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Als wäre er nie weg gewesen: Jonathan de Guzman (rechts) nahm es auch mit Hannovers Waldemar Anton auf.

Eintracht Frankfurt

Jonathan de Guzman: Comeback mit viel Pfeffer

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Jonathan de Guzman hatte erst am Morgen von seinem Einsatz erfahren. Mit einem seiner vielen gelungenen Standards bereitete der Niederländer das Siegtor gegen Hannover vor.

Marco Fabián, Mijat Gacinovic oder vielleicht sogar Marc Stendera waren erwartet worden, als Kevin-Prince Boateng wegen einer Erkältung passen musste. Mit Jonathan de Guzman hatte keiner gerechnet. Nur Trainer Niko Kovac. „Johnny war die beste Alternative für dieses Spiel, die beste Lösung“, sagte Kovac nach seinem geglückten Coup.

Der Holländer de Guzman, vor der Saison ablösefrei vom SSC Neapel (war an Chievo Verona ausgeliehen) mit großen Erwartungen auf beiden Seiten gekommen, schien einer der Verlierer unter den Neuzugängen zu sein. Zu Beginn stand er noch häufig in der Anfangsformation, einen Stempel konnte er dem Spiel aber nicht aufdrücken. Dann hat er sich auch noch schwer verletzt. Beim Freundschaftsspiel gegen den SV Sandhausen hatte er sich am 10. November eine Schultereckgelenksprengung zugezogen. Jetzt gehört er wieder zu den Siegern.

„Mit ihm haben wir einen guten Fang gemacht“, fällte der Trainer ein grundsätzliches Urteil. Und sah sich darin durch de Guzmans Leistung gegen Hannover bestätigt. Nicht nur die spielerischen Fähigkeiten seien beim ehemaligen holländischen Nationalspieler überdurchschnittlich, sondern er bringe auch die richtige Einstellung mit. „Er hat ganz, ganz fleißig trainiert und war auf den Punkt da“, lobte der Trainer, „das ist genau das, was ich erwarte.“

De Guzman war etwas schwer ins Spiel gekommen, hatte, so Sportvorstand Fredi Bobic, „seine Position und Sicherheit“ gesucht. Bald hatte er sie gefunden und eine ganz besondere, bislang in dieser Saison weitgehend vermisste Note ins Spiel gebracht: De Guzman tritt gute Standards. Seine Freistöße und Eckbälle verbreiten Gefahr im gegnerischen Strafraum.

Und so war es kein Zufall, dass er gleich zweimal Danny da Costa den Ball auf den Kopf servierte, beim ersten Mal hatte der Verteidiger noch vorbei geköpft, beim zweiten Mal zum Tor des Tages getroffen. „Johnny pfeffert die Dinger überragend rein“, lobte Bobic.

Erst nach dem Frühstück am Samstagmorgen hatte der 30 Jahre alte de Guzman von seiner Aufstellung erfahren. „Ich war fast ein wenig überrascht, dass der Trainer mich aufgestellt hat“, sagte er später,“ es waren ja schließlich fast alle an Bord.“ Noch nicht alle bei der Eintracht haben sich daran gewöhnt, dass Niko Kovac unter der Woche beim Training ganz genau hinschaut, gute Leistungen belohnt und ganz gerne mal den Gegner, aber auch die eigenen Spieler mit der Aufstellung überrascht.

Für de Guzman war es sein bisher schönster Tag am neuen Arbeitsplatz. „Ich bin einfach glücklich, nach so lange Zeit zurück zu sein und der Mannschaft wieder helfen zu können“, sagte er, „es war heute ein besonderer Tag für mich, weil ich nach der Operation und der langen Leidenszeit endlich wieder auf dem Platz stehen konnte – dann auch noch über die vollen 90 Minuten.“ Er habe sich fest vorgenommen, „das Vertrauen zurückzuzahlen“. Das ist ihm gelungen.

Und fast hätte er sogar noch ein Tor geschossen, hatte nach einem Solo mit einem Weitschuss nur knapp verfehlt und war nach einem Doppelpass mit Haller am glänzend reagierenden Torwart Tschauner gescheitert. „Alles richtig gemacht“, klopfte sich der Frankfurter Trainer nach seiner Entscheidung auf die eigene Schulter. Und hat nun ein „Problem“ mehr: Die Anwärter auf die Plätze im Team sind noch mehr geworden.

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