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Im Zeichen des Adlers: Kevin Trapp meldet sich in Frankfurt zurück.

Eintracht Frankfurt

Kevin Trapp spielt wieder im alten Revier

„Wie zu Hause“: Torwart Trapp ist wieder bei der Eintracht – um endlich wieder zu spielen. Schon an diesem Samstag gegen Bremen.

An Paris hat Kevin Trapp, der neue und alte Frankfurter, so ein bisschen sein Herz verloren. Die drei Jahre bei PSG, dem Dauermeister Frankreichs, seien lehrreich gewesen, niemals wolle er diese Zeit missen, die ihm unendlich viel Zugewinn auf dem Feld und abseits dessen gebracht habe. „Ich habe sehr viel mitgenommen“, sagt Kevin Trapp. „Das war für mich eine sehr, sehr wichtige Zeit.“ In Paris habe er mit großen Stars zusammenarbeiten dürfen, Ibrahimovic etwa, Neymar oder der italienischen Torwartlegende Gianluigi Buffon, mit dem ihn schon nach wenigen gemeinsamen Wochen eine Freundschaft verbindet. „Gigi ist eine unfassbare Persönlichkeit, es war, als würden wir uns schon ewig kennen“, erzählt der Keeper mit ruhiger Stimme. Ganz zum Schluss sagt der 28-Jährige das, was jeder gespürt hat: „In Paris bin ich gereift.“

Nun ist er zurück in Frankfurt, zunächst einmal für diese Saison auf Leihbasis, danach werde man weitersehen. „Ich weiß nicht, was in einem Jahr passiert.“ Im Hier und Jetzt sind alle glücklich, dass der verlorene Sohn wieder da ist. Trainer Adi Hütter bezeichnet den Nationaltorwart als „Ikone, er war Kapitän und Publikumsliebling“, natürlich soll er vorangehen, das Team stabilisieren und die Mannschaft anleiten. „Er ist eine tolle Persönlichkeit, er wird sich als Führungsspieler einordnen.“

Dass Trapp heute im Heimspiel gegen Werder Bremen (15.30 Uhr) das Heiligste der Eintracht hüten wird, steht außer Frage, das musste der Fußballlehrer gar nicht explizit erwähnen. Frederik Rönnow, bis gestern die Nummer eins, habe die Verpflichtung der neuen Stammkraft „absolut top professionell aufgenommen“, wie Hütter sagt. Was bleibt dem Dänen auch anderes übrig? Seine anhaltenden Kniebeschwerden ließen die Verantwortlichen überhaupt erst auf die Idee kommen, an Trapp heranzutreten.

Der war sofort Feuer und Flamme. „Ich bin hier wie zu Hause, es ist ein tolles Gefühl, wieder da zu sein. Ich weiß, wie es hier läuft und funktioniert“, sagte der Schlussmann, der andere Angebote gehabt habe, aber unbedingt nach Frankfurt wollte. Das hat er auch Bundestrainer Joachim Löw und Torwarttrainer Andreas Köpke mitgeteilt: „Beide waren glücklich mit meiner Entscheidung.“ Der Saarländer ließ keinen Zweifel daran, dass auch die Nationalelf eine große Rolle in seinen Überlegungen spielte: „Das ist mir wichtig, ein ganz großer Punkt.“

Dass sich die Eintracht auf europäischem Terrain bewegen wird, war für ihn ebenfalls von Belang. „Wir spielen international, die Bundesliga ist eine der stärksten Ligen. Der Verein hat sich super entwickelt, es sprach alles für die Eintracht.“ Trapp weiß, dass sich die Mannschaft stark verändert hat. Aus seiner Zeit, von 2012 bis 2015, sind nur noch Marco Russ, ein guter Freund von ihm, Timothy Chandler, den er schon freudig begrüßt hat, Makoto Hasebe und Ersatzmann Felix Wiedwald da. Und natürlich „Moppes“ Petz, der Torwarttrainer, ein väterlicher Freund, der sogar die letzten Tage komplett mit Trapp verbracht hat. „Er hatte mich damals nach Frankfurt geholt, schön, wieder bei ihm zu sein.“

Man spürt förmlich: Da ist einer aufrichtig glücklich, wieder sein altes Revier zu betreten. Und kommt als besserer Torwart zurück, davon ist Kevin Trapp überzeugt. „In Paris ist eine unheimliche Qualität im Training.“ Zudem habe er ja in der Champions League spielen dürfen, stand sogar bei dem für ihn nicht so schönen, aber „prägenden und historischen“ 1:6 gegen Barcelona (nach 4:0 im Hinspiel) im Tor. Der Wechsel damals sei „der richtige Schritt“ gewesen, und es sei auch nicht so gewesen, dass er in der vergangenen Saison gar nicht gespielt habe, insgesamt 14 Pflichtpartien hat er absolviert, zehn davon im Pokal. „Das ist fast eine Halbserie in der Bundesliga.“ Er habe den Kopf nie hängen lassen, als er nur auf der Bank saß. „Man muss akzeptieren, dass es mal nicht so läuft.“

Er sei topfit, habe unter Thomas Tuchel, „zu dem ich ein super Verhältnis habe“, die gesamte Vorbereitung bei PSG durchgezogen, meint Trapp: „Ich bin bereit.“ Die Eintracht-Mannschaft zeichne eine gute Mischung aus, findet der Rückkehrer. „Ich denke, wir können viel erreichen.“ Er wird heute gegen Werder Bremen erstmals mit seinen neuen Vorderleuten zusammenspielen. „Ich will der Mannschaft mit meiner Erfahrung und Qualität helfen“, sagt er. Auf einen wird er nicht treffen, Ante Rebic fällt mit einer Problematik im Bauchmuskelbereich weiter aus. Trainer Hütter wagt keine Prognose abzugeben, wann der Kroate wieder wird einsteigen können, nur so viel: „Man darf keinen zwingen, zu früh anzufangen. Ein Spieler, der nicht 100-prozentig fit ist, tut niemandem gut.“ Zur Nationalelf wird Rebic nicht reisen. Und: Immerhin hat sich die Trainingsgruppe zwei um einen Teilnehmer verringert – Marijan Cavar wechselt auf Leihbasis zum kroatischen Verein NK Osijek.

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