Eintracht Frankfurt vs. RB Leipzig

Jahresauftakt bei RB Leipzig: Kovac sieht die Eintracht gut vorbereitet

  • VonChristian Heimrich
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Der Eintracht-Trainer kennt Rezepte gegen den Leipziger Tempo-Fußball. Denn er hat die RB-Philosophie einige Zeit selbst mitgestaltet.

RB – es sind diese zwei Buchstaben, die viele Fußball-Fans in Deutschland schon seit Wochen stark beschäftigen, ja regelrecht auf die Palme bringen. Der überaus erfolgreich gestartete Neu-Bundesligist aus Leipzig trägt sie im Namen. Offiziell übersetzt geht es um Rasen-Ballsport, aber eigentlich werben die ostdeutschen Kicker für den Dosen-Drink eines österreichischen Milliardärs. Den mit dem roten Bullen auf dem Etikett.

Besagter Milliardär sorgt bekanntlich auch dafür, dass die Club-Kasse immer gut gefüllt ist. Ein Modell, das ein Reizthema für viele ist. Nicht für Niko Kovac. „Ich habe morgen ein wichtiges Spiel in Leipzig“, sagt der Trainer der Frankfurter Eintracht: „Und ich muss mich um Taktik kümmern, nicht um Modelle.“ Die Taktik der Leipziger sei nämlich ziemlich gut. Sie ist sogar so gut, dass das Top-Spiel des Bezahlfernsehens Sky am heutigen Samstagabend (18.30 Uhr) tatsächlich die Top-Begegnung der Liga am ersten Spieltag nach der Winterpause ist.

Leipzig gegen Frankfurt, Zweiter gegen Vierter: Es fühlt sich fast schon etwas europäisch an. Auch wenn Träume von Europa bei der Eintracht offiziell nicht erwünscht sind. „Träume sind der Beginn eines Ziels. Und wenn wir vierzig Punkte geholt haben, dürfen wir auch alle weiter träumen“, sagt Kovac immerhin. „Wir freuen uns auf das Spiel, aber wir wissen auch, wo wir hinfahren“, betonte er gestern: „Der Erfolg, den RB hat, ist nichts Zusammengekauftes. Der ist hart erarbeitet und erspielt. Ralph Hasenhüttl und Ralf Rangnick machen da einen äußerst, äußerst guten Job.“

Nach einer Winterpause gebe es zudem auch noch so manche Ungewissheit: „Was vorbei ist, ist vorbei. Wir müssen uns wieder völlig neu beweisen. Keiner weiß so recht, wo er steht. Und dann haben wir von den ersten fünf Spielen im neuen Jahr auch noch vier Auswärtsspiele.“

Um das im Trainingslager in Abu Dhabi Erarbeitete zu vertiefen, hat Kovac seine Spieler die Hälfte der Woche wieder im Geheimen arbeiten lassen. Und er hat ihnen sein exklusives Insiderwissen vermittelt. Der Kroate war zwischen 2006 und 2012 auf mehreren Ebenen beim Leipziger „Bruderverein“ RB Salzburg tätig – als Kapitän der Meistermannschaften, später als Co-Trainer.

Kovac weiß um die Feinheiten im RB-System. „Ich habe die Anfänge des Fußballs dort live miterlebt“, sagte er. „Ich habe gesehen, was man dagegen unternehmen kann.“ Jetzt muss es die Mannschaft nur noch umsetzen. Und das heißt in erster Linie: über 90 Minuten gegen Vollgas-Fußball arbeiten.

„Nach Ballgewinn schalten sie blitzschnell um, nach Ballverlusten geht es direkt ins Gegenpressing“, warnte Kovac. Zeit zum Verschnaufen oder Nachdenken bleibt seinen Spielern da nicht. „Die Spielgeschwindigkeit ist sehr, sehr hoch. Wir müssen handlungsschnell und hellwach sein.“ In Bestbesetzung wird das Team die brisante Aufgabe jedoch nicht angehen können. Die Mittelfeldspieler Szabolcs Huszti (Achillessehne) und Marco Fabián (Hüfte) haben die Winterpause nicht unverletzt überstanden und können die Reise nicht antreten. „Wir haben in den vergangenen Tagen alles versucht, aber es sieht nicht gut aus“, sagte Kovac. „Beide stehen uns nicht zur Verfügung.“

Wie genau er die Leistungsträger ersetzt, verriet Kovac natürlich nicht. Nur, dass Guillermo Varela (Knöchel) und Danny Blum (Knie) noch keine Alternativen seien. „Aber wir haben in diesem Jahr eine gute Bank und können reagieren“, sagt Kovac. So wird in Leipzig ein junger Mann im Kader stehen, der eigentlich nur als Perspektivspieler verpflichtet worden war: Mittelfeldspieler Max Besuschkow, 19 Jahre jung, Neuzugang vom VfB Stuttgart. „Max ist morgen dabei. Das hat er sich verdient. Er war im Trainingslager außerordentlich gut dabei, das hat mich selbst ein bisschen überrascht. Ich bin froh, dass wir ihn haben“, lobte Kovac.

Eintracht: Hradecky – Abraham, Hasebe, Vallejo – Chandler, Mascarell, Oczipka – Rebic, Gacinovic – Hrgota, Meier.

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