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Bruno Hübners Handy dürfte in den letzten Tagen kaum still stehen.

Eintracht Frankfurt

Hübner bastelt am Team

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Beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt sind viele Fragen offen, aber der Trainer heißt weiter Thomas Schaaf.

Am Montag hatte Heribert Bruchhagen im Hessischen Fernsehen eine klare Festlegung in der bei der Frankfurter Eintracht zumindest öffentlich umstrittenen Trainerfrage vermieden. „Wenn man wöchentlich Statements für den Trainer abgibt, macht man sich unglaubwürdig“, sagte der Vorstandsvorsitzende, „das habe ich noch nie gemacht und werde es auch nicht machen.“ Für ihn sei es überhaupt keine Frage, ob Schaaf bleibt. Am Tag darauf wurde Bruchhagen noch deutlicher. „Thomas Schaaf bleibt Trainer in der kommenden Saison – auf jeden Fall“, sagte er gegenüber dem TV-Sender „Sky“.

Die Trainerfrage scheint damit geklärt, bevor in der kommenden Woche nach dem Ende der Saison die sportliche Analyse folgen wird. Mit Marco Russ hat sich auch ein Spieler noch einmal deutlich zu Schaaf bekannt. „Wir sind zufrieden mit dem Trainer“, sagte Russ, der als rechte Hand von Schaaf auf dem Platz gilt, „schon viele Spieler haben ausgesprochen, dass sie kein Problem mit ihm haben.“ Wenn Kritik von „kleineren Spielern“ komme, sei dies nicht so wichtig.

Manager Bruno Hübner verwies auf Nachfrage auf die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden. „Ich sage dazu nichts“, lautete sein Kommentar. Thomas Schaaf, dessen Vertrag bis zum Sommer 2016 läuft, wird also auch in der nächsten Spielzeit Trainer der Eintracht sein.

Dagegen deutet einiges darauf hin, dass es innerhalb des Kaders größere Veränderungen geben wird. Vier, fünf oder gar sechs neue Spieler müssen kommen, das wird von allen Verantwortlichen so gesehen. Allerdings dementierte der Manager, dass die Eintracht die drei langfristig ausfallenden Spieler Alexander Meier, Sonny Kittel und Bamba Anderson kurzfristig durch drei neue Spieler ersetzen werde. „Da sind kreative Lösungen gefragt“, sagte er, „wir haben da einiges im Kopf.“ Die Eintracht wird zunächst einmal „auf Zeit“ spielen. Und steht dabei wie im letzten Jahr erneut vor einer komplizierten Vorbereitungsphase. Im ersten Trainingslager werden wieder viele Spieler wegen Länderspielabstellungen fehlen (wir berichteten), der exakte Kader wird erst ziemlich spät zusammengestellt werden können. „Es ist eine komplexe Situation mit viel Bewegung“, sagt der Manager, „im zweiten Trainingslager vom 18. bis 26. Juli wissen wir mehr und können auch dann noch reagieren.“

Zunächst wird Hübner die offenen Fragen im eigenen Kader beantworten. Die gute Nachricht für alle Eintracht-Anhänger vorweg: Haris Seferovic wird bleiben. Der Vertrag des Schweizer Nationalspielers läuft bis 2017, eine Ausstiegsklausel gibt es in diesem Jahr nicht. „Haris bleibt“, sagt Hübner deutlich. Seferovic selbst hatte die Gerüchte um einen Wechsel nach Mönchengladbach angeheizt. „Davon weiß ich nichts, aber Gladbach ist ein interessanter Verein“, hatte er in einem Interview mit der Berner Zeitung gesagt, „aber es wäre ein schlauer Transfer, zumal ja Max Kruse nach Wolfsburg geht.“ Bleiben wird auch Takashi Inui. Dessen Vertrag läuft zwar aus, doch die Eintracht wird eine Option ziehen. „Das ist sehr wahrscheinlich“, sagt Hübner.

Mit Alexander Madlung wird es in der nächsten Woche ein Gespräch geben. Der Vertrag des bald 33 Jahre alten Abwehrspielers läuft aus und sollte eigentlich nicht verlängert werden. Durch die Verletzung von Anderson könnte sich nun für Madlung doch noch ein „Hintertürchen“ öffnen, zumindest für ein halbes Jahr. „Wir haben ihm Anfang des Jahres mitgeteilt, dass wir die Zukunft ohne ihn planen“, sagt Hübner, „sein Verhalten danach war absolut professionell.“

Offen ist, ob die ausgeliehenen Jan Rosenthal (Darmstadt 98) und Vaclav Kadlec (Sparta Prag) zurückkehren. Dabei sind Kadlecs Chancen größer. „Wir glauben an Vaclavs Qualitäten“, sagt der Manager. Eine Baustelle bleibt zunächst die Nachfolge des zu Werder Bremen wechselnden Torwarts Felix Wiedwald. „Da sind wir ganz entspannt und warten ab wie im letzten Jahr“, sagt Hübner. Damals war die Eintracht mit zwei Torleuten in die Saison gegangen und hatte nach der schweren Verletzung von Kevin Trapp kurzfristig Timo Hildebrand verpflichtet. Diesmal soll als dritter Torwart neben Trapp und Emil Balayev zunächst Yannick Zummack (U 19) dem Kader angehören.

Und Neuzugänge? Da wird Hübner schmallippig. Gerüchte, der Leverkusener Mittelfeldspieler Steffen Reinartz (26) stehe kurz vor der Unterschrift bei der Eintracht, wollte er nicht kommentieren. „Ich habe gelernt, dass Wechsel erst fix sind, wenn die Verträge auch unterschrieben sind“, sagte er. Reinartz kommt am Samstag mit seinem alten Arbeitgeber in die Arena, danach wäre vielleicht Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen.

Hübners Sohn Florian, auch ein Kandidat für die Innenverteidigung, wird nach dem Aufstieg in die Bundesliga beim FC Ingolstadt bleiben. Ein Wechsel zur Eintracht habe sich mit dem Aufstieg erledigt, sagt Hübner senior über Hübner junior, „er ist gut beraten, wenn er in Ingolstadt bleibt.“

(pes)

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