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Nicht einmal Fjörtoft macht Mut: Endzeitstimmung in Frankfurt

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Die Schlagzeilen der Zeitungen spiegelten die überall spürbare Endzeitstimmung bestens wider. "Typisch Absteiger", "Die große Angst", "Eintracht nur noch zum Heulen" oder "Eintracht kaum noch zu retten" war am Montag in den Frankfurter Blättern zu lesen. Für die Medien ist klar: Der fünfte Abstieg der Hessen aus der Fußball-Bundesliga ist schon vier Spieltage vor Saisonende so gut wie besiegelt.

Selbst ein Tweet des Eintracht-Helden Jan-Aage Fjörtoft baut rund um den Klub, der am Samstag mit 0:3 (0:0) bei Bayer Leverkusen verlor, kaum noch jemanden auf. "1999 haben wir die letzten vier Spiele gewonnen. Bremen, Dortmund, Schalke, Kaiserslautern. Es gibt immer Hoffnung, Eintracht Frankfurt", hatte der Norweger geschrieben.

Im Gegensatz zu damals geben die Frankfurter, die bereits vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz haben, in diesen Tagen aber ein erschreckendes Bild ab. Der Vorletzte holte nur einen Sieg in den vergangenen zwölf Partien, ohne den verletzten Torjäger Alexander Meier geht so gut wie nichts in der Offensive (zwei Tore in den zurückliegenden neun Spielen). Zudem stellt die Eintracht das schlechteste Auswärtsteam der Liga.

Unter dem neuen Trainer Niko Kovac, der den glücklosen Rückkehrer Armin Veh ablöste, setzte es vier Niederlagen in fünf Spielen. Nur gegen Schlusslicht Hannover 96 gab es einen glücklichen Sieg. Dass Kovac auch in der 2. Liga auf der Bank sitzt, scheint kaum vorstellbar. Der Vertrag des Kroaten gilt nur für die Eliteklasse.

Auch die anderen Personalfragen sind immer noch nicht geklärt. Ein Nachfolger des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen ("Wir geben nicht auf") ist nicht in Sicht, bisher handelte sich der Aufsichtsrat um Boss Wolfgang Steubing nur Absagen (Christoph Metzelder, Christian Nerlinger, Jens Todt) ein. Auch hinter dem Verbleib des längst nicht mehr unumstrittenen Sportchefs Bruno Hübner steht ein großes Fragezeichen.

Sollten die Frankfurter, die vor fünf Jahren zum bisher letzten Mal abgestiegen sind, tatsächlich den Gang ins Unterhaus antreten müssen, hätte das auch erhebliche Auswirkungen auf die Finanzen. Die Mannschaft dürfte dann nur noch 22 statt 39 Millionen Euro kosten. Um den Etat zu finanzieren, müssten Spieler verkauft werden - obwohl alle Profis mit Ausnahme von Szabolcs Huszti gültige Verträge für die 2. Liga besitzen.

Dass die Spieler den Abstieg ebenso fürchten wie die Anhänger, gestand Ersatzkapitän Marco Russ unumwunden ein. "Wir haben genauso viel Angst wie die Fans", sagte Russ: "Wir müssen es hinbekommen, dass wir am 34. Spieltag ein Endspiel haben". An dieses "Finale" bei Werder Bremen glaubt derzeit allerdings kaum jemand - außer Fjörtoft vielleicht.

(von Alexander Sarter, SID)

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