorstellbar, dass die Eintracht im dritten Heimspiel in Folge ohne eigenen Torerfolg bleibt gegen Wolfsburg.

Wolfsburg wird der SGE das Spiel überlassen

Die Wölfe werden wahrscheinlich sehr defensiv agieren und versuchen die SGE vom eigenen Tor fernzuhalten, um durch Konter über die schnellen Mehmedi und Brekalo zu eigenen Chancen zu kommen. Unklar ist noch, ob Kapitän und Führungsspieler Maximilian Arnold auflaufen wird, da er unter der Woche angeschlagen beim Training fehlte und für Sonntag fraglich ist. Für ihn könnte der lange verletzte Guilavogui sein Comeback feiern.

Probleme dürften die Gäste dann bekommen, wenn die SGE schnell kombiniert, denn gerade die Innenverteidigung mit den baumlangen Brooks und Knoche ist teilweise recht unbeweglich und dürfte mit den schnellen und wendigen Stürmern der SGE enorme Schwierigkeiten haben. Sehr viel spricht für einen klaren Heimsieg, aber unterschätzen darf die Eintracht den VfL Wolfsburg definitiv nicht, sonst könnte die Sieges-Serie ein jähes Ende haben. (smr)

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