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Eintracht Frankfurt

Interview mit Regäsel: "Wie eine große Familie"

Er war keine Woche bei der Eintracht, da schickte Trainer Armin Veh den Last-Minute-Neuzugang von Hertha BSC Berlin schon mit der Startelf aufs Feld. Und der 20-Jährige machte seine Sache als Rechtsverteidiger so gut, dass er auch gegen Köln wieder mit von der Partie war. Und was soll man sagen? Trotz der beiden Niederlagen ist Yanni Regäsel ein Gewinner der letzten beiden Partien – er könnte sich schon jetzt einen Stammplatz gesichert haben.

Hallo Yanni, wie geht’s Ihnen in Ihrem neuen Leben. Hatten Sie wenigstens schon Zeit, ihren Koffer auszupacken?

Danke, ich fühle mich sehr wohl in meinem neuen Leben und ich hatte auch schon Zeit meinen Koffer auszupacken (lacht).

Sind Sie eigentlich das erste Mal von zu Hause weg oder hatten Sie in Berlin schon eine eigene Wohnung? Und was macht die Wohnungssuche hier?

In Berlin habe ich noch bei meinen Eltern gewohnt. Meine Wohnungssuche in Frankfurt war erfolgreich und seit sechs Tagen habe ich eine eigene Wohnung in der Stadt.

Es heißt, Sie hätten mehrere Angebote aus der Bundesliga gehabt. Und Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner meinte, Sie hätten eigentlich erst im Sommer nach Frankfurt kommen sollen. Wie spontan war denn nun Ihr Wechsel?

Es stimmt, dass ich Angebote hatte, aber ich habe mich für die Eintracht entschieden, weil es ein geiler Verein ist und mir Bruno Hübner und Armin Veh in unseren Gesprächen sehr viel Vertrauen entgegengebracht haben.

Bei der Hertha haben Sie mit 19 Jahren ihre ersten Bundesligaspiele gemacht, durften gerade zum ersten Mal mit den Profis ins Trainingslager und bekamen einen Profivertrag angeboten. Das hört sich ja jetzt auch nicht so schlecht an...

Was nutzt ein Profivertrag, wenn man nicht spielt? Bei der Eintracht sehe ich die Möglichkeit, mich sportlich und persönlich weiterzuentwickeln. Dennoch hatte ich eine sehr schöne Zeit in Berlin und ich vermisse die Stadt.

Jedenfalls ging am Ende alles sehr schnell. Sie waren kaum da, da haben Sie schon für die Eintracht gespielt. Wie waren denn die ersten Tage?

Recht anstrengend. Ich musste noch zu verschiedenen ärztlichen Untersuchungen, zu Behörden und alles, was man so in einer neuen Umgebung an wichtigen Dingen zu erledigen hat.

Wie haben Sie die Spiele gegen Stuttgart und Köln erlebt? Wieso gingen die am Ende doch so deutlich verloren?

Trotz der Niederlagen, habe ich die Spiele positiv erlebt. Das Heimspiel gegen Stuttgart im eigenen Stadion mit unseren Fans war natürlich etwas Besonderes. Ich glaube, wenn wir unsere Chancen besser genutzt hätten, wären die Spiele nicht verloren gegangen.

Gibt es zwischen Pal Dardai und Armin Veh grundsätzliche Unterschiede, was die Ansprüche an die Spielweise eines Außenverteidiger angeht?

Nein, die Ansprüche an die Spielweise auf dieser Position sind von beiden Trainern sehr ähnlich.

Wie ist es mit dem Selbstverständnis der Mannschaften? Was unterscheidet die Hertha von der Eintracht? Was ist in Frankfurt neu für Sie – in fußballerischer Hinsicht?

Neu war für mich zum Beispiel, dass es zwischen den jüngeren Spieler und den älteren Spielern nicht krass getrennt ist. Das finde ich sehr positiv – wie in einer großen Familie. Für mich ist Frankfurt jetzt schon wie eine große Familie.

Wie geht es jetzt weiter? Wird innerhalb der Mannschaft über den Abstiegskampf gesprochen? Was sagt der Trainer zur Tabellensituation?

Natürlich beschäftigen wir uns damit, aber vom Abstieg redet keiner. Es gibt ja noch einige Spiel, auf die wir uns konzentrieren müssen und die wir gewinnen wollen.

Gilt ihr Vertrag eigentlich auch für die Zweite Liga?

Ich denke ja, aber ich beschäftige mich nicht damit.

Sie haben gegen Mönchengladbach Ihr erstes Bundesligaspiel gemacht, waren schon gegen die Bayern am Ball und nach ein paar Tagen in Frankfurt gegen Stuttgart gleich mittendrin. Ein Problem mit übermäßigem Respekt oder Nervosität haben Sie nicht gerade?

Nö, habe ich auch nicht!

Jetzt geht es zu Hause gegen den Bundesliga-“Dino“ HSV und dann gegen Schalke. Der Druck ist groß...

Ja, wir müssen versuchen, mindestens vier Punkte aus den beiden Spielen zu holen.

Es liegen zwar noch zwei Spiele dazwischen, aber können Sie sich vorstellen, dass Sie in ein paar Tagen in Berlin gegen die Hertha spielen?

Ja, das kann ich mir natürlich vorstellen und freue mich schon sehr darauf.

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