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Trainer Adi Hütter.

Eintracht Frankfurt

Adi Hütter bereitet sein Team im Training auf die „Brocken“ vor

Rebic trainiert mit der Mannschaft, Paciencia hat sich am Knie verletzt, Hasebe hadert mit seinem Reservistendasein.

Langsam wird es ernst. Die Wochen der Wahrheit rücken für Eintracht Frankfurt näher, die ersten vier Pflichtspiele – mit drei Niederlagen und einem Sieg – waren ja nur der Auftakt. Jetzt kommen „die Brocken“, wie Trainer Adi Hütter dieser Tage sagte. Dortmund, Marseille, Leipzig und Mönchengladbach stellen gewaltige Herausforderungen da, zumal die Mannschaft weiter noch auf der Suche nach der richtigen Balance ist.

Immerhin hat Ante Rebic, auf den halb Frankfurt seine Hoffnungen setzt, zum Wochenanfang Teile des Mannschaftstrainings absolvieren können. Bei den abschließenden kleinen Trainingsspielen in Turnierform war der Vize-Weltmeister nicht dabei. Da war er in Laufschuhe geschlüpft und hatte viele Runden gedreht.

Der Kroate hat noch Konditionsrückstand aufzuholen, er hat wegen WM, anschließenden Urlaubs und Verletzung die komplette Vorbereitung verpasst. Immerhin scheint die Blessur so weit ausgeheilt zu sein, dass vorsichtig an einen geordneten Trainingsaufbau gedacht werden kann. Für die Partie in Dortmund, die am Freitag um 20.30 Uhr in der BVB-Arena angepfiffen wird, dürfte der 24-Jährige noch keine Option sein, auch für die Ersatzbank nicht.

Ob Gonzalo Paciencia dabei sein kann, ist ebenfalls höchst fraglich. Der Portugiese verletzte sich beim gestrigen Training ohne Einwirkung des Gegners am linken Knie. Er ging zu Boden, schrie vor Schmerzen, das Trainingsspiel wurde sofort unterbrochen.

Dann wurde er von Physiotherapeuten vom Feld geleitet. Mit dem linken Fuß konnte er nicht mehr auftreten. Das sah nicht gut aus. Eine genau Diagnose lag bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vor. In den vergangenen Wochen hatte sich der 24-Jährige im Training deutlich gesteigert und oft einen starken Eindruck hinterlassen. Ein möglicher Ausfall des Stürmers würde das Frankfurter Lazarett vergrößern, Timothy Chandler (Knorpelschaden), Carlos Salcedo (Riss des Syndesmosebandes), Ante Rebic oder auch Jetro Willems (Rotsperre) fehlen ohnehin schon. Kapitän David Abraham (Pferdekuss) hat am Montag wieder trainiert.

Trainingseinheiten in Frankfurt während eines Länderspielwochenendes war Makoto Hasebe lange nicht mehr gewohnt, erstmals seit zwölf Jahren war er nicht zur japanischen Nationalelf gereist, nach der WM war er zurückgetreten. Kurioserweise spielte er, obzwar „topfit“, wie er sagte, zuletzt bei der Eintracht auch nicht mehr. In dem von Hütter bevorzugten System – Viererabwehrkette, zwei Sechser – gibt es derzeit keinen Platz für den 34 Jahre alten Musterprofi.

„Im Moment sind andere Spieler besser als ich, meint der Trainer“, sagte Hasebe. Es ist das erste Mal in seiner mittlerweile auch schon vier Jahre währenden Zeit bei Eintracht Frankfurt, dass der Defensivallrounder außen vor ist – und es sogar nicht einmal in den Kader schaffte. Das sei der Fußball, sagte er zwar mit aller japanischen Freundlichkeit. In Wolfsburg, wo er einst spielte, habe er einmal vier Monate auf der Tribüne verbringen müssen. Er sagte aber auch deutlich: „Ich bin mit meiner Situation nicht zufrieden.“ Bis dato gehörte der Stratege zu den absoluten Stammspielern bei Eintracht Frankfurt, der immer – es sei denn, er war verletzt oder gesperrt – im Team einen Platz gefunden hatte. Im Moment hat er den verloren, Hütter baut im defensiven Mittelfeld eher auf den kopfballstarken Lucas Torro und den Dauerläufer Gelson Fernandes. „Die Konkurrenz ist groß“, findet Hasebe.

Trotzdem ist es schon erstaunlich, dass ein intelligenter Profi wie Hasebe, der wie kaum ein Zweiter das Spiel versteht und lesen kann, aktuell bei einer noch ihren Weg suchenden Eintracht keine Verwendung findet. Immerhin habe der Coach ihm die vorübergehende Nichtnominierung in einem Gespräch erläutert. „Der Trainer ist keiner, der einen einfach rausschmeißt“, erklärte Hasebe loyal. Trotzdem: „Ich kann meine Leistung auch auf dem Platz bringen.“ Makoto Hasebe, mit 260 Bundesligaspielen und 114 Einsätzen in der Auswahl Nippons einer der ganz erfahrenen Spieler bei den Hessen, wird natürlich nicht die Flinte ins Korn werfen.

Er werde weiter hart arbeiten, um den Coach davon zu überzeugen, dass es falsch sei, ihn nicht aufzustellen. Und wenn es sein muss, sagt Hasebe, da könne er auch rechter Verteidiger spielen – falls Danny da Costa eine Pause benötige. Seinen Optimismus hat der freundliche Asiate nicht verloren. Borussia Dortmund habe einen neuen Trainer, neue Spieler, die seien auch noch nicht bei 100 Prozent. „Für uns ist dort alles möglich.“

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