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Kopf hoch: Luka Jovic (rechts) will sich mit der Eintracht behaupten, Kevin Vogt wird Hoffenheim am Samstag verletzt fehlen.

SGE

Eintracht Frankfurt gegen Hoffenheim: Die heiße Phase beginnt

Die Begegnung mit Hoffenheim ist für die Eintracht von besonderer Bedeutung: Bei einem Sieg hätte sie ein respektables Polster.

Frankfurt - Es gibt in der Fußball-Bundesliga nicht so viele Mannschaften, gegen die Eintracht Frankfurt bei Spielen vor heimischem Publikum so eine schlechte Bilanz vorzuweisen hat wie gegen die TSG Hoffenheim. Neunmal trafen beide Teams im Stadtwald bislang aufeinander, lediglich zweimal konnten die Hausherren den Platz als Sieger verlassen, zuletzt am 9. Mai 2015, 3:1. Viermal gewannen die Kraichgauer. Sehr viel leichter mit den Siegen tun sich die Hessen in Sinsheim, im Hinspiel gewannen die Frankfurter 2:1, Ante Rebic und Luka Jovic erzielten die Tore. Und die Eintracht brachte den Erfolg sogar in Unterzahl nach Hause, Rebic hatte Mitte der zweiten Halbzeit die Gelb-Rote Karte gesehen.

Der Sieg seinerzeit in Hoffenheim war der zweite in der beeindruckenden Serie von deren zehn in elf Pflichtspielen. Diese Serie war der Grundstock für einen bisher so zufriedenstellenden Saisonverlauf. Und schon wieder basteln die Frankfurter an einer Serie, in acht Pflichtspielen in diesem Kalenderjahr ist die Eintracht noch ungeschlagen, wenn auch ein paar Unentschieden zu viel darunter waren für den Geschmack von Trainer Adi Hütter. Aber die Gegner hatten auch ordentliches Format.

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So wie die TSG Hoffenheim. Die Kraichgauer liegen zwar aktuell auf dem achten Platz, haben aber lediglich drei Punkte Abstand auf Eintracht Frankfurt auf Platz sechs. Es ist ein Spiel von besonderer Bedeutung: Die Eintracht hätte am Samstag (15.30 Uhr) die prima Gelegenheit, einen unmittelbaren Konkurrenten um einen Platz in der Europa League klar zu distanzieren. Bei einem Sieg hätte sie sechs Punkte Vorsprung auf Hoffenheim, die ebenfalls mit Verve einen internationalen Rang anstreben – bei dann noch zehn ausstehenden Begegnungen ein respektables Polster.

Eintracht Frankfurt: Fast alle an Bord

Als Minimalziel dürfte gelten, dieses Heimspiel nicht zu verlieren, mit einem Remis könnten die Frankfurter sicher auch deswegen gut leben, weil danach in der Liga fünf Aufgaben warten, die allesamt lösbar erscheinen – Düsseldorf (A), Nürnberg (H), Stuttgart (H), Schalke (A) und Augsburg (H). Kein Zweifel: Eintracht Frankfurt biegt in die heiße Phase der Saison ein. Da trifft es sich, dass Adi Hütter zumindest eines nicht hat: Verletzungssorgen. Bis auf Timothy Chandler sind alle Mann an Bord. Das gibt ihm personell gehörigen Spielraum. Den braucht er auch, denn die Hessen stehen vor zwei ereignisreichen englischen Wochen, schon am kommenden Donnerstag kommt Inter Mailand zum Achtelfinalhinspiel in den Stadtwald.

Die Rückkehr der Rekonvaleszenten (Gelson Fernandes, Lucas Torro, David Abraham) sowie die Winterzugänge (Sebastian Rode, Martin Hinteregger, Almamy Touré, Tuta) eröffnen Hütter völlig neue Möglichkeiten. Plötzlich kann er guten Gewissens und ohne das Team zu schwächen einzelnen Spielern eine Ruhepause gönnen.

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Gerade in der Problemzone defensives Mittelfeld hat sich die Lage entspannt. In Fernandes und Torro, der wieder dichter an der Mannschaft dran ist, Rode und Makoto Hasebe stehen vier Qualitätsspieler für die Position des Sechsers zur Verfügung. Hütter kann etwa Hasebe bedenkenlos aus der Dreierkette nach vorne schieben, weil Martin Hinteregger ebenfalls einen sehr passablen Libero geben kann. In den Spielen gegen Donezk und Hannover hat das wunderbar geklappt. Für den offensiven Part hat der Coach ohnehin in Jonathan de Guzman, Mijat Gacinovic und Jetro Willems ausreichend Alternativen.

Eintracht Frankfurt: Fluch der guten Tat

Mittlerweile hat der Coach auch bei der Besetzung der Dreierkette freie Auswahl. Hinteregger, Hasebe, Abraham, Senkrechtstarter Evan Ndicka und Touré können – ohne großen Qualitätsverlust – eingesetzt werden. Diese neue Vielfalt im Kader ist gerade angesichts der Strapazen der nächsten Wochen – Stichwort: Montagsspiel in Düsseldorf, Donnerstag in Mailand – womöglich entscheidend. Hütter kann wechseln, rotieren, die Belastung richtig dosieren.

Der Konkurrenzkampf dürfte deutlich größer werden als noch vor ein paar Wochen. Und womöglich auch die Unzufriedenheit der Nichtberücksichtigten wachsen: Dass Stammkraft Sebastien Haller auf seine Auswechselung am letzten Sonntag in Hannover ein paar Minuten vor Schluss erstaunlich sauer reagierte, hat Hütter sehr wohl registriert. Das ist der Fluch der guten Tat.

von Thomas Kilchenstein

Info: Hoffenheim fehlt ein halbes Dutzend

Die TSG Hoffenheim muss im Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr) wohl auf Verteidiger Ermin Bicakcic verzichten. „Wenn er am Freitag nicht trainieren kann, wird er nicht mitfahren“, sagte Trainer Julian Nagelsmann gestern. Bicakcic kann seit Mittwoch wegen einer Wadenverletzung nicht trainieren. Außerdem muss Nagelsmann weiter auf Kapitän Kevin Vogt, Dennis Geiger und Benjamin Hübner sowie Florian Grillitsch verzichten. Zudem fehlt Pavel Kaderabek wegen einer Gelbsperre. Trotzdem ändere sich für ihn nichts an der Zielsetzung. „Die ist relativ alternativlos – selbst, wenn wir mit vier Mann antreten würden, würden wir gewinnen wollen“, sagte Nagelsmann. sid

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