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Hofft auf die Wende in Hannover: Eintracht-Coach Thomas Schaaf.

Eintracht Frankfurt

Nur nicht ergeben!

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Auch ohne den operierten Alexander Meier will die Frankfurter Eintracht um Europa kämpfen.

Marco Russ am Knie operiert. Marc Stendera nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Carlos Zambrano zwar im Lauftraining, aber ohne Chance auf einen Einsatz schon am Freitag. Und natürlich Alexander Meier, der am Dienstag erfolgreich an der Patellasehne operiert wurde – bei der Frankfurter Eintracht sind die Reihen vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gelichtet. Zudem gibt es noch kleine Sorgen um Stefan Aigner, den eine leichte Muskelverletzung plagt. Kein Wunder, dass Thomas Schaaf am Dienstag beim ersten Training der Woche erhöhten Redebedarf hatte. Fast vierzig Minuten sprach der Trainer auf dem Platz mit seinen Spielern. Es ging um die jüngste 0:3-Pleite in München, aber auch ums Spiel gegen Mönchengladbach. „Bayern ist jetzt abgehakt“, sagte später Aigner. „Wichtig ist das nächste Spiel“, sagte Mittelfeldmann Makoto Hasebe. Damit sind die Inhalte des Trainer-Mannschaft-Gesprächs wohl zusammengefasst.

Schaaf steht zum ersten Mal in der Rückrunde vor der Aufgabe, mehrere Änderungen vornehmen zu müssen. Zunächst muss eine Lösung gefunden werden, den besten Torschützen Meier (19) bis zum Saisonende zu ersetzen oder zu kompensieren. Natürlich treffe dessen Ausfall die Eintracht „hart“, weil Meier nicht nur Tore erzielt, sondern auch Präsenz auf dem Platz gezeigt habe. Der Kader gebe aber genügend Alternativen her. „Da sind wir sehr variabel“, versichert Schaaf. Zum einen kann er Meier mit Nelson Valdez positionsbezogen „eins zu eins“ ersetzen, zum anderen könnte er eine andere taktische Formation wählen. Also nicht mehr mit zwei Spitzen angreifen, sondern nur noch mit einer und dafür das Mittelfeld stärken. Freilich muss auch da für dieses eine Spiel ein Ersatz für Stendera gefunden werden. Dies könnte bei einer Positionsverschiebung Takashi Inui sein, Sonny Kittel würde dann neben Hasebe in der Zentrale spielen. Womöglich aber gibt der Trainer Aleksandar Ignjovski, Slobodan Medojevic oder Johannes Flum eine Chance. Alle sind „gelernte“ defensive Mittelfeldspieler.

In jedem Fall hat Schaaf seine Spieler gesten- und wortreich darauf eingeschworen, den Ausfall von Meier nicht zum Anlass für eine kollektive Resignation zu nehmen. Man müsse Meiers Fehlen „als Mannschaft kompensieren“, fasste Sonny Kittel die Botschaft des Trainers zusammen. „Zwei, drei Tore hätte Alex mindestens noch gemacht“, sagt Kollege Aigner. Dennoch gebe es keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Der Sprung nach vorne ist noch immer möglich“, glaubt Aigner, „die anderen habe ja auch nicht gepunktet.“ Die Konkurrenz um die Plätze sechs und sieben schwächelt ebenfalls seit Wochen und hält die Eintracht im Rennen. Deshalb sei man im Kampf um einen Europacup-Platz „noch immer in aussichtsreicher Position“. Freilich müsste die Eintracht wohl noch mindestens zehn oder elf Punkte holen. Und das ohne Meier und dessen Tore. Nun müssen andere treffen. „Wir müssen halt alle versuchen, aufs Tor zu schießen und zu treffen“, sagt Verteidiger Timothy Chandler.

Gerade auf Aigner ruhen dabei große Hoffnungen. Achtmal hat er in dieser Saison getroffen, fünfmal in der Rückrunde. Dass er am Dienstag etwas kürzertreten musste und vorzeitig zum Auslaufen ging, habe keine große Bedeutung. „Ein Muskel im Oberschenkel ist ein bisschen fest“, sagt er, „aber ich kann spielen.“ Das war für Schaaf gestern die beste Nachricht.

(pes)

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