Helene Fischer kam nicht an.
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Helene Fischer kam nicht an.

Eintracht vs. Dortmund

Helene Fischer beim DFB-Pokalfinale rüde ausgepfiffen

Der mit viel Tamtam angekündigte Auftritt von Helene Fischer beim Pokalfinale geriet zur großen Peinlichkeit.

Beim Pokalfinale wurde gezündelt, auf Plakaten der „Krieg“ erklärt – doch nichts machte die große Kluft zwischen Teilen der Fans und dem DFB deutlicher als Helene Fischer. Der von einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert begleitete Halbzeit-Auftritt des Schlagerstars war ein PR-Eigentor für den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

„Helene Fischer hat beim Pokalfinale nichts zu suchen“, sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic mit säuerlicher Miene, „weil wir Fußball spielen, und die wahren Fans des Fußballs haben in der Halbzeitpause keine Lust auf Hollywood“. Das zeigten vor allem die Eintracht-Fans mit lautstarken Pfiffen, auch wenn das Ausmaß der Unmutsbekundungen am Fernseher nicht so deutlich zu vernehmen war wie im Olympiastadion. Fischer schickte am Ende ihres Auftritts ein trotziges „Dankeschön Berlin“ ins Publikum, und etwas später erklärte sie die Pfiffe mit einer Freibier-Wette aus der Frankfurter Kneipen-Szene. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Ihr Auftritt war für viele Anhänger ein Symbol für die ausufernde Kommerzialisierung im Profifußball, auf Twitter machte der Begriff „Helene-Fischerisierung“ die Runde. Und in Frankfurt bekam besonders schlecht an, dass im Internet ein Foto von ihr im BVB-Trikot aufgetaucht war. Viele Fans kritisierten den DFB, aus dem Pokalendspiel nach amerikanischem Vorbild einen deutschen Superbowl machen zu wollen. „Heute hätte auch Whitney Houston auftreten können, die wäre auch ausgepfiffen worden“, sagte Ex-Profi Ansgar Brinkmann im Sportschau-Club der ARD.

Der DFB teilte am Sonntag mit, die Abläufe analysieren und danach entscheiden zu wollen, „was wir beibehalten oder verändern“. Dass es auch anders geht, bewies vor dem Anpfiff der stimmungsvolle Auftritt der Metal-Band „Tankard“ mit der Eintracht-Hymne „Schwarz-weiß wie Schnee“, die nicht nur die Frankfurter begeisterte.

(sid,kv)

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