Eintracht-Gegner im Check

"Ich bin so gerne Milliardär": Die ganz Wahrheit über den RB Leipzig

Eintracht-Gegner RB Leipzig im Check: Der neunte Ex-Salzburger, die wahre Vereinshymne ? und wie der Fußball wieder werden könnte, wie er mal war.

Das ist los beim Gegner

Och, nur das Übliche. Nur dass das Übliche bei RB Leipzig eben bedeutet, dass Spieler aus der Brausedependance in Salzburg derart regelmäßig nach Leipzig beordert werden, dass man in der Nähe des Zentralstadions eigentlich so langsam einen Verschiebebahnhof einrichten müsste. Jüngster Neuzugang Rasenballsports ist Dayot Upamecano, der für schmale zehn Millionen Euro geholt wurde, als neunter Spieler, der in den vergangenen Jahren von Red Bull zu Red Bull wechselte. Und während die Konkurrenz über das österreichische Farmteam murrt, bei dem sich RBL nach Gusto bedienen kann, spricht Sportdirektor Ralf Rangnick vom „mit Abstand schwersten Transfer“ seiner Karriere. Vielleicht hat er nebenbei ja ein paar Hanteln gestemmt.

Der Star des Teams

Emil Forsberg. Der Schwede stieß bereits zu Zweitligazeiten zu RB, bewies aber, dass er auch auf Erstliganiveau eine ziemliche Granate ist. Allerdings zeigte er ebenfalls, und zwar kurz vor Weihnachten gegen die Bayern, dass er Tritte von hinten genauso sauber hinbekommt wie Tore und Vorlagen, als er Philipp Lahm derart in die Hacken senste, dass man dachte, es wäre ein Kopfgeld auf dessen Achillessehne ausgesetzt. War es nicht, stattdessen gab es Rot für Forsberg und drei Spiele Sperre. Somit fehlt der Mittelfeldspieler auch gegen die Eintracht, was natürlich gut ist. Schließlich kann er so weder ein Tor schießen noch ein Tor vorbereiten noch eine Ferse zu Klump treten.

Die Formkurve

Schwer zu sagen. Zum Ende eines extrem starken Halbjahres setzte es beim FC Bayern ein empfindliches 0:3, in den Vorbereitungsspielen der Winterpause wurde unter anderem 1:5 gegen Ajax Amsterdam verloren, dann aber 4:0 gegen die Glasgow Rangers gewonnen. Die gehören ja aber auch nicht mehr unbedingt zur europäischen Creme de la Creme. Außer vielleicht an den Theken dieser Welt, wie sich Leipziger Gastwirte rund um das Testspiel vergewissern konnten.

Angeberwissen über den Club

Dass das eher holprige Kunstwort „Rasenballsport“ die Initialen des Sponsors Red Bull in den Leipziger Vereinsnamen mogeln soll, weil DFB und DFL Sponsorenamen in Vereinsnamen vebieten, ist bekannt. Mittlerweile gibt es jedoch sogar Nacheiferer. So hat sich im 60.000-Einwohner-Städtchen Lingen unlängst Rasenballsport Lingen gegründet. Der Club ist der Nachfolgeverein des TuS Lingen, das „Rasenballsport“ im Namen soll für Aufmerksamkeit und damit verbunden für finanzstarke Sponsoren sorgen. Wappentier ist, na klar, ein Bulle. Oh schöne neue Welt.

Wenn dieser Verein ein GIF wäre, dann . . .

Hier exklusive Szenen von Ralf Rangnicks morgendlicher Dusche.

Was sich viel besser als Vereinshymne eignen würde

Da die eigentliche Vereinshymne

des Prinzen-Sängers Sebastian Krumbiegel gerade von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wegen unzulässig hoher Popkonservenhaftigkeit geprüft wird, könnte man einfach ein anderen, sowieso viel passenderen Prinzen-Song als Hymne nehmen: „Ich wär so gerne Millionär“ bräuchte lediglich ein paar kleinere textliche Anpassungen, etwa „bin“ statt „wär“, „Milliardär“ statt „Millionär“. Und „bastle ich mir einen Fußballklub und pushe ihn in die Bundesliga, um meinen Energydrink zu promoten“ als zweiten Satzteil.  

Warum die Eintracht gewinnt

Der neunte Ex-Salzburger in der Startelf ist genau einer zu viel: Das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl wähnt sich zurück in der österreichischen Bundesliga und spielt nur mit halber Kraft.

Alex Meier, ein wenig angesäuert über die jüngste Diskussion, ob er verzichtbar ist oder nicht, stellt die Uhr schnell auf 3:0. Das 4:0 durch Branimir Hrgota kann nur durch ein übles Foul von Emil Forsberg verhindert werden, der unerlaubterweise auf den Platz gesprintet war und anschließend für den Rest der Saison gesperrt wird. Ohne ihn landet RB am Ende nur auf Platz 13, Dietrich Mateschitz verliert das Interesse an seinem Projekt und der Fußball wird wieder so, wie er mal war. Vielleicht.  

Stephan Reich ist Buchautor, Redakteur beim Fußballmagazin 11 Freunde und Eintracht-Fan von Kindesbeinen an. Vor jedem Spiel nimmt er den Gegner auf besondere Weise unter die Lupe.

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