Lang, lang ist?s her: In der Saison 2015/16 konnte Slobodan Medojevic seinen Treffer gegen Bayer Leverkusen bejubeln.
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Lang, lang ist?s her: In der Saison 2015/16 konnte Slobodan Medojevic seinen Treffer gegen Bayer Leverkusen bejubeln.

Eintracht Frankfurt

Medojevic bekommt neuen Vertrag

  • VonPeppi Schmitt
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„Medo“, wie sie ihn nennen, ist endlich wieder fit. Das will Eintracht-Trainer Niko Kovac für sein Team nutzen.

Knapp drei Jahre hat Slobodan Medojevic bei der Frankfurter Eintracht unter Vertrag gestanden. Im Spätsommer 2014 hatten die Frankfurter den serbischen U 21-Nationalspieler für 1,5 Millionen Euro Ablöse vom VfL Wolfsburg geholt. Nach vielen Verletzungen und wenigen Spielen schien die Zeit des Mittelfeldspielers nach Ablauf des Vertrages in diesen Tagen zu Ende zu gehen. Doch ein Spiel, ein ganz besonderes Spiel, das Pokalfinale in Berlin gegen Borussia Dortmund (1:2) hat alles verändert. Medojevic wurde von Trainer Niko Kovac überraschend in der Anfangsformation aufgeboten und machte seine Sache so gut, dass der Trainer schon gleich nach dem Abpfiff darüber nachdachte, den auslaufenden Vertrag vielleicht doch zu verlängern. Nun, knapp zwei Wochen später, deutete alles darauf hin, dass es tatsächlich so kommen wird und Medojevic einen neuen Einjahresvertrag unterschreiben wird. „Wir haben miteinander gesprochen“, sagte Medojevic am Donnerstag, „noch ist nichts definitiv, aber ich würde mich sehr freuen, wenn es klappt.“ Am Freitag war es aber dann definitiv: Medojevic bekommt einen neuen Einjahresvertrag.

Zwei Tage nach dem Endspiel war Medojevic mit dem Auto in seine serbische Heimat nach Novisad gereist. Mit guten Gefühlen. Und die waren nicht nur in der Hochzeit seiner Schwester begründet, die er am Wochenende gemeinsam mit der ganzen, großen Familie gefeiert hat. „Ich bin dankbar, dass ich Teil dieser Mannschaft war“, sagte er, „ich habe mich in Frankfurt immer wohl gefühlt, obwohl es eine schwere Zeit war.“ Die Anteilnahme während seiner schlimmen Verletzungsserie hatte ihn sehr beeindruckt. „Ich habe viele freundliche Menschen kennengelernt, ich habe auch viele Freundschaften geschlossen“, hat er gesagt, „das werde ich nie vergessen.“

Auf einen neuen Vertrag hat der 26 Jahre alte Profi gehofft, aber wirklich damit gerechnet hat er nicht. Konnte er auch nicht. Denn in der letzten Saison hat er tatsächlich nur ein Spiel bestritten, eben das Endspiel. Das ist eine Geschichte wie aus einem Märchen. Insgesamt nur 28 Bundesligaspiele hat er für die Eintracht bestritten, je vierzehn in der Saison 14/15 und 15/16, das letzte am 12. März 2016 beim 0:3 in Mönchengladbach. Es war damals das erste Spiel von Trainer Niko Kovac und Medojevic hatte 90 Minuten auf dem Platz gestanden. In der Woche darauf aber wurden die Achillessehnenschmerzen, die ihn schon lange geplagt hatten, so stark, dass es nicht mehr weiter ging. Wochen und Monate hatte er zuvor bei Training und Spielen nur mit Medikamenten durchgehalten. Nun musste er wegen eines Achillessehnenanrisses pausieren. Und ließ sich in der Folge operieren.

Auch wenn er am zweiten Spieltag in Darmstadt und am achten Spieltag in Hamburg im Aufgebot gestanden hatte, der Anschluss wollte nicht mehr so richtig gelingen. Vor allem, weil er nie hundertprozentig fit war. Als Folge der Achillessehnen-OP bereitete nun das Knie Probleme. Und so musste Medojevic mehr in der Reha arbeiten als auf dem Platz trainieren. Umso überraschender kam dann der Einsatz im Pokalendspiel. Nach knapp zwei Wochen Training mit den Kollegen war dies auch der personellen Not im Mittelfeld geschuldet. Medojevic, der so viel Pech mit Verkettungen hatte, profitierte da einmal vom Pech der Kollegen Makoto Hasebe und Omar Mascarell, die wegen Verletzungen nicht dabei sein konnten. „Der Trainer hat mir Vertrauen geschenkt, das war fantastisch“, sagte Medojevic, der im Finale dann lief, solange ihn die Füße trugen. Nach einer knappen Stunde musste er entkräftet vom Platz. „Er hat seine Sache außerordentlich gut gemacht“, lobte später Trainer Kovac. Das größte Lob aber waren die Einschätzungen der Kritiker: Als er den Platz verlassen hatte, hatte es einen Bruch im Eintracht-Spiel gegeben.

Nun wird es also zum größten Happy End seit der Rückkehr von Marco Russ nach seiner Krebserkrankung kommen. Die Eintracht bindet Medojevic für ein weiteres Jahr binden. „Ich will zeigen, dass ich gut spielen kann“, sagt er.

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