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Die Komfortzone verlassen

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Marco Russ hat das Passspiel nicht verlernt. Alex Meier (kurze Hose) schaut genau hin.	Fotos (3): Klein
Marco Russ hat das Passspiel nicht verlernt. Alex Meier (kurze Hose) schaut genau hin. Fotos (3): Klein © Christian Klein (FotoKlein)

Mit zwei Neuen startete Eintracht Frankfurt in die Vorbereitung. Vier Spieler sollen am liebsten gehen.

Es war kalt beim Trainingsauftakt der Frankfurter Eintracht am Dienstagvormittag. Trotzdem waren mehr als 200 Kiebitze gekommen zum Platz an der Wintersporthalle gekommen. Die Rasenheizung lief längst, als die Fußballprofis um kurz nach 11.30 Uhr das grüne Feld betraten. Die meisten eingemummt im Schals, Gesichtsmasken oder Mützen. Nur Alex Meier schien die Witterung nicht zu stören, er hatte sogar die kurzen Hosen angezogen.

Zur Freude aller war auch Marco Russ erstmals wieder mit dabei. Der Innenverteidiger hat seine Krebserkrankung überwunden, absolvierte das gesamte Programm, auch wenn ihm am Ende die Konzentration am Ball fehlte. „Es ist normal, dass er etwas pfeift“, sagte Niko Kovac hinterher und versicherte, man werde in den kommenden Wochen auf den Rat der Ärzte hören: „Wir werden ihn behutsam aufbauen und nicht verheizen.“

Während Szabolcs Huszti wegen einer Erkältung fehlte, kam David Abraham mit etwas Verspätung zum Training. Der Argentinier hatte in seiner Heimat die Hochzeit seiner Schwester gefeiert und vom Trainer etwas länger Urlaub bekommen. Doch nun ist auch für ihn „die Komfortzone“ beendet, wie Kovac den zehntägigen Weihnachtsurlaub bezeichnete. Jetzt gelte es, sich konzentriert auf die zweite Saisonhälfte vorzubereiten, die ja bereits am 21. Januar mit dem Spiel beim Überraschungsaufsteiger RB Leipzig beginnt.

Nicht viel Zeit also für die Mannschaft, besonders aber auch für die beiden Neuen. Nachdem die Verpflichtung des Verteidigers Andersson Ordóñez ja schon seit einiger Zeit bekannt war, schnappten sich die Frankfurter kurzfristig noch vom VfB Stuttgart das 19 Jahre alte Mittelfeldtalent Max Besuschkow. Und von der eigenen U 17 durfte Sahverdi Cetin vorspielen. Der 16-Jährige wird auch an diesem Mittwoch mit ins Trainingslager nach Abu Dhabi mitfliegen. Niko Kovac: „Er hat große Fähigkeiten. Wir geben gerne unseren Nachwuchsleuten eine Chance, egal, ob aus der B- oder A-Jugend. Sahverdi ist ein Fingerzeig für den ganzen Nachwuchs.“

Fingerzeige in die genau andere Richtung müssen dagegen Johannes Flum, Joel Gerezgiher, Enis Bunjaki und Slobodan Medojevic hinnehmen, die wohl ausgeliehen werden, wenn sich ein Interessent finden sollte. Dieses Quartett wird voraussichtlich nicht mit ins Trainingslager kommen und soll sich um einen neuen Verein bemühen. „Das ist nicht schön, gehört aber auch zu meinen Aufgaben“, sagte der Trainer und fügte an, dass „alle Spieler bereits wissen“, mit wem die Eintracht in Zukunft plane und mit wem nicht.

Bei Haris Seferovic ist die Situation gerade umgedreht. Da weiß höchstens der Spieler, ob er noch bis Sommer mit der Eintracht plant oder doch bereits bis Ende Januar den Abflug macht. Das größte Interesse an dem Schweizer scheint derzeit Benfica Lissabon zu besitzen. Der Angreifer, am Dienstag sichtlich gut gelaunt, wird zunächst jedoch ganz normal mit der Eintracht arbeiten. „Wir würden gerne mit ihm weiter machen“, versicherte Kovac. Dann allerdings möglichst mit einer Vertragsverlängerung, damit Seferovic im Sommer nicht ohne Ablösesumme wechseln kann.

Von ihm wird es auch abhängen, ob die Eintracht noch einmal auf Einkaufstour gehen wird. „Wenn Haris wirklich geht, hoffe ich, dass wir noch einmal aktiv werden“, so Kovac. Aber: „Wenn kein Geld reinkommt, können wir auch kein Geld ausgeben.“

Vor dem Abflug nach Abu Dhabi wird die Eintracht am Vormittag noch einmal an der Wintersporthalle trainieren. Kovac freut sich auf die Wärme am Golf: „Hier haben wir nur einen beheizten Trainingsplatz. Und den würden wir ziemlich niedermachen, wenn wir in Frankfurt bleiben würden.“ Gute Trainingsbedingungen seien Voraussetzung für eine gute Zukunft. 29 Punkte und Tabellenplatz vier sind mit Sicherheit eine gute Ausgangsposition.

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