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"Natürlich muss man sich strecken"

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© Christian Klein

Seit gut drei Jahren verteidigt Bastian Oczipka nun schon auf der linken Seite der Eintracht, in Frankfurt fühlt er sich längst heimisch. Auch von der Qualität der Mannschaft ist er trotz der jüngsten Pleite in Ingolstadt überzeugt: "Wir müssen sie aber auch öfter zeigen", fordert er.

Von Roland Stipp

Hallo Bastian, wie geht’s, was macht die Rippe?

Hallo, mir geht es gut und meiner Rippe auch wieder. Das ist ja auch schon wieder drei Wochen her.

Wie war das Training bei der Eintracht in der „Länderspielpause“? Man hört, es wurde etwas angezogen?

Es war eine Art „Mini-Vorbereitung“ in der wir viel im athletischen und läuferischen Bereich gearbeitet haben, um für die nächsten Wochen eine Top-Fitness zu erreichen. Das hätten wir wohl auch bei einem positiveren Verlauf in Ingolstadt in der Länderspielpause so gemacht.

Sind Sie einer, dem Laufeinheiten leicht fallen oder quälen Sie sich da eher hindurch?

Man hat sich daran gewöhnt und „Schweineeinheiten“ gehören nun einmal dazu. Ich habe damit kein Problem.

Können Sie mit freien Wochenenden etwas anfangen? Oder hätten Sie lieber Fußball gespielt?

Gerade nach dem Spiel in Ingolstadt hätte ich gerne gleich wieder gespielt, um zu beweisen, dass wir es besser können. Allerdings tut es auch gut an freien Tagen die Familie in Köln und Freunde zu besuchen.

Vielleicht haben Sie ja in Länderspielpausen demnächst gar nicht mehr frei?

Ich denke schon, dass ich, wenn wir in Länderspielpausen frei haben, wieder meine Familie in Köln und Freunde besuchen werde…

Haben Sie wirklich ganz zufällig Hansi Flick getroffen? Mit Ihrem Berater? Und saß ein Reporter am Nebentisch? Oder wie ist diese Meldung am „Boulevard“ gelandet?

Ich glaube, Hansi Flick hatte dort eine Tagung mit dem DFB, und die Bild-Zeitung war tatsächlich dort. Ich saß mit meinem Berater in einer Ecke und als mich Hansi Flick gesehen hat, haben wir uns ganz normal unterhalten.

Wie haben Sie denn die Länderspiele gesehen? Irland und Georgien haben dem deutschen Team ja einiges abverlangt.

Das stimmt schon, aber Deutschland ist nach wie vor eine Top-Mannschaft und wird auch bei der EM wieder in Top-Form sein. Man konnte aber sicherlich sehen, dass auch die vermeintlich schwächeren Gegner besser geworden sind – genauso wie in der Bundesliga.

Okay, lassen Sie uns über die Bundesliga sprechen. Was die Eintracht bisher auf den Platz gebracht hat, ist nur ganz schwer zu entschlüsseln. Zwischen den Spielen gegen Köln und in Ingolstadt lagen ja Welten...

Es ist auch für uns schwierig zu erklären. Wir haben noch nicht die Konstanz gefunden, um die Qualität, die wir ohne Zweifel haben, bei jedem Spiel zu beweisen. Es nutzt nichts nur über die Qualität zu sprechen, wir müssen sie auch öfters zeigen.

Eine mangelhafte Einstellung wollen wir niemandem vorwerfen, aber nach dem Ingolstadt-Spiel gab es laut Sportdirektor Bruno Hübner doch einiges „abzuarbeiten“. Was denn?

Unsere Einstellung stimmt, aber in diesem Spiel ist alles aus dem Ruder gelaufen. Es soll keine Entschuldigung sein, aber in Ingolstadt haben sich bisher schon einige Mannschaften schwer getan. Wir haben das Spiel kritisch in der Analyse aufgearbeitet, damit so etwas möglichst nicht mehr passiert.

Können Sie uns die Spielidee Ihres Trainers erklären? Und einschätzen, wie sehr die Mannschaft das verinnerlicht hat?

Der Sinn ist es, möglichst viel Ballbesitz zu haben und Situationen spielerisch zu lösen. Wir wissen auch, dass wir vorne drei „Waffen“ haben, die wir gut einsetzen müssen.

Wenn man sich das Programm der nächsten Wochen ansieht wird einem klar: Um in der Bundesliga etwas zu erreichen, muss man sich strecken. In jedem Spiel und gegen jeden Gegner...

Ja, natürlich muss man sich strecken, weil in der Bundesliga jeder ein bisschen kicken kann. Das hat man bereits in der letzten Saison gesehen, und in der aktuellen Saison ist es mindestens genauso ausgeglichen mit Ausnahme der Bayern.

Kann es sein, dass es Mannschaften ohne konkretes Ziel manchmal schwerer fällt, 100 Prozent zu bringen? Also Mannschaften, die nicht um den Titel spielen, um einen Champions-League-Platz oder gegen den Abstieg?

Nein, das glaube ich nicht, weil jede Mannschaft ein Ziel verfolgt. Ob Meisterschaft, Champions-League, Europa-League, Klassenerhalt oder Nicht-Abstieg. Es ist immer schlecht, wenn man seine Ziele nicht erreicht und nicht alles dafür gibt.

Sie sind jetzt schon mehr als drei Jahre bei der Eintracht – und nach abwechslungsreichen Lehr- und Wanderjahren auch etwas zur Ruhe gekommen?

Absolut, und dies war auch ein Grund für mich bei der Eintracht zu verlängern. Ich fühle mich hier und im Umfeld absolut wohl und habe auch außerhalb des Fußballs Freunde gefunden.

Samstagabend geht es gegen Mönchengladbach, das Stadion ist voll, das Flutlicht brennt ... und wie geht die Geschichte weiter?

… Frankfurt holt drei Punkte und geht zufrieden in die nächste Woche!

Als Ihr Trainer 19 Jahre alt war, hat er das zum ersten Mal erlebt: Frankfurt gegen Gladbach, volles Stadion, Flutlichtspiel. Das war das Uefa-Pokal-Finale. Hat er Ihnen schon davon erzählt?

Nein hat er noch nicht, aber vielleicht macht er es ja noch …

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