Eintracht Frankfurt

Kovac: Eintracht gut für Hessenderby vorbereitet

  • VonChristian Heimrich
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Eintracht-Trainer Kovac sieht sein Team im Derby nicht als Favorit. Er erwartet besonders motivierte „Lilien“.

Mit Fußball-Romantik braucht man Niko Kovac nicht zu kommen. Ein Kampf David gegen Goliath? Oder anders: das kleine Dorf im Süden, das sich – wie die Gallier bei „Asterix und Obelix“ gegen die Römer – gegen die übermächtigen Nachbarn aus Frankfurt zur Wehr setzt? Kovac lächelt und rückt die Dinge im Gegenzug sofort zurecht. „Es ist Bundesliga. Und es ist ein Spiel auf Augenhöhe. Darmstadt war im letzten Jahr vor uns. Wir sind mit Sicherheit nicht der Favorit.“ Seine Mannschaft sei zwar entschlossen, beim Derby heute (15.30 Uhr) in Darmstadt Punkte mitzunehmen, sagt der Trainer: „Aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen.“

Und dazu gehört in erster Linie, die besonderen Bedingungen anzunehmen. „Es wird zur Sache gehen“, erwartet Kovac. Weil es die Heim-Premiere der „Lilien“ nach der Auftaktniederlage in Köln ist. Und auch deshalb, weil es in den Tagen vor der Partie noch einmal ein besonderes Signal an die Mannschaft und den eigenen Anhang gegeben hat.

„Sie spielen im Stadion des verstorbenen Fans“, beschreibt Kovac die Namensänderung der Heimspielstätte der „Lilien“. Sie heißt jetzt „Jonathan-Heimes-Stadion, zum Gedenken an „Johnny“, jenen inzwischen an Krebs gestorbenen glühenden Fan, der das Team mit seiner Motto-Aktion schon zu Zweitliga-Zeiten inspiriert hat: „Du musst kämpfen.“

„Eine sehr schöne Geste, Kompliment“, sagt Kovac dazu. Sie werde sicher für eine zusätzliche Wirkung bei den Darmstädter Spielern und ihren Fans sorgen. „Ich hoffe, dass wir darauf sportlich antworten können“, sagt der Trainer. Eine besondere „Derby-Schulung“ brauche sein mit vielen ausländischen Kräften runderneuertes Team aber nicht: „Ich habe viele südamerikanische und Spanisch sprechende Spieler. Die wissen aus ihrer Heimat, was Derby bedeutet. Dagegen ist das für die hier Kindergeburtstag.

Lautstarke Anfeuerung erhofft sich der Frankfurter Coach natürlich auch von den eigenen Fans. Das Kontingent von knapp 2300 Tickets ist komplett ausgeschöpft. Kovac geht davon aus, dass alles friedlich bleibt: „Ich erwarte, dass sie uns unterstützen – im Rahmen des Erlaubten.“

Die personellen Probleme halten sich in Grenzen. Kovac muss lediglich auf Innenverteidiger Michael Hector verzichten, der nach seiner Roten Karte im Auftaktspiel gegen Schalke 04 gesperrt ist. Für ihn rückt Timothy Chandler oder Jesus Vallejo in die Startelf. „Jesus ist absolut schmerzfrei. Ich hätte keine Probleme, ihn von Beginn an spielen zu lassen“, sagte Kovac über den jungen Spanier, der zuletzt Wadenprobleme hatte. Bestenfalls für einen Kurzeinsatz dürfte es bei dem vom Pfeifferschen Drüsenfieber genesenen Ante Rebic reichen.

Eintracht: Hradecky – Varela, Abraham, Vallejo, Oczipka – Huszti, Hasebe, Mascarell, Gacinovic – Meier, Hrgota.

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