Eintracht Frankfurt

Uwe Müller: Im Büro und auf der Couch

  • VonRoland Stipp
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Uwe Müller war mit der Eintracht 1980 deutscher B-Jugendmeister und holte zwei Jahre später mit dem fast identischen Team auch den A-Jugend-Titel. Danach brachte er es auf 131 Bundesligaspiele für die Eintracht und erzielte dabei 17 Tore. Nach dem DFB-Pokalsieg 1988 zog er weiter nach Österreich, wo er lange für Admira/Wacker kickte und zwischendurch auch mal ein Jahr für Austria Wien.

Seine „internationale“ Karriere ließ der in Langenselbold geborene Stürmer in Österreichs Zweiter Liga beim SC Eisenstadt ausklingen, ehe es ihn heim nach Hessen zog. Beim FV Steinau spielte er wie schon in Österreich mit Fred Schaub zusammen in der Oberliga. Dann ging es zu Eintracht Oberissigheim, wo Müller schließlich auch Trainer wurde, was er anschließend bei seinem Heimatverein Spvgg. Langenselbold noch einige Jahre fortsetzte. Seine letzte Station war der VfR Meerolz. „Dann hat es irgendwann gereicht nach 16, 17 Jahren, in denen ich durchgehend trainiert habe oder habe trainieren lassen. Wenn ich heute sehe, dass meine Söhne bei Wind und Wetter auf den Platz müssen, dann freue ich mich, wenn ich auch mal zu Hause auf der Couch bleiben kann“, sagt er.

Beim Fußball trifft man Uwe Müller aber auch heute noch. Er spielt in der Traditionsmannschaft der Eintracht und arbeitet im Büro der Eintracht-Fußballschule, wo Charly Körbel viele „Ehemalige“ um sich versammelt hat. Beim Trainingslager der Profis in Abu Dhabi war Müller zusammen mit Körbel und Ervin Skela quasi als „Botschafter“ der Fußballschule am Start. Und von den Heimspielen der Eintracht verpasst er kaum mal eines.

Die große Zeit von Uwe Müller war die der sogenannten „Weise-Bubis“, die am Ende der Saison 1983/84 in der Relegation gegen den MSV Duisburg den Klassenerhalt schafften – was Ihnen kaum jemand zugetraut hatte. Schließlich musste die finanziell klamme Eintracht vor der Saison mit Bruno Pezzey und Bum-Kun Cha zwei ihrer letzten Stars verkaufen und Bernd Nickel in die Schweiz ziehen lassen, wo die Eintracht-Legende bei den Young Boys Bern noch ein paar Franken verdienen und etwas Neues sehen konnte.

Als die Eintracht zu den Relegationsspielen gegen Duisburg antrat, war Uwe Müller gerade 20 Jahre alt, Armin Kraaz und Thomas Berthold zählten 19 Lenze und Ralf Falkenmayer war mit seinen 21 Jahren schon fast ein „Routinier“. Sorgen machten sich die Fans ob der Unerfahrenheit der Truppe aber umsonst – wie sich schon beim 5:0 im Hinspiel im Duisburger Wedau-Stadion zeigte, wo auch Müllers Kumpel Harald Krämer zu den Torschützen gehörte. Den Treffer zum 1:1 im Rückspiel erzielte Müller selbst.

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