Gegner-Check

RB Leipzig vs. Eintracht Frankfurt, oder: Hurra, der böse Wolf!

Realsatire, gefühlte Misserfolge und die Probleme eines global agierenden Fußball-Konzerns: Eintracht-Gegner RB Leipzig im nicht immer ganz ernst gemeinten Check – mitsamt Vorhersage.

  Das ist los beim Geger: Realsatire. Könnte man zumindest meinen, wenn man die jüngsten Aussagen von RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zum Thema 50+1-Regel und Investoren im deutschen Fußball hört. Mintzlaff hatte sich unlängst in einer „Sky“-Sendung zu Wort gemeldet und sagte Dinge wie: „Es kann nicht sein, dass ein Investor mit viel Geld alles durcheinanderwirbelt.“ Zur Einordnung: Das ist in etwa so, als würde der große böse Wolf mitleidig beklagen, dass es für Rotkäppchen viel zu gefährlich im Wald sei. Mintzlaff trug seine Bedenken mit ernster Mine vor. Dass er demnächst Jan Böhmermann den Rang als Deutschlands Nummer-1-Satiriker abläuft oder als Witzeonkel zur „heute-show“ wechselt, kann dennoch nicht ausgeschlossen werden.

  Die Formkurve: Bei den ambitionierten Leipzigern ist ja jedes Spiel, in dem der Gegner nicht von elf hochgezüchteten Teenagern zu einem 0:5 gejagt wird, ein gefühlter Misserfolg. Entsprechend hart muss der Rückrundenstart für die Leipziger gewesen sein, der zwar drei Siege bescherte, aber eben auch eine Niederlage gegen Kellerkind Freiburg sowie ein Remis gegen den HSV, was in Relation gesetzt eben auch eine Niederlage ist. Seit zwei Spieltagen sind die Leipziger allerdings wieder in der Spur und zurück auf Platz zwei. Den sie heute an die SGE verlieren könnten.

  Angeberwissen über den Gegner: Der Fantasiename „Rasenballsport“, der es Leipzig erlaubt, die Initialen des Großsponsors („Rama Brotaufstriche“, wenn sich der Autor nicht irrt) im Namen zu tragen, ist ja in erster Linie eine Beleidigung des Fußballsports, der Intelligenz der Fußballfans und auch ganz generell der deutschen Sprache. Dass der Name aber auch durchaus inspirierend sein kann, beweist der RB Lingen. Rasenballsport Lingen ist der Nachfolgeverein des insolventen TuS Lingen und hat mit RB Leipzig oder dessen Sponsor rein gar nichts zu tun. Mit der kreativen Namensgebung wollte der Club 2016 lediglich überregionale Aufmerksamkeit erregen, um für mögliche Sponsoren interessant zu sein. Zwei Jahre später spielt er nach wie vor auf Kreis-Niveau, die Aufmerksamkeit ist weg, der blöde Name dafür immer noch da, hässliches Bullen-Logo inklusive. Tja, so kann’s gehen.

  Darum gewinnt die Eintracht: Weil die Verantwortlichen des global agierenden Fußball-Konzerns mit den zahlreichen RB-Mannschaften durcheinanderkommen, spielt die ersten 30 Minuten aus Versehen RB Lingen. Das schnelle 4:0 der SGE versucht Oliver Mintzlaff noch, zu einem 4:0 für Leipzig umzudeuten, kann diesen Plan aber nicht mehr weiter verfolgen, als ihn die Nachricht erreicht, dass er eine eigene Late Night Show auf ZDF Neo bekommt. Der eingewechselte Jan Böhmermann schießt noch den Anschlusstreffer, mehr ist aber nicht drin. 4:1 für die SGE.

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