Bilder, die mit Fußball nichts zu tun haben: Aus der Frankfurter Fankurve fliegt ein Feuerwerkskörper in einen Magdeburger Block.
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Bilder, die mit Fußball nichts zu tun haben: Aus der Frankfurter Fankurve fliegt ein Feuerwerkskörper in einen Magdeburger Block.

Eintracht Frankfurt

Nach Ausschreitungen in Magdeburg: Droht der Pokal-Ausschluss?

  • vonKlaus Veit
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Aus dem Frankfurter Fan-Block flogen am Sonntag zwei Raketen in die Zuschauer. Die Fankultur ist aus den Fugen geraten.

Die Bundesliga-Saison hat noch nicht einmal begonnen, trotzdem ziehen bereits dunkle Wolken über die Fußballer der Frankfurter Eintracht hinweg. Dabei geht es weniger um das glückliche Weiterkommen am Sonntag in der ersten Runde des DFB-Pokals beim 1. FC Magdeburg im Elfmeterschießen, sondern um das Verhalten einiger Personen im Frankfurter Fanblock.

Kurz nach der Halbzeit waren dort einige schwarze Feuertöpfe entzündet worden, in deren dickem Qualm wurden zwei Raketen der Sorte „Vogelschreck“ auf einen anderen Block abgefeuert worden.

Den Verantwortlichen der Eintracht war klar, dass diesmal eine harte Strafe seitens des DFB-Sportgerichts zu erwarten ist. Schließlich spielen die Frankfurter bis zum 31. Mai 2017 unter Bewährung, ein Teilausschluss der Zuschauer bei einem weiteren Heimspiel – am Samstag gegen Schalke bleibt schon ein Teil der Nordwestkurve frei – ist also sicher.

Doch auch härtere Sanktionen könnten kommen, etwa ein „Geisterspiel“ oder der Rauswurf aus dem DFB-Pokal, wie es Dynamo Dresden bereits einmal getroffen hat.

Der für die eigenen Fans zuständige Marketing-Vorstand Axel Hellmann fand deshalb am Montag nach einer Krisensitzung deutliche Worte: „Das Abschießen von Raketen auf voll besetzte Zuschauerränge muss man als kriminell bezeichnen, das hat nichts mehr mit Fankultur zu tun.“ Die Eintracht habe beim Drittligisten in dieser Hinsicht „einen neuen Tiefpunkt“ erreicht.

Da der Verein weiter gegen Kollektivstrafen ist, werden nun die mitgereisten Fans aufgefordert, bei der Suche nach dem oder den Tätern zu helfen: „Wer Pyro als Waffe verwendet, der ist eindeutig kriminell. Das hat nichts mit Denunzierung zu tun, es gilt aber, Kriminelle auszusortieren.“ Gelingt dies nicht, so weiß Hellmann, werde es immer schwerer, Argumente gegen Kollektivstrafen zu finden.

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Schon vor der Partie bei dem Drittligisten war vor Idioten auf beiden Seiten gewarnt worden , war der Eintracht-Vorstand aufgefordert worden, nicht mit einem Frankfurter Kennzeichen nach Magdeburg zu fahren. Was Finanzvorstand Frankenbach Oliver Frankenbach dazu bewog, in Frankfurt zu bleiben: „So etwas ist nicht mein Fußball, so etwas muss ich mir nicht antun.“ Doch außerhalb des Stadions war dank einer guten Polizeistrategie alles ruhig geblieben.

In der gerade umgebauten Arena wurde dann jedoch schnell klar, dass es nicht wirklich friedlich bleiben wird. Fast direkt neben dem Frankfurter Block, nur durch ein paar freie Plätze an der Eckfahne getrennt, hatte sich im Magdeburger „Familienblock“ rechtsradikales Gesindel, zum Teil aus Berlin und Polen angereist, versammelt. Von dort wurden die Frankfurter beschimpft. „Zyklon B für die SGE“ lautete einer der Gesänge.

Als dann besagte zwei Raketen aus dem Eintracht-Block flogen, stürmte eine Gruppe Magdeburger Fans hinter dem gegenüber liegenden Tor den Innenraum. Doch weit kamen sie nicht, die Polizei reagierte rasch, setzte dabei Schlagstöcke und Reizgas ein.

Hellmann wollte am Montag nicht weiter auf diese Provokationen eingehen. Diese Schmähgesänge könnten keine Rechtfertigung für das Geschehene sein: „Unsere Fankultur ist in Gefahr.“

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