Marco Fabian von Frankfurt visiert den Ball. Foto: Stefan Puchner/dpa
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Marco Fabian von Frankfurt visiert den Ball. Foto: Stefan Puchner/dpa

Eintracht Frankfurt

Marco Fabián und die Geduldsprobe

  • VonPeppi Schmitt
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Diese Aufmunterung dürfte Marco Fabián gerade recht gekommen sein. Der mexikanische Nationaltrainer Juan Carlos Osorio hat den Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht ins Aufgebot für die beiden Länderspiele der Azteken am 23.

Diese Aufmunterung dürfte Marco Fabián gerade recht gekommen sein. Der mexikanische Nationaltrainer Juan Carlos Osorio hat den Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht ins Aufgebot für die beiden Länderspiele der Azteken am 23. März gegen Island und am 27. März gegen Kroatien berufen. Ausgetragen werden die beiden Begegnungen in den Vereinigten Staaten vom Amerika, in Arlington und in Santa Clara. Fabián und sein Frankfurter Mannschaftskollege Carlos Salcedo, der ebenfalls im Aufgebot steht, müssen also ziemlich weit fliegen für zwei Freundschaftsspiele. Gerade Fabián aber wird froh darüber sein, ein paar Tage wegzukommen aus der Frankfurter Arbeitsroutine, denn zuletzt ist es bei ihm nicht mehr wirklich gut gelaufen.

Der Mittelfeldspieler, der bei der Eintracht die Rückennummer „10“ des Spielmachers trägt, kommt seit einigen Wochen nicht dazu, das Spiel zu machen. Das sind die Nachwirkungen seines Fehlens in der Vorrunde, die er wegen einer schweren Bandscheibenoperation im letzten Sommer komplett verpasst hat.

Seit dem Trainingslager in Spanien Anfang des Jahres aber steht er wieder auf dem Trainingsplatz und hat sich die Rückkehr in die Mannschaft sicher anders, vor allem schneller und nachhaltiger vorgestellt. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte Fabián in einem Interview davon gesprochen, „dass 2018 vielleicht mein bestes Jahr wird.“ Mit der Eintracht in den Europapokal kommen und mit Mexiko die Weltmeisterschaft spielen, unter anderem in der Gruppe gegen Deutschland, das waren und sind die guten Aussichten, die er meint.

Doch gerade bei der Eintracht ist er aktuell nicht wirklich mitten drin, sondern eher außen vor. 23 Minuten hat er bei der 0:3-Niederlage in Augsburg gespielt, 45 Minuten bei der 0:1-Niederlage in Stuttgart. Jeweils eingewechselt, als es bei den anderen gar nicht gelaufen war. So richtig Reklame machen in eigener Sache konnte er dann in beiden Fällen nicht.

Fabián ist zwar seit einigen Wochen gesund und hat keine Probleme mit dem Rücken. Aber offenbar ist er noch nicht fit genug, oder deutlicher gesagt, auch nicht gut genug, um der Mannschaft wirklich helfen zu können. Beim Heimspiel gegen Leipzig hatte er nicht einmal im Kader gestanden, andere wie der junge Aymen Barkok hatten den Vorzug erhalten. Das hat Fabián ziemlich getroffen. Angeblich habe er seine Unzufriedenheit auch gegenüber den Trainern gezeigt. Niko Kovac hatte kühl reagiert. Andere seien beim Training „besser gewesen“ als Fabián, sagte er und fügte Grundsätzliches an: „Keiner kann sich über die Mannschaft stellen. Es ist okay, wenn einer beleidigt ist, wenn er nicht spielt. Aber die Gesamtheit darf nicht gefährdet werden. Und wenn etwas nicht okay ist, dann handeln wir.“ Die „gute Kommunikation mit dem Trainer“, die Fabián noch im Winter herausgestellt hatte, scheint ein wenig gestört zu sein. Die Konsequenzen: Gegen Hannover stand er im Kader, wurde aber nicht eingesetzt, in Dortmund hat er wieder ganz gefehlt, allerdings auch leicht erkältet.

Und nun im Nachbarschaftsduell gegen Mainz? Fabián, im Winter noch sehnlichst herbeigewünscht, wird es schwer haben, es überhaupt ins Aufgebot zu schaffen. Andere haben ihn eingeholt oder sogar überholt. Die größte Überraschung ist in diesen Tagen und Wochen der Holländer Jonathan de Guzman, der bei seinen beiden Einsätzen gegen Hannover und Dortmund jeweils überzeugen konnte. Und gerade mit seiner ausgewiesenen Standard-Stärke der Mannschaft helfen kann. Gegen Mainz könnte das besonders wichtig sein. Fabián gehört aktuell zur Gruppe der „Herausforderer“ wie Barkok, wie Mijat Gacinovic oder Marc Stendera, die geduldig auf ihre Chance warten müssen.

( pes)

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