1903167260_19032016 Fussball Fußball 1. Bundesliga Saison 2015 /2016 / Eintracht Frankfurt - Hannover 96 / 
Fan Fans Fanblock Fahnen Ultras Hooligans  ( Eintracht Frankfurt )
+
1903167260_19032016 Fussball Fußball 1. Bundesliga Saison 2015 /2016 / Eintracht Frankfurt - Hannover 96 / Fan Fans Fanblock Fahnen Ultras Hooligans ( Eintracht Frankfurt )

Eintracht Frankfurt

Kontrollausschuss wegen Fans

  • VonKlaus Veit
    schließen

Der Fußball-Bundesligist glaubt, dass er mit einer Geldstrafe davon kommt. Eine Blocksperre will er nicht akzeptieren.

Wird der morgige Dienstag ein teurer Tag für die Frankfurter Eintracht? Das könnte durchaus passieren. Denn beim Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) steht eine Art Gütetermin an. Einigt man sich, wird die Sache so beschlossen, einigt man sich nicht, sieht man sich vor dem DFB-Sportgericht wieder. Es geht um das Verhalten der Eintracht-Fans in der Rückrunde. Und da hat der Verband an insgesamt acht Begegnungen etwas auszusetzen. Es geht teils um Kleinigkeiten, beispielsweise um Schals und Banner mit DFB-kritischen Sprüchen, es geht aber auch um Situationen, die in einem Stadion wirklich nichts zu suchen haben.

So wurden vor dem Relegations-Rückspiel in Nürnberg vor dem Einlaufen der Mannschaften Böller und Raketen im Eintracht-Block gezündet. Ein absolutes „No go“, weil hier andere Zuschauer oder auch Ordner und Fotografen, die sich im Innenraum aufhalten, gefährdet werden.

Andererseits: Nie sind die Emotionen größer als bei Entscheidungsspielen gegen den Abstieg, zumal diesmal mit den Frankfurtern und den Nürnbergern, die übrigens pyrotechnisch in beiden Begegnungen deutliche Vorteile verbuchten, zwei Teams aufeinander trafen, deren Anhänger sich alles andere als grün sind. Erfreulich deshalb, dass handfeste Auseinandersetzungen ausgeblieben waren.

Doch hilft das der Eintracht oder muss sie erneut mit Teilausschlüssen rechnen? Schließlich hatte sie in der Rückrunde auf Bewährung gespielt, nachdem es im Dezember beim Heimspiel gegen Darmstadt zu unschönen Szenen gekommen war. Brennende Lilien-Fahnen, nach dem Abpfiff das Eindringen von ein paar Dutzend Idioten in den Innenraum, das hatte der DFB schwer sanktioniert. 75 000 Euro Geldstrafe, Blocksperre daheim, ein geschlossener Gästeblock beim Rückspiel in Darmstadt sowie ein Verbot von Blockfahnen und Choreographien in der gesamten Rückrunde. Gegen Dortmund konnten sich die Fans trotzdem eine „Choreo light“ mit einer großen Fahne nicht verkneifen.

Und auch die Partie in Darmstadt, zusätzlich angeheizt durch das Hickhack der Innenstadtsperre für Eintracht-Fans, sorgte für Gesprächsstoff. Da wurde gar behauptet, Frankfurter hätten das Stadion gestürmt. Hatten sie nicht, sondern hatten sich ordentlich Tickets fürs Hessenderby gekauft.

Zumindest bei der Eintracht ist man der Auffassung, dass dies auch nicht verboten war. Eine kurze, heftige Schlägerei auf den Rängen wurde durch aggressive Lilien-Anhänger ausgelöst, wie Bilder und Videos zeigen. Mal sehen, wie der DFB-Beobachter, der seinen Platz am Böllenfalltor übrigens deutlich vor dem Abpfiff verlassen hatte, diese Situation auf der anderen Platzseite gesehen hatte. Axel Hellmann, Marketing-Vorstand der Eintracht, weiß, dass man nicht ungestraft davonkommen wird. Allerdings verweist er darauf, dass Kollektiv-Strafen nichts bringen. Sie sorgen höchstens für weitere Aggressionen. Auch beim DFB ist die Einsicht gewachsen, dass der Ausschluss von ganzen Fangruppen eher kontraproduktiv ist.

Entsprechend spannend dürften die Gespräche, an denen auch Eintracht-Justiziar Philipp Reschke teilnimmt, werden. Hellmann will nicht ausschließen, dass Arbeit aufs Sportgericht zukommt. Denn er glaubt, dass der ganz große Hammer nicht angebracht ist. Zumal die Eintracht viel Geld und Personal investiert, um auch die problematischen Fangruppen in den Griff zu bekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare