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Eintracht Frankfurt

Kovac: „Zehn bis zwölf Punkte mitnehmen“

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Es war ein ungewohntes Bild, das sich am späten Freitagabend im Mönchengladbacher Borussia-Park bot. Die Ränge hatten sich schon fast ganz geleert.

Es war ein ungewohntes Bild, das sich am späten Freitagabend im Mönchengladbacher Borussia-Park bot. Die Ränge hatten sich schon fast ganz geleert. Nur der Gästeblock war noch immer fröhlich gefüllt, als sich plötzlich ein Mann alleine über den Rasen in diese Richtung aufmachte, der sich sonst bei Feiern mit den Fans zurückzuhalten pflegt und diese Bühne lieber seinen Spielern überlässt. Aber die hatten den Gang in die Kurve ja längst hinter sich und waren schon in der Kabine. „Ich habe nach dem Fernsehinterview gesehen, dass der Block noch voll war“, erklärte Niko Kovac später. „Da dachte ich mir, ich gehe mal zu den Fans, um mich in unser aller Namen zu bedanken, dass sie immer dabei sind. Das ist auswärts schon eine große Hilfe für uns.“

Der Trainer der Frankfurter Eintracht hob den Daumen und applaudierte den Anhängern – und bekam eine Menge Applaus zurück. Erst die fast nicht mehr für möglich gehaltene Rettung vor der Zweitklassigkeit, nun der gelungene Neustart: Kovac hat sich seit seinem Antritt im März viel Lob verdient. Das klang auch bei Kollege André Schubert durch. „Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt, die sehr gut organisiert war“, verband er das Bemühen, dem inzwischen verwöhnten Gladbacher Publikum zu erklären, warum ein 0:0 gegen einen Fast-Absteiger manchmal selbst für einen Champions-League-Teilnehmer ein ordentliches Ergebnis ist, mit einer kleinen Eloge auf Kovac und Co.

Mit der Eintracht, die zu Beginn von Kovacs Rettungsmission 0:3 im Borussia-Park untergegangen war, hatte diese aktuelle Version nicht mehr viel zu tun. „Wir arbeiten fleißig, die Spieler sind willig, und sie haben viel Potenzial“, antwortete der Trainer auf die Frage, warum seine runderneuerte Mannschaft schon so gefestigt wirkt. „Die Jungs verstehen immer mehr, was wir wollen.“ Nachgelassen werden soll dabei nicht: „Wir müssen weiter arbeiten, uns weiter verbessern. Gerade im Umschaltspiel“, fordert Kovac.

Die Zwischenbilanz übertrifft freilich auch so alle Erwartungen, mit 15 Punkten aus neun Bundesliga-Spielen. „Das hätte uns doch keiner zugetraut“, meint der Trainer. „Jetzt müssen wir schauen, dass wir bis zum Winter genug Punkte holen, um eine ruhige Rückrunde zu spielen. Zehn bis zwölf würde ich gerne noch mitnehmen.“

Weiter vorausblicken wollte er nicht, schon gar nicht über den nächsten Sommer hinaus. Nach vollgepackten Wochen freute sich Niko Kovac am Freitagabend lieber auf ein freies Wochenende. Seinen Spielern gönnte er zwei Ruhetage, ehe an diesem Montag die Vorbereitung auf das Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Köln beginnt. Während er selbst nach Salzburg flog, wo die Familie lebt. Und die Frage, ob er mit den Seinen vielleicht auch über eine Zukunft in Frankfurt, über eine Verlängerung seines im Juni 2017 auslaufenden Vertrages sprechen würde, lächelte er einfach weg. „Darüber mache ich mir gar keine Gedanken“, versicherte er. „Und mit meiner Frau und meiner Tochter werde ich bestimmt nicht über Fußball sprechen, sondern die Zeit genießen.“

(mka)

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