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Kein Showdown in der Europa League: Rebic verpasst das Duell mit Kumpel Perisic und Co.

Gemeinsam versetzten sie ihre Heimat in eine Ausnahmezustand, nun wären sie in der Europa League zu Gegnern geworden. Doch Ante Rebic fehlt gegen Inter Mailand und Ivan Perisic wegen einer Knieverletzung. Den Frankfurter Pokalhelden verbindet eine tiefe Freundschaft mit dem Inter-Star.

Frankfurt - Als die kroatischen Fußballhelden Ante Rebic und Ivan Perisic im Sommer 2018 ins dalmatinische Städtchen Omis kamen, um sich nach allen Regeln der Kunst abfeiern zu lassen, da reisten die beiden Vizeweltmeister über den Wasserweg per Boot an. Das hatte einen einfachen Grund, die Straßen waren verstopft oder gleich ganz gesperrt, nichts ging mehr, es herrschte der Ausnahmezustand. 20 000 entfesselte Menschen waren an den geschichtsträchtigen Ort an der Adriaküste gepilgert, 20 000 – nur mal so zur richtigen Einordnung: Die Einwohnerzahl von Omis wird mit 15 000 angegeben. Sehr viel triumphaler kann ein Empfang für zwei Fußballprofis, die Geschichte geschrieben und an dem kroatischen Sommermärchen mitgewirkt haben, kaum sein.

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Ante Rebic, der Stürmer, der Frankfurter Eintracht, spielte an diesem heißen Tag im Juli nicht die Hauptrolle, Ivan Perisic, dem Star von Inter Mailand, gebührte die größere Aufmerksamkeit, was nicht weiter verwunderlich ist: Der heute 30-Jährige ist ein Kind der Stadt, er hat einen besonderen Bezug zu seinem Heimatort.

Ivan Perisic: Den Traum erfüllt

Damals, 1998, als die kroatische Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Frankreich sensationell den dritten Platz holte, stand er dort, am Ufer des Flusses Cetina und jubelte seinen Heroen zu – als Neunjähriger. Irena Perisic, eine Nachbarin der Familie, die zufälligerweise den gleichen Nachnamen trägt, erinnert sich an die Worte des kleinen Ivan: „Er sagte, dass er eines Tages wieder hier stehen würde, weil er mit Kroatien einen großen Erfolg erreicht hat.“

Ivan Perisic, der früher „das Huhn“ genannt wurde, weil sein Vater eine Hühnerfarm betrieb, hielt Wort, erst im WM-Finale mussten sich „die Feurigen“ den Franzosen geschlagen geben, für das kleine Land mit rund vier Millionen Einwohnern ein Jahrhundertereignis.

„Für mich“, rief Perisic im Sommer 2018 in Omis der enthemmten Menge zu, „geht heute ein Traum in Erfüllung.“ Nicht wenige der 20 000 Menschen hatten Tränen in den Augen.

Anderntags bereiteten die Einwohner von Imotski, ein Dorf im Bergmassiv Biokovo, rund 50 Kilometer entfernt, dem Eintracht-Helden Rebic einen saftigen Empfang. In Russland war der Stern des Frankfurter Angreifers aufgegangen, nachdem er sich selbst schon mit einer denkwürdigen Leistung und zwei Toren beim Frankfurter Pokalfinal-Coup gegen die Bayern in die Umlaufbahn geschossen hatte. Der 25-Jährige wurde in der Heimat quasi binnen zweier Monate zum Superstar. Dass Rebic eine große Karriere machen würde, ist für die fußballkundigen Dalmatiner allerdings keine wirkliche Überraschung.

Eintracht Frankfurt: „Ante hat besondere Gene“

Dem Draufgänger wurde das Talent in die Wiege gelegt – und seine Gene spielen eine entscheidende Rolle. Glaubt zumindest Boris Fistanic, der nur 35 Kilometer entfernt in Makarska lebt und den Werdegang des Stürmers genau verfolgt hat. „Die Menschen in Imotski sind so wie Ante, stark, kräftig, zäh und widerstandsfähig“, sagt Boris Fistanic. „Wer dort herkommt, hat besondere Gene. Keiner gibt auf, sie sind Malocher, die vieles aushalten und viel leisten. Sie haben eine besondere Mentalität, das liegt in ihrem Blut.“

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Rebic und den fünf Jahre älteren Perisic verbindet eine tiefe, gewachsene Freundschaft, sie gehen zusammen durch dick und dünn. Beide sind in Split geboren, beide haben in der zweitgrößten Stadt Kroatiens gespielt, Perisic beim größeren Verein Hajduk, Rebic beim kleineren RNK. Lange Jahre schaute der Eintracht-Spieler zu seinem Idol auf, der es in die Bundesliga zu Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg und später eben zu Inter Mailand geschafft hatte. Und als Rebic dann in seinem zweiten Frankfurter Jahr seine Rückennummer wählen sollte, entschied er sich für die vier, weil die 17 aus der vorigen Saison inzwischen an Kevin-Prince Boateng vergeben war und die vier auch Kumpel Perisic in der kroatischen Nationalelf trägt.

Morgen hätte es zum großen Showdown zwischen beiden kommen sollen, die Eintracht trifft im Europacup auf Inter. Doch das Wiedersehen fällt aus, Rebics Knieverletzung macht einen Einsatz unmöglich. In Frankfurt und vielleicht sogar beim zweiten Achtelfinal-Teil in Mailand. Schlecht für die Eintracht, gut für die Freundschaft.

von INGO DURSTEWITZ

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