Da greift man sich an den Kopf: Ante Rebic wird der Eintracht erst einmal fehlen.
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Da greift man sich an den Kopf: Ante Rebic wird der Eintracht erst einmal fehlen.

Eintracht Frankfurt

Hiobsbotschaft zum Start

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Die Vorfreude auf den Bundesligastart gegen Schalke heute ist bei Trainer Kovac und seiner Eintracht trotz einiger Fragezeichen groß. Auch wenn es vorneweg eine Hiobsbotschaft gibt.

Die schlechte Nachricht des Tages verkündete Niko Kovac eher nebenbei. „Bei Ante Rebic hat sich bestätigt, dass er das Gleiche hat wie Mijat Gacinovic vor einigen Monaten“, erklärte der Trainer der Frankfurter Eintracht beim Durchgehen der ansonsten fast leeren Ausfallliste und schob die Diagnose noch einmal nach: „Pfeiffer’sches Drüsenfieber“. Den mit Spannung erwarteten Start der runderneuerten Eintracht in die neue Saison der Fußball-Bundesliga gegen Schalke 04 an diesem Samstag (15.30 Uhr) wird der neue Flügelstürmer so mit Sicherheit verpassen. Und vermutlich noch eine ganze Menge mehr.

Für Kovac und Co. ist das eine Hiobsbotschaft noch vor dem ersten Anpfiff. Trotzdem gibt sich der Coach zuversichtlich. „Ich freue mich aufs Spiel“, sagt er. „Und ich denke, wir haben gute Chancen, positiv in die Saison zu starten.“ Was für ihn in erster Linie ein Sieg wäre, möglicherweise aber auch schon ein Remis gegen einen zu erwartenden starken Gegner. Wirklich einschätzen kann selbst der Trainer noch nicht, wie seine Mannschaft sich schlagen wird. Ohnehin steht vor jeder Saison eine Reise ins Ungewisse an. Und in Frankfurt hat die Rechnung diesmal noch ein paar Unbekannte mehr. Vieles ist neu bei dem Fast-Absteiger. Nicht nur die schwarz-weißen Trikots, nicht nur neue Farben im Stadion, ebenfalls mehr schwarz und weiß statt rot. Spannend wird für die rund 48 000 Zuschauer (lesen Sie dazu auch unsere Info-Box) vor allem sein, wie sich die neuen Spieler schlagen.

Gleich fünf könnten in der Startelf stehen – Guillermo Varela, Michael Hector, Omar Mascarell, Danny Blum und Branimir Hrgota. Wie stabil diese neue Eintracht wohl schon ist? Im Hexenkessel von Magdeburg schrammte sie nur knapp an einer Blamage vorbei. Kovac will das aber nicht überbewerten. „Das ist abgearbeitet. Pokal ist das eine, auswärts bei einem Drittligisten, zu Hause in der Bundesliga ist das aber etwas anderes.“ Der Trainer baut auf den Zusammenhalt, in der Mannschaft und mit den Fans: „Die Spieler werden mit der tollen Unterstützung ganz anders in das Spiel gehen als vor einer Woche“, glaubt er. Mit Schalke ist auch für einen attraktiven Gast gesorgt. „Bei ihnen ist wie bei uns viel passiert, wenn auch auf finanziell anderem Niveau“, sagt Kovac. „Sie haben einen neuen Trainer, einen neuen Sportvorstand – das heißt aber auch, dass dort die Erwartungshaltung sehr hoch sein wird. Vielleicht ist das für uns eine Chance.“

Ein guter Start wäre in jedem Fall wichtig für den Frankfurter Neuaufbau – zumal danach gleich wieder eine Länderspielpause ansteht. Überbewerten würde Kovac aber auch eine Niederlage gegen Schalke nicht. „Man braucht schon fünf, sechs Spieltage, um zu wissen, wohin die Reise geht“, meint er. „Wie die Saison ausgeht, weiß ich selbst nicht. Aber ich hoffe, dass sie besser verläuft als die letzte. Wir werden nicht absteigen“, sagt der Trainer. „Es muss besser werden.“ Sein Ziel? „Eine ruhige, stabile Saison zu spielen.“ Dafür will er möglichst viele Heimspiele gewinnen. Am besten schon gegen Schalke. „Wir müssen von Beginn an Gas geben, damit wir nicht gleich wieder ins Hintertreffen geraten“, fordert Kovac. „Wir wollen das Feld nicht wieder von hinten aufrollen müssen.“

Rebic wird dabei vorerst kaum helfen können. Es ist eine tückische Krankheit mit ganz unterschiedlichem Heilungsverlauf. Gacinovic war im Frühjahr nach einigen Wochen schon wieder auf den Beinen. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass für den kroatischen Nationalspieler sogar die Hinrunde schon gelaufen sein könnte. Bitter für Rebic, bitter für die Eintracht: Vor allem seit dem Abgang von Stefan Aigner hätte er gewiss gute Chancen auf einen Stammplatz gehabt. Nach seinem Ausfall werden die Frankfurter wohl noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen. „Wir haben schon ein Auge auf diese Position geworfen“, bestätigt Kovac. „Wir sind ein Bundesliga-Club, der muss in diesem Bereich seine Hausaufgaben machen.“

Bis zum 31. August ist Zeit dafür. Und so wird die große Erneuerung auch mit dem ersten Bundesligaspiel nicht abgeschlossen sein. Für Kovac ist das aber ohnehin ein stetiger Prozess. „Wir werden auch mal hinfallen“, weiß er. „Aber wir werden auch wieder aufstehen.“

Die mögliche Aufstellung: Hradecky – Varela, Hector, Abraham, Oczipka – Hasebe, Mascarell – Blum, Meier, Gacinovic – Hrgota.

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