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Eine Runde nach der anderen um den Trainingsplatz: Noch ist Almamy Touré bei der Eintracht ziemlich auf sich allein gestellt, das soll sich bald ändern. Foto: Hübner

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: Almamy Touré hat noch eine Menge aufzuholen

Während die Kollegen bei dosiertem Training ihre Kräfte für Ukraine-Reisen und andere Herausforderungen einteilen, dreht Almamy Touré seine Runden. Bald will auch der Eintracht-Neuzugang startklar sein.

Frankfurt - Nach einer guten Stunde hatten die Frankfurter Fußballprofis ihr Tagwerk schon verrichtet und trotteten in die Kabinen. Das war nicht ganz ungewöhnlich, am Samstag hatten sie ja erst in Leipzig gespielt. Eine Partie, die körperlich durchaus anspruchsvoll war und am Donnerstag geht es in der Ukraine bekanntlich weiter, in Charkiw im Metalist-Stadion wartet Schachtjor Donezk (21 Uhr/live bei RTL Nitro). Auch das dürfte eine Partie werden, die den Spielern der Eintracht viel, wenn nicht alles abverlangen wird. Auf die rechte Dosierung kommt es in dieser Phase an. Drei Tage nach dem Europa-League-Trip kommt Borussia Mönchengladbach, dann Donezk zum Rückspiel, schließlich müssen die Frankfurter nach Hannover – fünf Spiele binnen zwei Wochen. Deshalb hat auch Sebastian Rode, der in Leipzig wegen drohender Krämpfe ausgewechselt wurde, vorsichtshalber drinnen individuell trainiert.

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In den Genuss des dosierten Trainings kam Almamy Touré am gestrigen Montag freilich nicht. Der Innenverteidiger, der aus Monaco in der Winterpause für weniger als eine Million Euro verpflichtet wurde, musste noch laufend ran. Runde um Runde drehte der 22-Jährige. Er hat ja noch eine Menge aufzuholen. Touré hat in Monaco wegen einer Oberschenkelblessur in dieser Saison nur ganze vier Spiele bestritten, das letzte im November. Ein bisschen war er selbst schuld, er hatte zu früh wieder angefangen, die Narbe am hinteren Oberschenkel platzte auf. Jetzt freilich sei er komplett beschwerdefrei, er fühle sich wohl, Tag für Tag gehe es besser und es sei ein gutes Gefühl, endlich wieder mit der Mannschaft üben zu können, erzählte er am Montag, nachdem er zur Mittagszeit die Laufschuhe endlich hatte ausziehen dürfen.

Almamy Toure: Ein paar Extraschichten

Almamy Touré, der einen französischen Pass und einen aus Mali besitzt, muss derzeit mehr machen als die Kollegen. Seit einer Woche steht er im Trainingsbetrieb, aber konditionell muss er weiter zulegen, selbst wenn er selbst sagt, von der Physis und der Fitness nähere er sich „langsam den 100 Prozent“. So schnell dürfte es nicht gehen, „ein bis zwei Wochen“ benötige er noch, um „startklar zu sein“.

Gerade in dieser Woche wird der 22-Jährige ein paar Extraschichten fahren müssen, weitgehend allein, weil das Gros der Mannschaft ja auf Reisen ist. 24 Spieler sind für die Europa League gemeldet, Touré gehört nicht dazu. Das bedeutet, dass der Mann aus Bamako in dieser Saison in den internationalen Spielen – wer weiß ja schon, wo die Reise enden wird – sicher nicht zum Einsatz kommt. Darüber sei er „nicht enttäuscht“, er sei noch jung und bekomme sicher noch öfter Gelegenheit, sich auf internationaler Ebene zu messen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, seine Berater sollen durchaus auf eine Meldung für die Europa League gedrungen haben, vergeblich.

Eintracht Frankfurt: Almamy Toure kommt aus einer Fußballerfamilie

Almamy Touré soll bei Eintracht Frankfurt in der Innenverteidigung spielen, auf dieser Position „bin ich ausgebildet worden“, damals in jungen Jahren in der Talenteschmiede Monacos. Als Jugendspieler kam er vom kleinen Club FC Bourget, bei Paris, ins Nachwuchsleistungszentrum an der Cote d’Azur, dort ist er geschult worden. Er hat eine prima Technik für einen Verteidiger, ist schnell, kann das Spiel aufbauen und lesen. Er kann auch rechts verteidigen und Dauerspieler Danny da Costa die eine oder andere Ruhepause gönnen. Im Grunde ist es ihm egal, „ich möchte der Mannschaft helfen“, lässt er am Montag von Dolmetscher Stephane Gödde übersetzen. Mehr als anbieten könne er, der einen Vertrag bis 2023 hat, sich aber nicht.

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Touré kommt aus einer Fußballerfamilie. Der Vater war ein bekannter Profi in Mali, zwei seiner drei Brüder spielen ebenfalls professionell Fußball, einer in Griechenland, der andere in Frankreich. Im Alter von fünf Jahren war die Familie nach Paris gekommen, sie lebten im Departement 93, ein Banlieue im Norden der Stadt, keine wirklich gute Adresse, riesige anonyme Betonblocks, Drogenproblematik, heruntergekommene Straßenzüge. Touré sagt, es habe für ihn keine Probleme gegeben. Aber er hat ja den Fußball gehabt, mit 14 ist er nach Monaco gewechselt. Über die Bundesliga hat er sich vorher genau informiert, mit Abdou Diallo, einst in Mainz und jetzt bei Tabellenführer Borussia Dortmund, hat er telefoniert. Auch Gelson Fernandes, den Frankfurter Integrationsbeauftragten in Stollenschuhen, hat er um Rat gefragt. Beide hätten ihm zugeraten. „Da kannst du nichts falsch machen“, hieß es unisono.

Die Eintracht verfolge darüber hinaus „ein ambitioniertes Denken“, ließ der 22-Jährige wissen. Sein neuer Club stelle eine offensiv- und konterstarke Mannschaft, die defensiv gut stehe. Und damit sie zukünftig noch stabiler stehe, wolle er seinen Teil dazu beitragen.

von Thomas Kilchenstein

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