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Kommentar: Eintracht-Schwächen nicht schönreden

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Von: Dieter Sattler

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Thomas Schaaf und die Frankfurter Eintracht mussten am 28. Spieltag in München ran. Unsere Fotostrecke zeigt Bilder vom Auftritt der Hessen in der Allianz-Arena.
Thomas Schaaf und die Frankfurter Eintracht mussten am 28. Spieltag in München ran. Unsere Fotostrecke zeigt Bilder vom Auftritt der Hessen in der Allianz-Arena. © Tobias Hase (dpa)

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Die Eintracht hat sich bei Bayern die erwartete Niederlage abgeholt. Zuweilen lief der Ball sogar besser durch die Frankfurter Reihen als beim 2:2 gegen Hannover. Wieder war Kittel bei den wenigen gefährlichen Angriffen ein Aktivposten. Aber insgesamt war das alles zu brav und zu bieder, um die Bayern auch ohne Robben, Ribéry und Neuer ernsthaft zu gefährden.

Überraschender als die Niederlage in München ist der Umstand, dass Bayern die einzige Mannschaft von den ersten fünf ist, gegen die die Eintracht bisher verloren hat. Das zeigt, dass die Diva vom Main  an guten Tagen durchaus tolle Leistungen an der Grenze zur Europa League abrufen kann. An schlechten Tagen bzw. in unkonzentrierten Spielphasen hat die Mannschaft dagegen kaum noch Bundesliganiveau. Deshalb die vielen Niederlagen gegen Kellerkinder.

Keine Frage, unter dem Strich kann man mit dem bisher Erreichten angesichts der vielen Abgänge vor der Saison mehr als zufrieden sein. Doch die Schwächen schönzureden und Kritik als Nörgelei und Nestbeschmutzung abzutun, wozu Trainer Schaaf und Eintracht-Chef Bruchhagen neigen, ist grundverkehrt. Auch ein durchschnittlicher Zehntausend-Meter-Läufer, der nach aussichtsreichem Rennverlauf regelmäßig kurz vor dem Ziel einbricht und so immer wieder eine vordere Platzierung verpasst, würde sich überlegen, was er verbessern kann- statt sich immer wieder tröstend zu sagen: Naja, eigentlich ist Zwölfter gar nicht so schlecht -  vor allem wenn man bedenkt, dass die anderen die teureren Laufschuhe haben.

Angesichts des Restprogramms und ihrer aktuellen Form wird für die Eintracht in dieser Saison nicht mehr viel zu holen sein. Das schwache Defensivverhalten und die phasenweise mentale Schwäche des Teams müssen mit strategischen und personellen Änderungen dringend bekämpft werden. Sonst droht eine gefährliche nächste Saison. Denn in jeder Spielzeit werden Meier, Aigner und Seferovic nach 28 Spielen zusammen keine 37 Tore geschossen haben.

Es ist auch nicht die zwingende Folge einer offensiven Grundausrichtung, dass der Gegner oft nahezu ungehindert vor das Eintracht-Tor kommt. Wohl kein Bundesliga-Torwart muss so oft 1:1-Situationen bewältigen wie Kevin Trapp. Hertha BSC zeigt gerade, wie man durch ein paar kluge Maßnahmen einer löchrigen Abwehr mehr Stabilität verleihen kann.

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