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Eintracht Frankfurt

Jonathan de Guzman: Einen Tag bei der Frankfurter Feuerwehr

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Jedes Kind träume doch davon, Feuerwehrmann zu werden, meint er. Oder Fußballspieler, so wie er selbst. Den Traumjob Feuerwehrmann hat er nun zumindest einmal für einen Tag übernehmen dürfen.

Stolz steht Jonathan de Guzman da, in voller Montur, den Helm auf dem Arm und die Löschspritze in der anderen Hand, vor dem Feuerwehrauto mit blinkendem Blaulicht. Jedes Kind träume doch davon, Feuerwehrmann zu werden, meint er. Oder Fußballspieler, so wie er selbst. Insofern kann sich der 31-jährige Niederländer glücklich schätzen: Den einen Traum lebt de Guzman tagtäglich, als Mittelfeldspieler in Diensten der Frankfurter Eintracht, was in diesen sagenhaften Wochen besonders schön ist. Und den anderen Traumjob hat er nun zumindest einmal für einen Tag übernehmen dürfen. „Gratulation! Den ersten Schritt bei der Ausbildung zum Feuerwehrmann hast du bestanden“, sagt Brandoberinspektor Marcus Brinkmann augenzwinkernd, als sich Jonathan de Guzman, den alle Welt nur „Johnny“ ruft, am Ende seines Besuchs auf der Feuerwache 40 am Frankfurter Osthafen verabschiedet. Und der Fußballstar hat bei seinem Feuerwehrtag festgestellt: „Das ist schon etwas anderes als mein Job.

Es ist gut, mal in Berührung mit dem echten Leben zu kommen. Das war eine tolle Erfahrung.“ Von Anfang bis Ende. Ein Feuerwehrwagen saust mit Blaulicht auf das Gelände der Feuerwache. De Guzman und seine Kollegen springen heraus, um ein brennendes Auto zu löschen, natürlich nur zu Übungszwecken. Mit dem Spreizer wird das Fahrzeug aufgebogen, um etwaige Insassen zu bergen – das beeindruckt de Guzman am meisten: „Wie leicht das mit diesem starken Gerät geht.“ Danach geht es mit dem Boot in den Osthafen, wo die Feuerwehr regelmäßig die Rettung und die medizinische Versorgung eines über Bord Gefallenen trainiert. Und am Ende noch einmal hoch hinaus, 20, 30 Meter in die Luft, mit der langen Feuerwehrleiter. Kein Problem, mit Brinkmann an seiner Seite: „Ich war in guten Händen“, sagt de Guzman lachend. Von wegen abgehoben: Der Welt des großen Kicks wird bisweilen eine gewisse Unnahbarkeit nachgesagt, nicht immer zu Unrecht. Bei dieser „Job of the Fan“ getauften Kampagne der Jobseite Indeed, im zweiten Jahr Eintracht-Hauptsponsor, kommen die Fußballhelden ihren Anhängern ganz nahe, schlüpfen sogar für ein paar Stunden in ihre Rollen. Marcus Brinkmann, schon als Kind Eintracht-Fan und fast genauso lange Dauerkartenbesitzer, hat sich um de Guzmans Feuerwehrpraktikum beworben und den Zuschlag bekommen.

Anfang Januar wird die Kampagne weitergehen, dann können wieder Eintracht-Fans auf den Facebook-Seiten von Eintracht und Indeed den Stars Schnupperkurse in ihrem Beruf anbieten. Erst einmal aber erklärt Brinkmann alle Feuerwehrfragen ganz genau, und de Guzman fragt immer wieder nach. „Ich habe riesengroßen Respekt davor. Feuerwehrleute sind immer bereit zum Einsatz. Sie retten Menschen aus brennenden Autos oder aus dem Wasser, und das mit dieser schweren Ausrüstung. Da haben sie eine große Verantwortung für die Menschen.“ Das ist im Fußball vielleicht etwas anders, bei aller Liebe. Ein paar Gemeinsamkeiten hat Jonathan de Guzman indes auch festgestellt. „Sie müssen hart trainieren, und es geht nur zusammen.“ Mit Mannschaftsgeist kennt sich der Mittelfeldlenker aus, das ist Feuerwachenleiter Brinkmann aufgefallen: „Man hat gleich gemerkt, dass er ein Teamplayer ist. Das ist bei uns das Wichtigste.“ Und: „Er ist ein junger, motivierter Mensch, der sich voll eingebracht hat. Solche Leute brauchen wir.“ Klingt so, als könnte Jonathan de Guzman wiederkommen. Fürs Erste freilich läuft es auch in seinem Hauptjob bestens, zur Fortsetzung der Frankfurter Fußball-Festwochen hat er beim 3:1 in Augsburg nun sogar selbst ein Tor beigesteuert.

Zum Abschied gibt es von Brinkmann ein Original-Feuerwehrnamensschild: „J. de Guzman“. Das passt vielleicht auch an die Taktiktafel von Eintracht-Trainer Adi Hütter – der kann Jonathan de Guzman schließlich selbst gut gebrauchen. Immer bereit zum Einsatz.

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