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Katzenbach

Nach heftigen Protesten

Kommentar zu Montagsspielen: Die Signale erhört

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Die Signale sind offenbar nicht überhört worden, das wäre auch schwer möglich gewesen. In Frankfurt zum Beispiel schrillte den Entscheidungsträgern schon im Februar ein Protestkonzert aus Tausenden

Die Signale sind offenbar nicht überhört worden, das wäre auch schwer möglich gewesen. In Frankfurt zum Beispiel schrillte den Entscheidungsträgern schon im Februar ein Protestkonzert aus Tausenden Trillerpfeifen entgegen, zur Erinnerung daran: Der Fußball lebt auch von den Fans. Dass die Vereine und Ligaverband auf die vielfältigen Montagsdemos in den deutschen Stadien reagiert haben und den Spieltermin am ersten Abend der Woche zum nächstmöglichen Zeitpunkt streichen, ist so auch ein Signal – dass man nämlich genau das nicht vergessen hat. Was gerade deshalb Hoffnung macht, weil es in diesem Streit ja gar nicht unbedingt bloß um eine unbeliebte Anstoßzeit ging.

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So wenig fünf übers Jahr verteilte Bundesliga-Termine an Montagabenden alleine der Untergang aller Fan- und Fußballkultur waren, so wenig schüttet ihre Abschaffung alle Gräben zu, die sich zwischen der Welt des großen Kicks und vielen Fußballfreunden aufgetan haben. Diese spezielle Terminfrage war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, bei der ausufernden Kommerzialisierung des Spiels, in der Stadionbesucher bestenfalls noch als Staffage taugen, bei der zunehmenden Entfremdung von der Anhängerschaft. Mit dem Entgegenkommen der Clubs ist ein Anfang gemacht worden, sich der Basis wieder zu nähern, immerhin. Und vielleicht können für nötige weitere Annäherungsversuche auch Beispiele aus dem Frankfurter Februar helfen: Damals gewährte die Eintracht ihren ja nun nicht immer ganz zahmen Fans den Freiraum für ihre Protestbewegung – die dann tatsächlich friedlich blieb und nebenbei zeigte, wie es auch gehen kann. Wenn man einander Vertrauen schenkt. Oder sich zumindest mal richtig zuhört.

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