Omar Mascarell (links) übergibt das gelbe Trainingsleibchen an Shani Tarashaj, der auf sein Debüt hoffen darf.
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Omar Mascarell (links) übergibt das gelbe Trainingsleibchen an Shani Tarashaj, der auf sein Debüt hoffen darf.

Eintracht Frankfurt

Kovac plant Überraschung

  • VonPeppi Schmitt
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Am Ende der englischen Woche kommt die ebenfalls erfolgreich gestartete Hertha an den Main. Das weckt Erinnerungen: In der letzten Saison trafen die Mannschaften in einer ähnlichen Situation auf einander. Danach ging es mit der SGE bergab. Dieses Mal soll das anders werden.

Das Spiel gegen Hertha BSC Berlin aus der letzten Saison gilt bei der Frankfurter Eintracht als Wendepunkt. Als Anfang vom spielerischen Ende, als Bruch nach einem ordentlichen Beginn. 1:1 trennten sich die Frankfurter fast genau vor einem Jahr (27. September 2015) von den Berlinern, sie waren nach einer vernünftigen ersten Halbzeit und dem Führungstor durch Alex Meier nach der Pause eingebrochen und hatten nur mit Mühe den einen Punkt behalten. „Als hätte jemand den Stecker gezogen“, sagte später der damalige Trainer Armin Veh. Was folgte ist bekannt, die Eintracht spielte eine schlechte Saison, brauchte einen Trainerwechsel und die Verlängerung über die Relegation, um sich in der Bundesliga zu halten. Jetzt geht es wieder gegen die Hertha. Und die Eintracht steht ähnlich gut da wie vor einem Jahr. Doch damit ist es auch schon vorbei mit den Gemeinsamkeiten.

Damals waren bereits sechs Spieltage absolviert, und die Eintracht hatte acht Punkte, rangierte vor dem Spiel gegen Hertha auf Platz 12 der Tabelle. Jetzt sind erst vier Spiele gespielt, und die Eintracht hat schon neun Punkte und liegt auf Platz 4.

Von der damaligen Mannschaft ist nur noch knapp die Hälfte übrig geblieben. Lukas Hradecky wird spielen am Samstag, David Abraham, Bastian Oczipka und Alexander Meier auch, vielleicht noch Makoto Hasebe. Viele andere der vor einem Jahr eingesetzten 14 Spieler fehlen wie Marco Russ, Marc Stendera und Slobodan Medojevic oder sind in Frankfurt Vergangenheit wie Aleksandar Ignjovski, Stefan Reinartz, Vaclav Kadlec, Stefan Aigner, Luca Waldschmidt und Luc Castaignos. Alleine an dieser Aufzählung kann man erkennen, wie viel sich bei der Eintracht verändert hat.

Die offensichtlichsten Unterschiede sind bislang die deutlich erhöhte Laufleistung der Mannschaft und die gestiegene Abwehrbereitschaft. Ein Vergleich der spielerischen Möglichkeiten aber ist angesichts der vielen neuen Spieler nur schwer möglich. Als Mahnung aber kann die Partie gegen die Hauptstädter allemal dienen. Es ist sicher noch kein Schlüsselspiel für irgendwelche möglichen erreichbaren Ziele. Aber es ist eine Begegnung, die eine Tendenz verfestigen und dem gesamten Verein jene Ruhe vermitteln könnte, die sich alle nach der letzten aufregenden Saison so herbeisehnen. Ein weiterer Sieg und die Eintracht hätte sicherlich über Wochen hinaus mit den direkten Abstiegsplätzen nichts mehr zu tun. Schon jetzt ist das Wichtigste an den geholten neun Punkten der Blick in den Rückspiegel. Andere vermeintliche „Kellerkinder“ wie Bremen oder Ingolstadt oder wieder einmal der HSV liegen schon neun oder acht Punkte zurück.

Trainer Niko Kovac ist in der glücklichen Lage, dass er aller Voraussicht nach auf alle Spieler zurückgreifen kann, die zum jüngsten Sieg in Ingolstadt beigetragen haben. Ante Rebics Verletzung hat sich als Prellung des Beckenkamms herausgestellt. Das ist schmerzhaft, wird den Stürmer aber wohl nicht daran hindern, am Samstag spielen zu können. Lauftraining hat der kroatische Nationalspieler jedenfalls schon wieder absolviert. Der Trainer könnte also die schon zu Beginn der englischen Woche angekündigte Rotation weiter durchführen. Doch das klingt einfach und nahe liegend, ist es aber nicht. Denn warum sollte Kovac zum Beispiel den ausgeruhten Michael Hector ins Spiel bringen, wenn David Abraham und Jesus Vallejo sich gerade als prächtiges Abwehrduo eingespielt haben?

Oder warum sollte er Marco Fabián rausnehmen, der „das Momentum auf seiner Seite hat“, wie Sportvorstand Fredo Bobic es ausdrückt. Und so wird es bei kleineren Veränderungen bleiben. Vielleicht kommt Makoto Hasebe für einen der beiden anderen „Sechser“, Omar Mascarell oder den allerdings zuletzt stark verbesserten Szabolcs Huszti. Auch im Angriff gibt es wenig Grund, Änderungen vorzunehmen. Alex Meier und Haris Seferovic haben nicht den Eindruck hinterlassen, als hätten sie Probleme mit eventueller Müdigkeit. Neuling Shani Tarashaj freilich könnte für die Berliner ein echter „Überraschungsgast“ werden, wenn sich Kovac doch für einen Wechsel entscheidet. Fehlen wird im erweiterten Aufgebot Enis Bunjaki. Der U-19-Nationalspieler hat sich bei einem Zusammenprall mit Danny Blum im Training verletzt.

(pes)

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