Eintracht Frankfurt

Marc Stendera will unter Adi Hütter noch einmal richtig angreifen

  • schließen

Andere Angebote soll es reichlich geben, vorerst will Stendera davon aber nichts wissen: Er gibt bei der Eintracht noch nicht auf.

Im Grunde steht Marc Stendera mit 22 Jahren noch am Anfang seiner Karriere. Und doch ist er schon am Scheideweg angekommen. Seit 2010 spielt der Mittelfeldspieler für die , vier Jahre in der Jugend, seit 2014 bei den Profis in der Bundesliga. Stendera, in Kassel geboren, beim TSV Heiligenrode und dem OSC Vellmar vorangekommen, ist ein echtes Eigengewächs.

Am Riederwald hat er die Ausbildung genossen, dort ist er nicht nur fußballerisch groß geworden, dort war er auch einer der ersten Bewohner des Internats im neuen Nachwuchsleistungszentrum. Draußen im Osten der Stadt, in der eigentlichen Heimat der Eintracht, hat er zu einer Karriere angesetzt, die schnurstracks nach oben zu verlaufen schien.

Stendera hat in allen Juniorennationalmannschaften von der U 17 bis zur U 21 gespielt. Er hat nach zwei Jahren als Profi vor zwei Jahren seinen Vertrag bis 2020 verlängert. Dieses Talent wollten sich die Verantwortlichen langfristig sichern. Alles gut also? Mitnichten. Sein unbestreitbar großes Talent ist in der vorigen Saison quasi verschüttet gegangen. Nur sieben Mal wurde er in der Bundesliga eingesetzt, dazu noch zweimal im Pokal. „Ein verlorenes Jahr“, sagt sein Berater und Freund Sascha Bürger. Trainer Niko Kovac hatte das Vertrauen in das Talent verloren.

Doch aufgeben will Stendera nicht. Und den vielen Ratschlägen nachgeben, sich doch einen anderen Club zu suchen und dort die gerade für junge Spieler so wichtige Praxis zu sammeln, will er auch (noch) nicht. Am 2. Juli startet die Eintracht in die Vorbereitung auf die neue Saison. Und dann will Stendera noch einmal richtig angreifen unter dem neuen Trainer Adi Hütter. Bis dahin, so hat er seinen Berater angewiesen, soll er Anfragen anderer Vereine, und die gibt es reichlich, nicht wirklich bearbeiten.

Aktuell erholt sich Stendera mit seiner Freundin auf den Seychellen. Mit dabei auch ein Personaltrainer, im Gepäck ein Trainingsplan, den er wie die anderen Eintracht-Profis von Fitnesstrainer Klaus Luisser bekommen hat. Stendera, dem immer ein gewisses Phlegma nachgesagt wird und der zweifellos nicht der ausgeprägte Sprintertyp ist, will an seinen körperlichen Defiziten arbeiten, sie weitgehend ausmerzen. Viel Wert legt er auch auf eine Umstellung der Ernährung. „Er tut alles, um fit hier anzutreten“, sagt sein Berater.

Den Defiziten stehen große Qualitäten gegenüber. Marc Stendera ist ein Mann, der genaue Pässe spielen kann, er ist ein guter Techniker, auch einer, der Freistöße schießen kann oder es zumindest einmal konnte. Insgesamt 78 Spiele hat er für die Eintracht in der Bundesliga absolviert, den richtigen Sprung aber noch nicht geschafft. Häufig hat das Verletzungspech das verhindert. Zwei Kreuzbandrisse (2013 und 2016) hat er in seiner noch jungen Karriere schon überwinden müssen. Doch Stendera ist ein Kämpfer, ist immer wieder zurückgekommen. Umso enttäuschter war er, dass er, obwohl gesundheitlich auf der Höhe, gerade im letzten halben Jahr von Niko Kovac keine Chance mehr bekommen hat. Viele gute Worte soll es gegeben haben, aber kaum noch Nominierungen. Nur ein einziges Mal hat er in der Rückrunde noch gespielt, im Januar gegen den SC Freiburg, dazu hatte er noch zweimal im Kader gestanden, ohne eingesetzt zu werden. Irgendwann war die Vertrauensbasis zerstört. Da haben auch persönliche Gespräche mit dem Trainer und viel Zuspruch aus dem Umfeld nicht mehr viel geholfen.

Nun will Stendera wieder alles auf Null stellen. Den neuen Trainer sieht er als neue Chance, als Motivation. „Nach der Vorbereitung werden wir dann einen Strich ziehen und sehen, was rausgekommen ist“, sagt Berater Bürger. Denn bei aller Liebe zur Eintracht, ein weiteres Jahr will Marc Stendera nicht verlieren.

(pes)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare