Carlos Zambrano (rechts) im Duell mit dem Kolumbianer Cristian Zapata.
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Carlos Zambrano (rechts) im Duell mit dem Kolumbianer Cristian Zapata.

Verdruss bei der Eintracht

Immer Ärger um Zambrano

  • VonPeppi Schmitt
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„So wird der nie gesund“, schimpft Trainer Armin Veh. Der Peruaner könnte seinen Stammplatz verlieren.

Am heutigen Dienstag spielt die Nationalmannschaft Perus im Rahmen der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland am späten Abend in Lima gegen Chile. Das verheißt für die Frankfurter Eintracht nichts Gutes. In Spielen gegen Kolumbien und den Erzrivalen Chile steht in aller Regel auch der Frankfurter Abwehrchef Carlos Zambrano im Mittelpunkt. Meistens sind es negative Schlagzeilen, die nach den innersüdamerikanischen Duellen über den 26 Jahre alten Abwehrspieler nach Frankfurt übermittelt werden.

Vor fast genau einem Jahr, am 15. Oktober 2014, hatte sich Zambrano bei einem Freundschaftsspiel gegen Chile eine schwere Knieverletzung zugezogen. Diagnostiziert wurde ein Außenbandriss im Knie, Zambrano musste operiert werden und verpasste acht Bundesligaspiele und das Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Im letzten Sommer flog Zambrano dann bei der „Copa America“ im Spiel gegen Gastgeber Chile nach einem üblen Foul an Charles Aranguiz vom Platz. Vor ein paar Wochen, am 8. September, hat er sich bei einem Freundschaftsspiel gegen Kolumbien drei Rippen angebrochen, kann seitdem nur mit einem schützenden Karbonpanzer spielen.

Und gerade erst ist Zambrano in einem weiteren Spiel gegen Kolumbien, diesmal in der WM-Quali, erneut wegen einer Verletzung ausgewechselt worden. Angeblich hatte er Rückenschmerzen. Gegen Chile soll er aber natürlich wieder spielen. „So wird der nie mehr gesund“, schimpft sein Vereinstrainer Armin Veh.

Die Verantwortlichen bei seinem Arbeitgeber in Frankfurt bringen die Begleitumstände der Südamerika-Reisen ihres Angestellten zunehmend auf die Palme. Trainer Veh hatte schon in der vergangenen Woche deutliche Worte gefunden, nachdem der Versuch, Zambrano von der Reise abzuhalten und die Verletzungen lieber in der beruflichen Heimat ärztlich behandeln zu lassen, gescheitert war. Von „Leibeigenen“ hatte Veh gesprochen, sogar die Abschaffung des Weltfußball-Verbandes Fifa gefordert (wir berichteten), weil dieser mit Sperren droht, wenn Spieler in den offiziellen Abstellungsphasen nicht zu ihren Nationalmannschaften anreisen.

Doch es sind die nicht die Verbände alleine, die Schuld tragen. Zambrano selbst tut nichts oder zumindest wenig, um der persönlichen Verantwortung gegenüber seinem Arbeitgeber wirklich gerecht zu werden. Die Eintracht hatte seinen Vertrag nach monatelangem Hick-Hack um fünf Jahre bis 2020 verlängert, nun soll er der Spitzenverdiener mit weit mehr als zwei Millionen Euro Gehalt pro Jahr sein. Die Leistungen sind freilich nicht so gestiegen wie das Honorar. Bislang spielt Zambrano eine eher schwache Saison. Was natürlich auch an den kleineren und größeren Verletzungen liegen könnte.

Bislang hat er aber auch noch nicht freiwillig auf einen Einsatz verzichtet. Dass er nun auch in Peru wegen der angeblichen Teilnahme an einer Party bis in den frühen Morgen in die Kritik geraten ist, passt ins aktuelle Bild. Nach Frankfurt zurückkehren wird er diesmal erst am späten Mittwochabend, zum ersten Mal mit den Kollegen auf dem Trainingsplatz stehen dann am Donnerstag. Wenn er denn nicht wieder verletzt ist. Im November dann das gleiche Problem: Peru spielt gegen Paraguay (14. 11.) und in Brasilien (17. 11.).

Unter diesen Umständen ist es wahrscheinlich, dass der Frankfurter Trainer Zambrano in naher Zukunft den absoluten Stammplatz nicht mehr zugestehen wird. Schon im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach an diesem Samstag könnten Marco Russ und David Abraham das Pärchen in der Innenverteidigung bilden. „Nichts ist in Stein gemeißelt“, hat Veh zuletzt mit Blick auf die Abwehrzentrale gesagt, „ich bin froh, dass ich drei starke Innenverteidiger habe.“

(pes)

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