Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl kann zufrieden sein.
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Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl kann zufrieden sein.

RB Leipzig vs. Eintracht

Hasenhüttl: ?Werden gegen Frankfurt in Top-Verfassung auflaufen?

  • VonLukasz Galkowski
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„Wir sind keine Bayern-Jäger. Das einzige, was wir jagen, ist der Ball“, sagte RB-Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem 1:0-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg am 7. Bundesliga-Spieltag, obwohl sich zu diesem Zeitpunkt immer deutlicher abzeichnete, dass sich der Neuling zu einem ernstzunehmenden Rivalen für die in den vergangenen Jahren konkurrenzlosen „Super-Bayern“ entwickeln würde. Vor dem Spitzentreffen der beiden Teams am letzten Spieltag des Jahres 2016 waren die Leipziger und der FCB in der Tabelle sogar punktgleich. Nach der 0:3-Niederlage in diesem Spiel belegt der Emporkömmling weiterhin den zweiten Platz – und bleibt damit unabhängig der eigenen Einschätzung auf dem Papier der Bayern-Jäger Nummer eins.

Die Bundesliga-Konkurrenz rechnet auch nach der Winterpause nicht mit einem Absturz von RB Leipzig. Nach Einschätzung der Rivalen kann der Aufsteiger bereits mit einem internationalen Startplatz planen. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur traut Hertha-BSC-Trainer Pal Dardai den Leipzigern gar als einzigem Bayern-Verfolger zu, unter Umständen die Münchner sogar auf dem Weg zum erneuten Titel noch zu stoppen: „Wenn das in diesem Jahr überhaupt ein Verein schaffen kann, dann ist das Leipzig. Vielleicht.“

Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic geht auch davon aus, dass RB im ersten Drittel landen wird und eine gute Chance hat, in Europa zu spielen. „Die Rückrunde wird aber schwerer, weil die Vereine nun wissen, was sie gegen Leipzig erwartet und sie dagegen auch entsprechende Mittel einsetzen werden“, prophezeite Bobic.

In der Vorbereitung hinterließ der RB Leipzig abgesehen von der der 1:5-Klatsche gegen Ajax Amsterdam eine guten Eindruck. Mit einem klaren 4:0-Sieg gegen den schottischen Fußball-Rekordmeister Glasgow Rangers am vergangenen Sonntag hat sich die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl auf den zweiten Bundesliga-Saisonabschnitt eingestimmt.

„Wir haben uns von Testspiel zu Testspiel gesteigert, sind immer frischer geworden und haben zum Abschluss ein gute Generalprobe gegen Glasgow abgeliefert“, sagte Hasenhüttl in einem auf der Vereinsseite publizierten Interview. „Es war eine kurze und stimmige Vorbereitung, mit Ausnahme der Partie gegen Ajax, in der wir uns nicht gut präsentiert haben. Aber wir haben die Inhalte, die wir uns vorgenommen haben, umgesetzt und deswegen bin ich überzeugt, dass wir in einer Top-Verfassung gegen Frankfurt auflaufen werden.“

Obwohl es das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams in der Geschichte sein wird, weiß Hasenhüttl bereits, wie man gegen die Eintracht gewinnt. Als Ingolstadt-Coach blieb der 49-Jährige in der vergangenen Saison ungeschlagen: Sein Team schlug die SGE zuhause mit 2:0 und holte auswärts immerhin ein 1:1-Unentschieden.

Gegen die Rangers feierte der 18-jährige Dayot Upamecano sein Debüt im Leipzig-Trikot. Der Verein verpflichtete den französischen Jugendnationalspieler für zehn Millionen Euro von RB Salzburg. Nur Yunus Malli (12,5 Millionen) und Riechedly Bazoer (12 Millionen), die sich dem VfL Wolfsburg anschlossen – haben mehr gekostet. Upamecano gilt als eines der größten Abwehrtalente in Europa. Im Gegenzug haben Vitaly Janelt (VfL Bochum/verliehen bis 2018), Omar Damari (Maccabi Haifa/verliehen bis 2018) und  Kyriakos Papadopoulos (Hamburger SV/war von Bayer Leverkusen ausgeliehen) den Verein verlassen.

Aus dem heutigen Kader der Leipziger traf Timo Werner bereits gegen die Eintracht. Der Treffer für den VfB Stuttgart beim 1:1 am 22. September 2013 war für den damals 17-Jährigen gleichzeitig sein erstes Bundesligator. In dieser Saison machte der Stürmer bislang mit neun Treffern auf sich aufmerksam und gehört damit hinter Pierre-Emerick Aubameyang (16 Tore), Anthony Modeste (13), Robert Lewandowski (12) und neben Sandro Wagner (9) zu den besten Torschützen der Bundesliga-Hinrunde. Allerdings sorgte Werner mit seiner vieldiskutierten Schwalbe beim 2:1-Heimsieg seiner Mannschaft über den FC Schalke auch schon für negative Schlagzeilen. Er war zu Beginn der Partie in der Red-Bull-Arena am 13. Spieltag zu Fall gekommen. Eine Berührung durch Schalkes Torwart Ralf Fährmann hatte es aber nicht gegeben. Den Elfmeter hatte Werner selbst zur 1:0-Führung verwandelt.

Das hat dem von vielen Fußball-Fans verhassten Verein keine Sympathiepunkte  eingebracht. Dennoch konnte der Aufsteiger seinen Wert in einer Studie des Forschungs- und Beratungsunternehmens Nielsen Sports seit einer Umfrage im August vergangenen Jahres etwa auf 3,9 Prozent verdoppeln - so viele Befragte nannten den erst im Mai 2009 gegründeten Club als ihren Lieblinsgverein. Im Osten Deutschlands kommt RB Leipzig bereits auf 15 Prozent. Nur die Bayern und Dortmund haben in diesen Bundesländern höhere Werte (jeweils 19) erzielt. 63 Prozent der Befragten würden RB Leipzig auch als Bereicherung für die Liga ansehen – vor Saisonbeginn seien es 46 Prozent gewesen, sagte Nielsen Sports Geschäftsführer Jan Lehman in einer am Sonntag veröffentlichten Mitteilung.

(lg/dpa)

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