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Keine Bange, die Eintracht-Profis haben nicht die Sportart gewechselt. Im Trainingslager wurde aber auch einmal Beachvolleyball gespielt.

Eintracht Frankfurt

Jetzt kommt der Feinschliff für die Eintracht

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Am Samstagabend ist der Fußball-Bundesligist wieder am Main gelandet. Klarheit um Zambrano und zwei Neue fehlen noch.

Es zogen dunkle Wolken über Irdning auf, der große Regen sollte in ein paar Minuten folgen. Da passte es, dass Armin Veh sagte: „Es ist gut, dass es zu Ende ist.“ Der Trainer der Frankfurter Eintracht meinte damit das einwöchige Trainingslager in Windischgarsten, mit dem er nicht nur wegen des abschließenden 1:0-Erfolges gegen den FC Fulham hochzufrieden war.

Die Partie gegen den englischen Zweitligisten war eher zäh, aber das wunderte nicht. Eine Woche lang hatten die Profis richtig Gas gegeben. Und das durchgehend bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad. Das schlaucht, trotzdem war die Konzentration aller Beteiligten greifbar. Dass es am Ende durch einen Treffer von Haris Seferovic (36.) im Anschluss an einen indirekten Freistoß aus fünf Metern Entfernung – Fulhams Keeper hatte einen Rückpass aufgenommen – noch einen Sieg gab, war Belohnung und Psychen-Streichelei zugleich.

„Es war ein gutes Trainingslager“, betonte der Trainer. Einerseits verletzte sich „nur“ ein Spieler (Muskelfaserriss im Oberschenkel bei Luc Gastaignos), andererseits herrscht schon relative Klarheit, wer im ersten Punktspiel beim VfL Wolfsburg auflaufen wird.

Im Tor ist Heinz Lindner eine zuverlässige Nummer eins, auch wenn der Österreicher noch gespannt darauf warten wird, wen die Frankfurter auf dieser Position noch holen werden.

In der Abwehrreihe sind erst einmal Bastian Oczipka (links) und Makoto Hasebe (rechts) gesetzt. Wobei der Japaner zunächst eigentlich nur ein Platzhalter für Timothy Chandler ist, der in der Nacht zum Sonntag mit dem US-Team nach einer 2:3-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Panama nur den vierten Platz beim Gold Cup belegte und nun ein paar Tage Urlaub genießen darf. Armin Veh rechnet nicht damit, dass der Außenverteidiger rechtzeitig fit wird.

In der Innenverteidigung stehen mit Marco Russ, David Abraham und Carlos Zambrano drei starke Kandidaten für zwei Plätze zur Verfügung. Vorausgesetzt, Zambrano kommt wie geplant am Montag nach Frankfurt zurück und macht nicht von einer Ausstiegsklausel in dem komplizierten Vertragswerk mit ihm Gebrauch.

Im defensiven Mittelfeld auf der „Sechs“ ist Stefan Reinartz mit seiner Übersicht, Laufbereitschaft und Ruhe gesetzt, daneben ist die Konkurrenz groß. Außer Hasebe stehen da Marc Stendera, Johannes Flum, Slobodan Medojevic und natürlich auch Russ zur Verfügung.

Auf der rechten Außenbahn geht an Stefan Aigner kein Weg vorbei, links hat Takashi Inui die Nase vorne. Armin Veh steht auf die Spielweise des quirligen Japaners, der wacher als in der Vorsaison wirkt, besser integriert ist und bis auf den Torabschluss überzeugen konnte. Aber Joel Gerezgiher ist mit seinen 19 Jahren auf einem guten Weg und außerdem hat Sportdirektor Bruno Hübner angekündigt, dass im Laufe dieser Woche noch ein Neuer für diese Position kommen wird.

Im Sturm ist Haris Seferovic erste Wahl. Vorausgesetzt, die Eintracht spielt mit zwei Spitzen, dürfte normalerweise Luc Gastaignos Partner des Schweizers sein, aber auch Vaclav Kadlec und Luca Waldschmidt sind nicht weit vom Team entfernt.

Und dann wird irgendwann im Herbst ja auch noch „Fußballgott“ Alexander Meier nach seiner Knieoperation in die Offensivabteilung zurückkehren. Meier, der es als „große Ehre“ empfand, dass er zum neuen Kapitän ernannt wurde. Wobei Armin Veh die Entscheidung nicht schwer gefallen ist: „Der Alex hat es einfach verdient. Er ist im richtigen Alter und seit Jahren ein Eintrachtler.“ Was auch auf Meiers Stellvertreter Marco Russ zuträfe, „abgesehen von seinem Ausflug nach Wolfsburg.“

Auch in Windischgarsten wurde vom Trainerteam Wert darauf gelegt, dass die Mannschaft taktisch flexibler wird. 4-4-2, entweder mit Raute im Mittelfeld oder flach, 4-2-3-1, da kann zwischen drei Grundsystemen variiert werden.

Für die generelle Ausrichtung ist es jedoch egal, in welchem System gespielt werden wird. Die Eintracht will sich offensiv präsentieren, das Spiel bestimmen und viel Ballbesitz haben. Von Kollegen, die von ihren Spielern absichtliche Fehlpässe fordern, um dann „im entstehenden Chaos“ von Pressing und Gegenpressing vielleicht einen Vorteil herausschlagen zu können, hält er nicht viel. Das sei nicht sein Fußballverständnis, denn weitergedacht hieße das in Vehs Augen ja, „dass derjenige ein besserer Fußballer ist, der mehr Fehlpässe spielt.“

Ein 0:0 wird es mit der Eintracht wohl auch in Zukunft sehr selten geben. Der Trainer hofft aber, dass sich die Fehler im Passspiel so in Grenzen halten werden, dass man nicht zu häufig in Konter läuft. Da werden dann auch Stefan Reinartz und Makoto Hasebe, wenn der nicht mehr als Außenverteidiger aushelfen muss, in der Mittelfeldzentrale eine wichtige Rolle spielen. Das könnte gegen starke Mannschaften ein gutes Duo werden.

Bis einschließlich Montag hat Armin Veh seinen Schützlingen frei gegeben. Danach beginnt in Frankfurt der Feinschliff, die ganz harten Trainingseinheiten haben die Profis hinter sich. Am kommenden Sonntag steht dann der letzte Härtetest an. Im Rahmen der Saisoneröffnung trifft die Eintracht dann auf den FC Tokyo, einer der besten japanischen Clubs.

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