Eintracht Frankfurt

Die Mannschaftsteile im Saisonrückblick: Souveräne Abwehr

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Rein

Rein von den Zahlen her, hat die Defensive gute Arbeit geleistet in der abgelaufenen Saison. 43 Gegentore in 34 Spielen ist ein guter Wert. Lediglich die vier Champions-League-Teilnehmer plus Köln und Schalke 04 haben weniger Gegentreffer als die SGE. Das ist vor allem ein Verdienst der Innenverteidigung David Abraham und Jesus Vallejo.

Der Spanier war ein absoluter Glücksgriff. Auf Leihbasis kam er in der Sommerpause von Real Madrid und hatte in Frankfurt keinerlei Anlaufschwierigkeiten, trotz seiner erst 19 Jahre. Seinen Stammplatz hatte er sehr schnell sicher und Vallejo zeigte Woche für Woche bärenstarke Leistungen. Kein Wunder, dass schon während der Saison die Gerüchte umgingen, ob Madrid den Spanier in der kommenden Spielzeit in der eigenen Mannschaft einsetzen wird. Fredi Bobic wird alles versuchen, um den Verteidiger ein weitere Jahr auszuleihen. Sei Abgang wäre ein enormer Verlust im Team der Adler.

Der kongeniale Partner in der Innenverteidigung war David Abraham. Der Argentinier glänzte mit Schnelligkeit, Zweikampfstärke und Zuverlässigkeit. Abraham war ein Führungsspieler, an dem sich seine jungen Teamkollegen orientieren konnten. Das Tandem Abraham/Vallejo gehörte zu einem der besten Verteidiger-Paare der gesamten Liga, bis sich der Spanier verletzte. Die Alternativen Michael Hector und der widergenesene Marco Russ waren zwar gute Back-Up's, an die Qualität eines Vallejos kamen aber beide nicht heran. Gerade beim Jamaikaner Hector stockte den Eintracht-Fans manchmal der Atem, auf Grund seiner Fehler.

Die Außenverteidigung spielte eine überraschend starke Saison. Sowohl Timothy Chandler, als auch Bastian Oczipka legten los wie die Feuerwehr und glänzten in der Hinserie. Selbst viele Eintracht-Anhänger dürften sich die Augen gerieben haben bei den Leistungen der beiden Spieler. Nicht nur die Defensive hatten die beiden im Griff, auch in der Offensive setzten sie immer wieder Akzente. In der Rückrunde ließen beide etwas nach, wie die gesamte Mannschaft. Oczipka blieb aber noch der konstanteste Eintracht-Spieler über die ganze Spielzeit gesehen.

Auf der Bank drängten sich nicht wirklich Spieler auf, die beiden arrivierten Außenverteidiger zu verdrängen. Tawatha muste sich erst eingewöhnen und spielte vor allem in der Rückrunde öfters weiter vorne im Mittelfeld. Als Linksverteidiger kam er lediglich zum Einsatz, wenn Oczipka in der Zentrale aushelfen musste. Giullermo Varela verletzte sich bereits zu Beginn der Saison und kam nicht mehr richtig auf die Beine. Mit seiner Tattoo-Aktion vor dem Pokalfinale schoss er sich komplett ins Abseits.

Die weiteren Spieler in der Defensive spielten eine eher untergeordnete Rolle in der letzten Saison. Yanni Regäsel war völlig außen vor und bekam von Trainer Niko Kovac keine Chance auf Einsätze. Andersson Ordonez, im Winter verpflichtet, brachte es immerhin auf vier Einsätze in der Bundesliga. Eine frühe Verletzung verhinderten mehr Spiele. Bei ihm bleibt es spannend, ob er sich in der kommenden Saison durchsetzen kann oder ob er nicht stark genug ist für das Fußball-Oberhaus in Deutschland.

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