Eintracht Frankfurt

Veh hat mehr Spielraum - und ein gutes Gefühl für die Rückrunde

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Ein guter Rückrundenstart gegen Wolfsburg wäre wichtig für die Eintracht. Fragt sich nur, wer dabei helfen darf.

Ob das Puzzle schon fertig ist? So viel verraten will Armin Veh natürlich nicht. Ein bisschen Geheimniskrämerei gehört schon dazu im eigentlich von allen Seiten durchleuchteten Bundesliga-Geschäft – zumal wenn man noch drei neue Variablen zur Verfügung hat. Die spannendste Frage vor dem Rückrundenstart der Frankfurter Eintracht am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr) in heimischer Arena gegen den VfL Wolfsburg ist gewiss, welche Plätze der Trainer seinen in der Winterpause frisch verpflichteten Hoffnungen zuweist.

„Lassen Sie sich überraschen“, sagt Veh nur zu seinen Personalplänen. Sehr sicher kann man sich aber sein, dass Szabolcs Huszti gleich in der ersten Elf einläuft und der vielseitige Defensive Kaan Ayhan erst einmal auf der Bank sitzt. Während Marco Fabian, der dritte Neu-Frankfurter, wohl mit Stefan Aigner um den letzten freien Startplatz ringt. Lösen wird sich dieses Rätsel spätestens morgen, wenn Schiedsrichter Knut Kircher anpfeift und 35 Tage Pause im Spielbetrieb und drei Wochen Vorbereitung vorbei sind. Mit dem Besuch aus der Autostadt beginnt ein harter Klassenkampf, mit dem die Eintracht eigentlich überhaupt nichts zu tun haben wollte und mit dem man vor der Saison auch nicht unbedingt gerechnet hatte.

Die Nachbesserungen rund um Weihnachten und Neujahr waren eine Reaktion auf die durchwachsene erste Saisonhälfte. Nun soll zumindest Huszti direkt dazu beitragen, dass aus den ersten Einsätzen nach dem Neustart Erträge mitgenommen werden können – was bei nur zwei Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone hilfreich wäre für die Mission Klassenerhalt, aber gegen den Wolfsburger Pokalsieger keine Selbstverständlichkeit ist.

„Huszti hilft uns sofort“

Er habe „kein schlechtes Gefühl“, meint Armin Veh, der angesichts der gefährlichen Tabellenlage und der wenig zufriedenstellenden Hinrunden-Auftritte in den vergangenen Wochen im Training öfter als gewohnt eingegriffen, die Zügel angezogen hat. „Wir haben in den Testspielen nicht überzeugt, aber gut trainiert und sind ordentlich vorbereitet“, glaubt er. Wichtig sei es gewesen, die verletzten Spieler zurück in die Spur zu bringen und die Neuen zu integrieren. Unter der Woche hat der Frankfurter Fußballlehrer dafür noch einmal einige Experimente vorgenommen, Personal und System hin und her gewechselt.

„Bei offensiven Spielern wie Huszti und Fabian musst du schauen, auf welcher Position sie am besten passen, musst aber auch auf das Ganze sehen“, erklärt Veh. „Es kann das ganze Mannschaftsgefüge ändern, wenn du einen Spieler tauschst.“ Bei Huszti ist sich der Trainer sicher, „dass er uns sofort hilft mit seiner Erfahrung und Klasse“. Zum mexikanischen Nationalspieler Fabian sagt er: „Es kann sein, dass er noch ein bisschen braucht. Der Fußball hier ist doch etwas anders, da hat man weniger Zeit am Ball. Er kann aber den entscheidenden Pass spielen und ist torgefährlich.“ Veh traut dem Mann aus Guadalajara vorne alle Positionen zu, sagt indes auch: „Jetzt, wo er die Liga noch nicht so kennt und hier neu ist, fühlt er sich auf der Zehn am wohlsten.“ Ob der Trainer auf Fabian oder Aigner setzt, entscheidet nebenbei wohl auch über die Systemfrage.

Ins Risiko gehen

Unabhängig davon ist es gut möglich, dass Marco Russ ins defensive Mittelfeld vorrückt, da Carlos Zambrano nach zähen Oberschenkelproblemen doch rechtzeitig abwehrbereit ist. „Carlos ist früher dran, als ich dachte. Deshalb wäre das jetzt möglich“, sagte Veh gestern. Personell und taktisch hat er nun mehr Spielraum, die generelle Ausrichtung aber ist klar: „Wir haben die besten Spiele gemacht, wenn wir ins Risiko gegangen sind, und hatten Probleme, wenn wir nur defensiv gedacht haben.“

Ins offene Messer stürmen lassen wird er die Seinen gegen die „Wölfe“ indes nicht. Auch wenn diese als Siebte ihren Ansprüchen etwas hinterherhinken, reisen sie doch als Favoriten an. „Wenn man vorne Draxler, Schürrle, Kruse oder Caligiuri hat, ist das ja nicht so schlecht. Da ist viel Tempo und Klasse drin“, sagt Veh über den Achtelfinalisten der Champions League.

Der Gegner spielt bei seinem Puzzle natürlich auch eine Rolle. „Aber nie so weit, dass man sich selbst aufgibt“, betont der Trainer, der noch mehr auf die eigenen Vorstellungen und die Form seiner Spieler achtet. „Es kann immer mal sein, dass einer rein- oder raus rutscht“, sagt er trocken. Und eine echte Stammelf gebe es ja sowieso nur dann, wenn man erfolgreich sei und es keine Verletzten gebe. So wie über weite Teile seiner ersten Frankfurter Zeit. Die aktuelle Eintracht war davon in dieser Saison bislang weit entfernt. „Wenn wir eine Vorrunde mit 30 Punkten gespielt hätten, wäre es einfacher“, meint Armin Veh. Das freilich gilt nicht nur für Aufstellungsfragen.

Die mögliche Aufstellung: Hradecky – Hasebe, Zambrano, Abraham, Oczipka – Russ, Stendera – Aigner (Fabian), Meier, Huszti – Seferovic.

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