Der Siegtreffer: Alex Meier drischt die Kugel ins Wolfsburger Netz. Benaglio ist machtlos.
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Der Siegtreffer: Alex Meier drischt die Kugel ins Wolfsburger Netz. Benaglio ist machtlos.

Eintracht Frankfurt

Meiers Dreierpack rettet 3:2 über den VfL Wolfsburg

  • VonKlaus Veit
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Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt ist mit einem Sieg in die Rückrunde gestartet. Trotz einer schwachen ersten Hälfte.

Als Schiedsrichter Knut Kircher zur Halbzeit pfiff, gellten laute Pfiffe durch das Frankfurter Stadion. Die Eintracht lag „nur“ 0:1 gegen den VfL Wolfsburg zurück, hatte 45 Minuten lang einen unterirdischen Kick hingelegt und konnte von Glück reden, dass die Partie noch nicht entschieden war.

Rund eine Stunde später pfiff Knut Kircher ein letztes Mal an diesem Sonntagnachmittag und der Jubel kannte keine Grenzen. 3:2 hatte die Eintracht gewonnen und alle rätselten, wie das hatte passieren können. Verdient war dieser Dreier zum Beginn der Rückrunde sicherlich nicht, aber verdammt wichtig für die Psyche.

Mann des Tages war wieder einmal Alexander Meier. Der Frankfurter Fußballgott, in Durchgang eins auch hinter irgend einer dunklen Wolke verschwunden, erzielte alle drei Treffer. Das 1:1 in der 66. Minute, das 2:1 in der 73. Minute und das 3:2 in der Nachspielzeit – die Fans waren entsprechend aus dem Häuschen.

Dass aber diese drei Treffer auch zum Sieg reichten, lag einerseits an einem enorm starken Eintracht-Keeper Lucas Hradecky, andererseits an Wolfsburger Abschlussschwächen. Sie hätten schon im ersten Durchgang nach Ansicht von VfL-Trainer Dieter Hecking 3:0 oder gar 4:0 führen müssen. Und Sekunden vor Meiers drittem Streich hatte Makoto Hasebe einen Schuss von Vierinha knapp vor der Linie wegschlagen können.

„Der Sieg war sicher nicht verdient, aber die Mannschaft hat gefightet“, freute sich Armin Veh. Der Eintracht-Trainer hatte von seinen drei Neuen lediglich Szabolcs Huszti auflaufen lassen, korrigierte dies aber in der Halbzeit. Trotz Rückstand nahm er Stürmer Haris Seferovic vom Feld, schickte Meier an die vorderste Front und brachte Marco Fabian als hängende Spitze. Ein Schachzug, der aufging.

Aber daran lag es nicht alleine. Veh nutzte die Pause, um seinen Profis klar zu machen, dass die bisherige Leistung nichts mit Bundesliga-Fußball gemeinsam hatte. „Wir hatten eine gute Halbzeit-Diskussion“, berichtete Hradecky, „nicht laut, aber konstruktiv.“ Es war der Zeitpunkt, als es sogar Vorstandschef Heribert Bruchhagen „Angst und Bange“ um die Eintracht geworden war.

Abstiegskampf ist eben auch Kopfarbeit. Und da waren fast alle Frankfurter zunächst überfordert. Fehlpässe, Verunsicherungen, kein Mumm, zu weit weg von den Gegnern: Fast alle Fehler, die man in einer solchen prekären Lage machen kann, wurden gemacht. „Im zweiten Durchgang waren wir viel frecher. Und wir haben uns viel besser gegenseitig unterstützt“, freute sich Veh, dass seine Halbzeitansprache Erfolg gehabt hatte.

Wobei alles wohl nichts genutzt hätte, wenn nicht wieder einmal das Phänomen Alex Meier bei drei Chancen drei Mal eiskalt zugeschlagen hätte. Dieser Meier, der in der Winterpause den Trainer zu einem speziellen Gespräch gebeten hatte. „Alex kam zu mir, weil er bei einem anderen Verein richtig viel Geld hätte verdienen können. Aber als ich ihm gesagt hatte, dass wir ihn nicht gehen lassen können, war dieses Thema nach einem Gespräch für ihn erledigt. Das ist charaktervoll“, huldigte Veh den Teamplayer mit der Rückennummer „14“. Sein Kapitän sei zwar inzwischen 33 Jahre alt, „aber weil er danach lebt und einfach ein anständiger Kerl ist“, könne er immer wieder zeigen, wie wichtig er ist. Da könne sich gerade Haris Seferovic eine Scheibe davon abschneiden (siehe Bericht unten).

Mal sehen, ob der glückliche Erfolg das Selbstvertrauen der Mannschaft stärkt. Immerhin war Wolfsburg ein Team, das deutlich stärker einzuschätzen ist als die weiter im Abstiegskampf steckende Eintracht. „Ich hoffe, dieses 3:2 hilft“, sagte Veh. Denn am nächsten Samstag wird es in Augsburg nicht viel leichter werden.

Gut, dass sowohl Huszti als auch Fabian gezeigt haben, dass sie der Mannschaft weiter helfen können. Es war schon frech, wie der Mexikaner in quasi letzter Sekunde das 3:2 vorbereitet hatte, als er sich an der Torauslinie auch von zwei Gegnern nicht aufhalten ließ und den Ball dann scharf nach innen brachte. „Das freut uns natürlich, das war gut gemacht“, lobte Veh, der aber einschränkte, dass sich der Profi halt noch an die Bundesliga gewöhnen müsse. Die Ansätze reichten aber schon, um nach der „schweren Kost“ der ersten Hälfte (Veh) die Partie noch zu drehen.

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