1612179918_16122017 Fussball Fußball 1. Bundesliga Saison 2017 /2018 / Eintracht Frankfurt  - Schalke 04 / 
Trainer Niko Kovac Eintracht
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Eintracht Frankfurt

Niko Kovac: Der Erfolgstrainer hat Begehrlichkeiten geweckt

  • VonPeppi Schmitt
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Bei der Frankfurter Eintracht läuft es derzeit sportlich rund. Das Team ist drauf und dran, in die Europa League oder gar in die Champions League einzuziehen. Aber wie geht es danach weiter? Bleibt Erfolgstrainer Niko Kovac? Es gibt mehrere denkbare Szenarien.

Kein Tag vergeht ohne Spekulationen in den Medien über die zukünftigen Trainer bei den deutschen Spitzenklubs, Bayern München und Borussia Dortmund. Die Vereine selbst halten sich im Hinblick auf die Saison 2018/19 auffallend bedeckt. Bleibt Jupp Heynckes beim FC Bayern München oder beendet er seine lange und ruhmreiche Karriere endgültig? Behält Borussia Dortmund den in der Bundesliga bislang ungeschlagenen Peter Stöger oder sucht der Verein einen neuen Trainer mit internationalem Format?

Der in München angeblich als Favorit gehandelte Thomas Tuchel hat sich wohl für das Ausland entschieden, für London oder Paris. Das Trainerkarussell dreht sich in diesen Tagen und Wochen immer schneller. Mit dabei und immer wieder genannt ist Niko Kovac. Und dies obwohl der Trainer der Frankfurter Eintracht eigentlich gar kein Ticket für die „wilde Fahrt“ hat. Doch seine Erfolge haben Begehrlichkeiten geweckt und könnten in den Wochen des Liga-Endspurts durchaus für Unruhe sorgen. Wie also ist der Stand: Was wird mit Kovac? Aus Frankfurter Sicht gibt es drei Szenarien.

Die erste und noch immer wahrscheinlichste Variante: Kovac erfüllt seinen bis 2019 laufenden Vertrag und bleibt noch für eine Saison bei der Eintracht. Dafür spricht viel. Zum einen, dass er nun auch in Frankfurt ernten könnte, was er in den vergangenen beiden Jahren gesät hat. Die Europapokal-Teilnahme ist zum Greifen nahe. Für Kovac wären Spiele im europäischen Wettbewerb mit der Eintracht ein weiterer Schritt in seiner Entwicklung. Denn noch hat der 46 Jahre alte Trainer „nur“ in der Liga hervorragende Arbeit geleistet – noch nicht europäisch.

Was durchaus in Bezug auf Trainingsaufbau, Trainingssteuerung und Trainingsintensität neue Herausforderungen stellen würde. Internationale Erfahrung hat er allerdings schon als Spieler (83 Länderspiele) und kroatischer Nationaltrainer gesammelt. Zum anderen, und das sollte bei Kovac einen hohen Stellenwert haben, kann sich in Frankfurt niemand so wirklich vorstellen, dass der Trainer Vertragsbruch begehen wird. Denn Kovac lebt nach festen Prinzipien, spricht oft von Ehrlichkeit und Moral und hat mehrfach glaubhaft versichert, dass es „keinen Kontakt zu den Bayern“ gebe. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass diese Aussagen schon einige Wochen her sind. Trotzdem: Mit einem Wechsel würde Kovac ein Stück weit seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen.

Die zweite und unwahrscheinlichste Variante: Kovac verlängert seinen Vertrag über 2019 hinaus. Die Eintracht würde sich das wünschen und hat es bereits angesprochen. Offizielle Verhandlungen darüber soll es aber noch nicht gegeben haben. Kovac könnte bei dieser Variante wenig gewinnen. Deshalb wird er sie wohl nicht wählen. Die dritte und durchaus mögliche Variante: Kovac erliegt dem Lockruf des Branchenkönigs, der sportlich wie finanziell mehr bieten kann als alle anderen Bundesliga-Vereine. Kontakte nach München gibt es viele, der Eintracht-Coach hat ja auch eine Bayern-Vergangenheit (2001-2003).

Beraten wird Kovac nicht nur von Alen Augustincic, einem der Eintracht durchaus zugewandten Vertreter seiner Zunft, sondern für medientechnische Fragen auch von Markus Hörwick, dem jahrzehntelangen Pressechef des FC Bayern.

Ob Hörwick Kovac das „Haifischbecken“ München schon zutraut oder noch zu einer gewissen Wartefrist raten würde, ist nicht bekannt. Für einen Wechsel zu den Bayern würde bei einer tatsächlichen Anfrage sprechen, dass man in Deutschland ein Angebot des Branchenführers eigentlich nicht ablehnt. Diese Chance kommt schließlich nicht beliebig oft. Und in der Bundesliga gilt: Wollen die Bayern einen Spieler oder wie in diesem Fall einen Trainer, dann bekommen sie ihn auch. Geld würde dann keine Rolle spielen, die Münchner könnten sich auch eine fällige Ablöse an die Eintracht locker leisten.

Dortmund als Option?

Dies gilt auch für Borussia Dortmund. Doch bei einem BVB-Interesse wäre die sportliche Ausgangsposition eine andere. Kovac müsste nicht wie in München eine Ansammlung von Stars bei Laune halten. Denn in Dortmund bestünde die Aufgabe darin, eine neue, international schlagkräftige Mannschaft aufzubauen.

Für die Eintracht könnte die Trainerfrage zu einem Problem werden, wenn der Verein spät in der Saison – und die Zielgerade ist ja schon erreicht – vor vollendete Tatsachen gestellt würde. Im Grund kann allerdings davon ausgegangen werden, dass sich Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner längst mit Kovac ausgetauscht haben. Und somit im Fall der Fälle vorbereitet wären. Aber wer könnte für die Eintracht in Frage kommen bei einem kurzfristigen Weggang von Kovac? Darüber gibt es keine Aussagen aus der sportlichen Führung, noch nicht einmal Spekulationen.

Angesichts der Zusammensetzung der Frankfurter Mannschaft wäre sicher auch ein Trainer aus dem Ausland möglich, wenn er die hohen Ansprüche von Bobic erfüllt. Das Feld wäre in diesem Fall riesengroß. In Deutschland wäre es auf den ersten Blick schwieriger, denn ein Kandidat aus der alten Riege ist aktuell kaum denkbar. Also wohl eher ein junger Trainer. Ein Weg, wie ihn Schalke 04 mit Domenico Tedesco gegangen ist. Oder der VfB Stuttgart mit Hannes Wolf.

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