Längst voll integriert: Marco Fabián übergießt Omar Mascarell mit Eiswasser.
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Längst voll integriert: Marco Fabián übergießt Omar Mascarell mit Eiswasser.

Eintracht Frankfurt

Marco Fabián fühlt sich nach nur einem Jahr in Frankfurt "pudelwohl"

  • VonKlaus Veit
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Eintracht-Profi Fabián hat klare Vorstellungen, wie es weiter geht: Erfolgreich und mit dem einen oder anderen Schnitzel.

Für Marco Fabián schloss sich in Abu Dhabi ein Kreis. Ein Jahr zuvor hatte er im Emirat den Dienst bei der Frankfurter Eintracht aufgenommen. Verpflichtet als Hoffnungsträger im Abstiegskampf. Aber in den ersten Monaten weit entfernt davon, in der Bundesliga eine besonders positive Rolle spielen zu können.

„Es war ein schönes, ereignisreiches und sehr lehrreiches Jahr“, blickte der 27-Jährige am Ende seines zweiten Abu-Dhabi-Aufenthaltes zufrieden und nicht ohne Stolz zurück. Immerhin belegte er in der Vorrunden-Rangliste des „Kicker“ bei den offensiven Mittelfeldspielern Rang drei. Ein Beweis dafür, dass seine Lehrjahre nach rund sechs Monaten beendet waren.

„Natürlich war es ein großer Sprung von Mexiko nach Deutschland. Ich musste wie jeder Neue versuchen, mich schnell an das Umfeld anzupassen“, erinnert er sich. Was durch den Abstiegskampf noch erschwert wurde. So viel nach hinten zu arbeiten, das war der mexikanische Nationalspieler nicht gewohnt gewesen: „Ich bin ja auch hauptsächlich wegen meinen Stärken in der Offensive verpflichtet worden.“

Trotzdem war es ihm nie in den Sinn gekommen, das Handtuch zu werfen. In jedem Training versuchte er, sich an den körperbetonteren Fußball zu gewöhnen: „Das war am Anfang schwer, aber dann kam ich immer mehr in den Rhythmus.“ Dank der Hilfe in seinem Umfeld sei er nun „glücklich und zufrieden“.

Was aber nicht heißen soll, dass er demnächst eine ruhigere Kugel schieben wird: „Ich werde weiter hart arbeiten, denn ich habe noch Träume.“ Träume? Welche denn? „Ich möchte kontinuierlich spielen und der Mannschaft helfen, weiter fleißig Punkte zu sammeln. Am Saisonende soll ein Platz möglichst weit oben stehen.“

Träumt da einer etwa von der Europa League? Marco Fabián lacht: „Den Traum haben doch alle. Aber wir müssen weiter hart arbeiten, müssen versuchen, Schritt für Schritt zu machen. Wir werden mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben.“ Keiner habe das Recht, wegen der gesammelten 29 Punkte und Tabellenplatz vier abzuheben.

Der gute Techniker ist froh, dass es diesmal nicht gegen den Abstieg geht: „Das ändert zwar nichts an der täglichen harten Arbeit, aber es macht viel mehr Spaß, auf die Tabelle zu schauen.“

Nicht nur bei Training und Spiel hatte Fabián versucht, in Deutschland rasch Fuß zu fassen. Er erlernte die fremde Sprache überraschend schnell. Wenn man sich mit ihm unterhält, versteht er alle auf Deutsch gestellten Fragen, bei den Antworten steht ihm eher zur Sicherheit noch ein Dolmetscher zur Seite.

Und wenn es die Zeit zulässt, schaut er gerne am Riederwald vorbei. Dort, wo die Eintracht-Talente trainieren. Fabián ist inzwischen nicht nur Angestellter, sondern auch Eintracht-Mitglied auf Lebenszeit, hat die erforderlichen 1899 Euro dafür gerne bezahlt. „Ich war doch auch mal ein junger Spieler. Es macht Spaß, mit ihnen Kontakt zu haben. Der Austausch zwischen Profis und Talenten ist wichtig.“ Und außerdem sei er in Frankfurt so toll aufgenommen worden, dass er „etwas von der Liebe zu mir zurückgeben“ will.

Am Main sei er als fremder Mexikaner mit so viel Herzlichkeit und offenen Armen aufgenommen worden: „Das hat mir vom ersten Tag an total gefallen, ich fühle mich hier pudelwohl.“ Weshalb er auch kein Heimweh verspüre. Als er gebeten wird, mal ganz kurz sein Heimatland zu charakterisieren, nennt er die Lebensfreude der Menschen, viel Kultur und Tradition, das angenehme Klima, schöne Strände und das tolle Essen.

Aber auch in Deutschland hat er bereits einige kulinarische Genüsse kennengelernt. An erster Stelle kommt das Schnitzel, dicht gefolgt von der Bratwurst. Und dazu eine Apfelschorle. Ebbelwei? „Nein, das ist nichts für mich.“ Wir werden ihn nach einem weiteren Jahr noch einmal befragen.

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