+
Auf dem Sprung: Marco Fabián (links), hier mit Allan Souza, erlebt vielleicht schon bald sein Comeback bei der Eintracht.

Eintracht Frankfurt

Adi Hütter sorgt für eine unliebsame Überraschung im Training

Die einst aussortierten Marco Fabián und Simon Falette präsentieren sich sehr engagiert. Ante Rebic muss noch viel aufholen.

Vor dem freien Wochenende hatte Adi Hütter ganz zum Schluss noch eine unliebsame Überraschung für die Profis parat. Nach der Übungseinheit hatte der Trainer der noch knackige Sprints angesetzt und sogar Medizinbälle zum Einsatz gebracht. Ein Hauch von Felix Magath, dem legendären Quälix, also im Stadtwald? Doch nicht ganz: Hütter drückte seinen Bundesliga-Fußballern eine Lightversion der bleischweren Gummibälle in die Hand, undenkbar bei Magath, aber immerhin. Während die drei verbliebenen Torhüter die ganz langen Wege beschreiten mussten, Torwarttrainer Manfred „Moppes“ Petz kannte da auch wenig Gnade.

Da war Frederik Rönnow schon längst in der Luft. Der dänische Nationaltorwart pendelt derzeit ja zwischen Kopenhagen und Frankfurt hin und her, am Sonntag war er zum ersten Mal hingeflogen, die Nationalmannschaft traf sich zur Vorbereitung auf das Testspiel gegen die Slowakei. Im Rahmen dieses Treffens hatten sich die dänischen Spieler aber nicht mit dem eigenen Verband über eine gerechte Verteilung von Sponsorengeldern einigen können und kurzerhand einen Streik beschlossen. Rönnow und Co. reisten wieder ab, der dänische Verband nominierte gezwungenermaßen eine Notelf, unter anderem mit Spielern, die ihre Stärken im Hallenfußball haben, die sehr ehrenvoll lediglich 0:3 gegen die Slowakei unterlag.

Das war am Mittwochabend, und Rönnow schon wieder auf dem Weg retour nach Frankfurt. Am Donnerstag spielte der 26 Jahre alte Ersatztorwart in Allendorf gegen den FC Ederbergland bereits wieder eine Halbzeit im Tor, er behielt beim 5:0-Sieg gegen den Hessenligisten eine weiße Weste. Und fuhr am Freitagmorgen erneut zum Flughafen, Ziel: Kopenhagen. Die streitbaren Parteien hatten sich zwar weiterhin nicht geeignet, aber zumindest eine Unterbrechung des Streiks ausgehandelt, am Sonntag trifft Dänemark in Gruppe B des Nation Cups auf Wales – mit Frederik Rönnow auf der Ersatzbank. Am späten Montagabend sollte dann für die Nummer zwei die Vielfliegerei ein Ende haben.

Unterdessen zieht der weiterhin angeschlagene Ante Rebic einsam seine Runden. Der kroatische Vizeweltmeister hat ja, unabhängig von seinen Verletzungssorgen, noch jede Menge Konditionsrückstand aufzuholen. Während die Kollegen in den USA, Gais und Frankfurt schwitzten, hat er in Russland Fußball gespielt und war anschließend in Urlaub. Ihm fehlen körperlich noch die Grundvoraussetzungen, sie können noch gar nicht da sein. Insofern dürfte auch ein Einsatz bei Borussia Dortmund, selbst auf der Bank, illusorisch sein. Rebic, ohnehin ein Spieler, der von seiner enormen Physis und Kraft lebt, muss erst einmal körperlich auf dem entsprechenden Level sein. Das kann sich ziehen.

Fit sind auf alle Fälle die Spieler aus der aufgelösten Trainingsgruppe zwei – außer Nelson Mandela, der deswegen auch nicht bei den Profis trainiert. Erneut hat sich Trainer Hütter sehr lobend über Marco Fabián geäußert, der definitiv nicht noch nach Mexiko wechseln wird, sondern sich in Frankfurt durchsetzen will – zumindest „bis Winter“, wie Hütter sagte.

Der Mexikaner könne „uns in der Bundesliga weiterhelfen“, für die Europa League wurde der 29-Jährige ja nicht gemeldet. „Er ist ein wichtiger Bestandteil von Eintracht Frankfurt.“ Gerade weil Hütter erst jetzt wieder die fehlende Kreativität seiner Mannschaft bemängelte, könnte Fabián noch einmal wertvoll werden. Auffällig war auch, wie engagiert und lautstark sich auch der ebenfalls aussortierte Simon Falette im Training präsentierte.

Ein bisschen Sorgen bereitet dagegen Kapitän David Abraham, der – ebenso wie Marco Russ (Achillesehnenprobleme) – erneut gestern nicht auf dem Platz üben konnte, sondern lediglich eingeschränkt individuell. Weiterhin plagen den 31-Jährigen zwei Pferdeküsse, die er sich im Training vor dem ersten Pokalspiel in Ulm zugezogen hatte. In Ulm hatte er erneut einen Schlag auf den Oberschenkel erhalten. Angesichts der Frankfurter Defensivnöte sollte der Argentinier schnell fit werden – und seine Form finden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare