Eintracht Frankfurt

Johannes Flum: Ein neuer Anlauf

  • VonPeppi Schmitt
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Johannes Flum gehört wieder zum Kader der Frankfurter Eintracht – neun Monate nach seiner schweren Knieverletzung.

Seit zwei Wochen laufen sie wieder gemeinsam beim Training der Frankfurter Eintracht nebeneinander her. Slobodan Medojevic und Johannes Flum. Es ist neun Monate her, da hatte ein Unfall dieser beiden Spieler beim Training für Aufsehen gesorgt. Medojevic und Flum waren zusammengestoßen beim Kampf um den Ball, und Flum hatte sich dabei schwer verletzt. Die linke Kniescheibe war gebrochen, sogar der Notfallhubschrauber musste auf dem Platz landen und Flum ins Krankenhaus transportieren, um die beste Versorgung zu gewährleisten.

Medojvic, der schuldlos an diesem Unfall war, hatte ihn leicht verletzt überstanden. Im Laufe des Frühjahrs aber hat es auch ihn erwischt. Der 25 Jahre alte Serbe musste an der Achillessehne operiert werden, die angerissen war. Die Leidenszeiten der beiden Mittelfeldspieler sind nun beendet. Der 28 Jahre alte Flum gehört seit dem Saisonstart wieder zum Kader der Eintracht, nachdem Vorstand und Sportdirektor das gegebene Versprechen, den auslaufenden Vertrag um ein Jahr zu verlängern, gehalten haben. Seitdem kämpft er sich ran, hat das Training gut überstanden und auch schon das eine oder andere Testspiel bestritten. „Ich habe keine Schmerzen mehr“, sagt er, „aber ich merke noch immer den Rückstand“.

Der Weg zurück ist ein schwerer Kampf. Auch und gerade für den Kopf. Denn Flum hat in den letzten Wochen merken müssen, wie weit er von seinem nächsten Bundesligaspiel entfernt ist. Der letzte Einsatz ist bald ein Jahr her, vier Minuten am 24. Oktober letzten Jahres in Hannover (1:2). Eine Woche zuvor hatte er im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (1:5) zum letzten Mal über 90 Minuten gespielt. Flum ist defensiver Mittelfeldspieler, war in der ersten Amtszeit von Trainer Armin Veh „gesetzt“, galt sogar als „Immerspieler“. Unter Vehs Nachfolger Thomas Schaaf verlor er seinen Stammplatz, in der zweiten Amtszeit von Veh konnte er ihn sich nicht wieder zurückerobern. Nun nimmt er unter Niko Kovac einen neuen Anlauf.

Von ganz hinten hat er das Rennen aufgenommen. Eine echte Chance, ins Team zu rücken, gibt es bei realistischer Betrachtungsweise aktuell nicht. Obwohl Flum ein variabler Spieler ist, sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden kann.

Ans Aufgeben hat er nie gedacht, nicht nach der schweren Verletzung, nicht in der aktuellen schwierigen Situation. Und deswegen verschwendet er auch an einen Vereinswechsel in der aktuellen Transferperiode, die am heutigen Mittwoch zu Ende geht, keinen Gedanken. „Ich bleibe hier“, sagt er fest entschlossen, „so will ich nicht gehen.“

Beim Pokalspiel in Magdeburg und zum Bundesligastart gegen Schalke hatte er nicht im Aufgebot gestanden. Letzten Samstag wäre das auch gar nicht möglich gewesen, weil er mit einer Bronchitis im Bett lag. Die Krankheit ist nun überwunden, beim Freundschaftsspiel am nächsten Samstag bei Chemie Leipzig wird er seinen nächsten Einsatz haben.

Kollege Medojevic muss darauf noch länger warten. Viel mehr als Lauftraining war bisher noch nicht drin. Aber immerhin gehören die „ewigen Schmerzen“ an der Achillessehne, die er bei seinem Wechsel im Sommer 2014 von Wolfsburg nach Frankfurt mitgebracht hatte, seit der Operation der Vergangenheit an. „Ich hoffe, ich kann bald wieder gegen den Ball treten“, sagt Medojevic. Für ein paar Pass-Übungen hat es ja schon gereicht.

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