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Kommentar: Langsam gehen die Lichter aus

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Von: Dieter Sattler

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© (FNP)

Auch ein Sonny Kittel, der die beste Chance vergab, muss sich fragen lassen, wann er mal in der obersten Spielklasse ein Tor schießen will. Er hat in seiner zugegeben von Verletzungspech begleiteten Karriere in der Bundesliga jetzt sicher schon zehn Hochkaräter vergeben und nur in der zweiten Liga getroffen, als eine dort überlegene Eintracht meist schon hoch führte. Es reicht auf Dauer nicht, gute Ansätze zu zeigen und damit zufrieden zu sein. Aber es liegt beileibe nicht nur an ihm, der erst ins Team zurückkam, als der Tabellendruck schon riesengroß war.

Es ist wie verhext: Trainer Niko Kovac hat die Eintracht taktisch und spielerisch wieder einigermaßen in die Spur gebracht, aber sie trudelt dem Abstieg dennoch scheinbar  unaufhaltsam entgegen. Alle Konkurrenten im Abstiegskampf haben gewonnen, nur die Eintracht verlor. Der Grund ist ganz einfach, dass sie keine Tore schießt. Aigner, Abraham und vor allem Kittel hatten bei der am Ende deutlichen 0:3-Niederlage in Leverkusen beste Chancen in der zweiten Halbzeit, aber es traf der eingewechselte Kevin Kampl mit seinem ersten Ballkontakt nach seiner Einwechslung in der 70. Minute für Leverkusen. Und das auch noch mit einem tollen Volleyschuss. So was kann  die Eintracht einfach nicht, wenn Meier fehlt. Nach dem 0:1 wurde sie dann wieder einmal gnadenlos ausgekontert.

Insofern darf man das spielerische Übergewicht, dass die Eintracht über weite Strecken in Leverkusen hatte, bei allem Respekt auch nicht überbewerten. Die Gegner wissen, dass sie genügend Zeit haben, auf die ersten Konzentrationsprobleme der Frankfurter zu warten. So war es beispielsweise in Berlin, gegen Hoffenheim und jetzt in Leverkusen. Der Gegner lässt die Eintracht gefällig spielen und schlägt dann eiskalt zu. Insofern gibt es keinen Grund für die Frankfurter ihr Pech zu bejammern. Wer in der entscheidenden Phase der Saison in neun Spielen ganze zwei Törchen zustandebringt, kann in der Ersten Bundesliga nicht bestehen.

Auch ein Sonny Kittel, der die beste Chance vergab, muss sich fragen lassen, wann er mal in der obersten Spielklasse ein Tor schießen will. Er hat in seiner zugegeben von Verletzungspech begleiteten Karriere in der Bundesliga jetzt sicher schon zehn Hochkaräter vergeben und nur in der zweiten Liga getroffen, als eine dort überlegene Eintracht meist schon hoch führte. Es reicht auf Dauer nicht, gute Ansätze zu zeigen und damit zufrieden zu sein. Aber es liegt beileibe nicht nur an ihm, der erst ins Team zurückkam, als der Tabellendruck schon riesengroß war.

Bei der Eintracht ist das Problem, dass keiner mehr so richtig daran glaubt, ein Tor schießen zu können. Das war schon zu sehen, als die Stürmer Seferovic, Castaignos und Aigner in der ersten Halbzeit aus einem diesmal relativ klug spielenden Mittelfeld jeweils in verheißungsvolle Situationen geschickt wurden, aber sich die Chance durch schlechte Ballmitnahme verdarben. Vor allem Aigner, der früher regelmäßig ins Tor traf, ist in solchen Situationen nur noch ein Schatten seiner selbst.

Insofern fällt es sehr schwer, noch an eine  Rettung zu glauben. Natürlich ist theoretisch noch alles möglich und man erinnert sich gerne an die Rettungsmission unter Trainer Jörg Berger, als 1999 im Endspurt die letzen vier Spiele von der SGE gewonnen wurden. Aber zum einen gibt es Wunder nun mal selten, zum anderen gab es damals in der Mannschaft  eben noch spielerisch starke Leute wie Ansgar Brinkmann und vor allem Bernd Schneider sowie torgefährliche Spieler wie Thomas Sobitzik und Jan Fjörtoft.  Fest steht: Wenn die Eintracht am Sonntag auch gegen Mainz den Bock nicht umstoßen kann, gehen die Lichter aus.

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